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26.01.11

Startup-Multiplikatoren: Wo ist unser Ashton Kutcher?

US-Promis begegnen aufstrebenden Startups mit offenen Armen und treten als Investoren sowie Multiplikatoren auf. Wo sind die deutschen Promis mit Early-Adopter-Gen?

 

Ashton KutcherWas haben aufstrebende US-Startups wie der Chatservice Tinychat, die Suchmaschine Blekko, der Videodienst nowmov oder die Flugsuchmaschine Hipmunk gemein? Bei allen vier Diensten sitzt US-Schauspieler Ashton Kutcher als Business Angel mit im Boot. Richtig, der Ashton Kutcher, der im April 2009 als erster Twitter-User die Marke von einer Million Followern erreichte (und damit den Account von CNN auf den zweiten Platz verwies).

Kutcher ist nicht der einzige US-Promi, der erkannt hat, welches Potenzial in innovativen Onlinediensten und neuartigen Technologien liegt. Sowohl für seine berufliche Rolle und sein Image, aber auch aus wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Perspektive:

Sänger und Jungstar Justin Bieber ist bekannt für seine intensive Twitternutzung, steht kurz vor dem Erreichen der Marke von sieben Millionen Followern und soll für drei Prozent des gesamten Twitter-Traffics verantwortlich sein. Sein Branchenkollege Snoop Dogg nutzt seit kurzem den in Early-Adopter-Kreisen angesagten Fotosharingdienst Instagram. 50 Cent taucht im Video eines 15-jährigen YouTube-Stars auf, MC Hammer erscheint bei TechCrunchs Disrupt-Konferenz, Black Eyed Peas-Frontman Will.i.am wird "Director of creative innovation" bei Intel und Talkshow-Königin Oprah Winfrey sendet aus ihrer Show einen Tweet und beschert Twitter an einem einzigen Tag 1,2 Millionen neue User.

Startups, Social-Web-Dienste und Berühmtheiten - das passt in den USA gut zusammen und verhilft frisch gegründeten Jungunternehmen mit einem Schlag, vom Geek- zum Massenphänomen zu avancieren. Und in Deutschland? Welche berühmten branchenfremden Startup- und Social-Media-Multiplikatoren haben wir?

Mir kommen im besten Fall Leute wie Reiner Callmund oder Michael Kessler in den Sinn, die frühzeitig bei Twitter ihr digitales Zelt aufschlugen und obendrein verstanden haben, wie man den Microbloggingdienst zur persönlichen Kommunikation mit den Anhängern verwendet. Oder ich denke an Mola Adebisi, der als Consultant bei Rapidshare tätig war.

Im schlechtesten (und wahrscheinlichen) Fall denke ich jedoch eher an Kerner.

Promis (egal ob aus der A-, B- oder C-Kategorie) aus Deutschland, die in Internet-Startups investieren, sind mir keine bekannt. Euch?

Sicherlich ist der Vergleich USA-Deutschland unfair: Dortige Promis besitzen häufig eine internationale Bekanntheit, während die Reichweite hiesiger Promis selten über den deutschsprachigen Raum hinausgeht. Zudem ist die Startup- und Social-Web-Szene auf der anderen Seite des Atlantiks deutlich größer und glamuröser, als dies in Deutschland der Fall ist.

Ich bin der Letzte, der sich für Promi-Klatsch interessiert (was auch bedeutet, dass ich in meiner Betrachtung eventuell einen wichtigen Multiplikator aus der deutschen Unterhaltungs- oder Musikwelt ausgelassen habe). Doch die Bedeutung von prominenten Multiplikatoren für das digitale Ökosystem und dessen gesellschaftliche Akzeptanz kann meines Erachtens nach gar nicht überschätzt werden.

Wenn in den hiesigen Medien und an den hiesigen Stammtischen zum tausendsten Mal die Schattenseiten und Risiken von sozialen Netzwerken und anderen digitalen Technologien diskutiert werden, dann hat dies auch damit zu tun, dass die ganz großen Multiplikatoren und Vorbilder (für viele Menschen sind Promis immerhin echte Vorbilder) fehlen.

Welche Berühmtheiten aus Deutschland sind euch im digitalen Kontext positiv aufgefallen? Und wie beurteilen unsere Leserinnen und Leser aus der Schweiz und aus Österreich die Situation dort?

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