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21.01.14

"The Bitcoin Database" zeigt: Während Zweifel über Bitcoin anhalten, wächst das Startup-Ökosystem

Nach wie vor ist unklar, ob es sich bei Bitcoin um mehr als ein gehyptes Nischenphänomen handelt. Hunderte Unternehmer betreiben mittlerweile Angebote und Dienste rund um die Bitcoin-Ökonomie - und scheinen an deren Nachhaltigkeit zu glauben.

BitcoinBeim Thema Bitcoin scheiden sich die Geister. Die Einen sprechen von einer Blase, einem Kartenhaus oder einem Pyramidensystem und rechnen mit einem schmerzhaften Ende der Euphorie. Die Anderen sehen eine ernsthafte Währung, ein effektives Geldtransferverfahren oder ein zukunftsweisendes Finanzprotokoll. Wer am Ende recht behalten wird, scheint völlig offen.

Auch für Skeptiker schwer zu ignorieren ist jedoch, dass trotz aller Unsicherheit ein immer größeres Ökosystem aus Unternehmen um die Kryptowährung entsteht. Firmen, deren Initiatoren offenbar an die Beständigkeit von Bitcoin glauben. Sicherlich befinden sich darunter auch einige nur an kurzfristigen Gewinnen interessierte Zocker. Doch betrachtet man die schiere Zahl und Vielfalt der Bitcoin-Startups sowie die wachsenden Summen an externem Kapital, die in die Projekte gepumpt werden, ist davon auszugehen, dass ein signifikanter Teil große, langfristigere Pläne verfolgt. Die nordeuropäische Wagniskapitalgesellschaft Creandum hat sich die Mühe gemacht, das Web nach Startups zu durchforsten, die derzeit Geschäftsmodelle rund um Bitcoin und verwandte virtuelle Währungen aufbauen. Die Schweden bezeichnen das Ergebnis, genannt "The Bitcoin Database", als größte Datenbank von Bitcoin-Startups überhaupt. 328 Jungunternehmen aus aller Welt werden derzeit aufgeführt und nach verschiedenen Kriterien filterbar gemacht.

In einem Blogbeitrag liefern die Skandinavier einige Zahlen und Statistiken aus der Analyse der Datenbankeinträge. Es zeigt sich, dass in Nordamerika die meisten Bitcoin-Startups entstanden sind, gefolgt von Europa. 33 Firmen haben öffentlich bekannt gegeben, von Business Angels, VCs oder über Crowdfunding externes Kapital aufgenommen zu haben - 87,5 Millionen Dollar insgesamt. 67 Prozent davon konzentriert sich auf die fünf nordamerikanischen Startups Coinbase, Circle, Ripple, gyft und 21E6 (ein Unternehmen offensichtlich ohne Website).

Aus Deutschland sind derzeit neun Startups in der Datenbank aufgeführt, davon sechs aktive: Bitcoinmoney.net, Coinalytics, OpenCoin, Bitbond.net, Bitcoin.de und 1Broker. Die Schweiz ist mit einem Anbieter vertreten, iceVault, ebenso wie Österreich ( VirWox ).

Das Besondere am Wachstum der Branche ist das damit verbundene Interesse an deren Fortbestand. Anders formuliert: Je mehr Entrepreneure und Projekt-Betreiber Geschäftsmodelle und Dienstleistungen im Kontext von Bitcoin erschaffen, desto mehr Individuen gibt es, die Bitcoin moralisch oder aktiv als "Botschafter" unterstützen. Die virtuelle Währung lebt vom Glauben ihrer Nutzer an ihre langfristige Existenz. Unternehmen auf Bitcoin aufzubauen, ist die Formalisierung dieses Glaubens. Diese stellt wahrscheinlich keinen Schutz gegen einen eventuellen Crash dar. Sie garantiert aber, dass es Menschen gibt, die für Bitcoin ihre Hand ins Feuer legen. Dies schafft das Vertrauen, was Bitcoin unbedingt benötigt, um sich tatsächlich zu mehr als einer Luftnummer zu entwickeln. /mw

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikesl besitzt der Autor keine Bitcoins.

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