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17.09.10

Startups: 11 Tipps, um bei Tech-Blogs zu punkten

Die Pressearbeit von Startups ist verbesserungswürdig. Eine gelungene Ansprache von Tech-Blogs muss nicht aufwendig sein. Allerdings gibt es einige Punkte, die beachtet werden sollten. Hier sind 11 Tipps.

 

Pitchen: nicht per TelefonEigentlich war ich immer der Ansicht, Artikel, die Startups erklären, wie sie sich am besten bei Tech-Blogs und Onlinemedien bekannt machen, hängen allen zum Halse raus. Aber zumindest in den Kommentaren zu meiner Kritik an der Pressearbeit hiesiger junger Internetunternehmen wurde eine Nachfrage nach derartigen Instruktionen deutlich. Womöglich ist das, was uns bei netzwertig.com so selbstverständlich erscheint, am Ende doch nichts, das eine aufstrebende Webfirma von Anfang an im Blut hat.

Aus diesem Grund möchte ich die Gelegenheit nutzen und kompakt zusammenfassen, wie für uns der perfekte Pitch aussieht - und wie nicht. Dabei kann ich natürlich nicht garantieren, dass der von uns gewünschte Ansatz bei jedem Blog und Onlinemagazin funktioniert, das an Informationen über neue Webservices und Startups interessiert ist. Ich glaube aber, dass für die hier beschriebenen Vorgehensweisen durchaus ein gewisser Grundkonsens besteht, wenn es auch an der ein oder anderen Stelle unterschiedliche Präferenzen geben wird.

11 Tipps an Gründer für eine gelungene Tech-Blogger-Ansprache

1. Alle wichtigen Infos in einer Mail

Den bevorzugten Pitch erhalten wir in einer kompakten Mail mit den wichtigsten Angaben und Hintergründen zum jeweiligen Dienst. Was kann er, an wen richtet er sich, weshalb ist er besser als eventuelle Konkurrenten. Auch Infos zur zukünftigen Roadmap schätzen wir. Ein Telefonat ist in den meisten Fällen nicht notwendig und in der Regel für unseren Zweck äußerst ineffizient. Wer sofort Minuspunkte sammeln möchte, schickt eine Mail à la "Wir starten demnächst den Service XXX. Wann können wir diesbezüglich telefonieren?".

2. Kontaktaufnahme bevorzugt durch Gründer/Angestellte

Wenn sich Gründer oder Angestellte eines neuen Webangebots bei uns melden, ist dies immer ein Vorteil gegenüber Pitches von PR-Agenturen. Damit erhalten wir nicht nur einen persönlicheren ersten Eindruck, sondern können auch spontane, konkrete Rückfragen stellen, die ein externer Pressekontakt eventuell nicht sofort beantworten kann/darf. Zumindest für das Pitchen von Tech-Blogs ist unserer Ansicht nach nicht extra ein PR-Profi notwendig.

3. Serienbriefgefühl vermeiden

Eine individuelle, persönliche Mail wirkt immer sympathischer als eine, die nach Massenmail oder Serienbrief klingt. Diese Regel gilt ja ohnehin für jede Art der schriftlichen Kommunikation, nicht nur in Hinblick auf die Kommunikation zwischen Startups und Bloggern.

4. Sicherstellen, dass das eigene Thema für uns wirklich relevant ist

Manche Dienste sind enttäuscht, wenn sie uns eine aufwendige, gelungene E-Mail gesendet haben und wir trotzdem nicht über sie berichten. Oft liegt die Ursache dafür darin, dass das jeweilige Angebot nicht in unser Themenspektrum fällt oder anderweitig nicht unseren Ansprüchen gerecht wird. Insofern ist es stets zu empfehlen, vorab zu evaluieren, ob eine Ansprache tatsächlich sinnvoll ist. Und kommen die Macher eines Webservice zu dem Schluss, dass dieser eigentlich nicht in unsere Berichterstattung passt, sie es aber dennoch mit einer Mail versuchen wollen, dann ist es ein Pluspunkt, dies am Anfang der Nachricht zu vermerken. Denn das zeigt uns, dass sich der Absender mit netzwertig.com beschäftigt hat, selbst wenn sein Anliegen für uns womöglich Relevanz vermissen lässt.

5. Anhänge vermeiden, speziell für Texte

Als Dateien angehängte Texte im Word-Format nerven. Schon weil wir bevorzugt Online-Office-Services nutzen (ich habe z.B. gar kein Microsoft Office mehr installiert). Eine Pressemitteilung sollte stattdessen einfach direkt in die Mail unterhalb des persönlichen Pitches kopiert werden. Angehängte PDFs sind ok, wenn auch nicht unsere erste Wahl.

6. Transparent und offen sein

Je transparenter und offener die an uns übermittelten Informationen zu einem Service sind, desto größer ist die Chance, dass wir über diesen berichten. Auch deshalb bevorzugen wir die direkte Ansprache durch Gründer, da diese im Gegensatz zu einer externen Kommunikationsagentur freier darüber bestimmen können, was sie herausgeben können und was nicht.

7. Links mitliefern

Wir lieben Links. Auch in Mails. Sofern ihr ein interessantes Unternehmensblog betreibt, ein kreatives YouTube-Video gestaltet oder eure Gründungsgeschichte auf einer Seite zusammengefasst habt, freuen wir uns über entsprechende Verweise in der Mail. Das gilt auch für alle späteren E-Mails rund um Neuigkeiten zu eurem Angebot.

8. Login-Daten mitliefern

Es kommt zwar nur selten vor, aber wenn es geschieht, dann habt ihr damit sofort einen dicken Sympathievorsprung: Liefert uns Zugangsdaten zu einem Testaccount eures Dienstes, damit wir diesen sofort ausprobieren können. Besonders wichtig ist dies, wenn sich euer Angebot in der geschlossenen Beta-Phase befindet.

9. Erreichbar sein für spontane Rückfragen

In der Regel bearbeiten wir alle eingehenden Pitches innerhalb von 1-2 Tagen. Sofern wir über euren Service berichten wollen, haben wir gelegentlich noch Rückfragen und finden es toll, wenn diese möglichst schnell beantwortet werden (i.d.R. reicht auch hier eine formlose Mailkonversation). Diesen Punkt führe ich nur der Vollständigkeit halber auf, denn dies funktioniert in den meisten Fällen tatsächlich sehr gut!

10. Richtig verfahren mit Sperrfristen

Grundsätzlich haben wir kein Problem mit Sperrfristen. Allerdings sollten sie angemessen erscheinen. Bei einem revolutionären neuen Dienst, der zu einem koordinierten Zeitpunkt webweite Aufmerksamkeit generieren möchte, wäre sie z.B. angemessen. Wenn wir der Sperrfrist zusagen, halten wir uns auch daran, darauf könnt ihr euch verlassen! (das gilt natürlich auch für alle anderen Arten von Neuigkeiten, nicht nur für Pitches).

11. Rückfrage maximal einmal

Wir versuchen, den Eingang aller persönlichen Pitches kurz per Mail zu bestätigen. Ob wir dann allerdings über euren Dienst berichten oder nicht, darüber geben wir i.d.R. keine Rückmeldung. Entweder, er taucht bei uns auf oder nicht. Solltet ihr nichts von uns gehört haben, könnt ihr gerne noch einmal per Mail auf eure frühere Kontaktaufnahme hinweisen. Hört ihr dann nichts von uns, ist das auch eine Antwort. Allerdings lohnt es sich immer, uns dennoch über Neuigkeiten auf dem Laufenden zu halten. Denn manchmal wird uns das Potenzial eines Dienstes eben auch nicht sofort sondern zu einem späterem Zeitpunkt klar.

Passend zum Thema hatte Robert Basic vor einigen Tagen einen ausführlichen Guide zum Thema Blogger-Relations verfasst, allerdings stärker ausgerichtet auf die Zielgruppe von PR-Fachleuten und Marketern.

(Foto: stock.xchng)

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