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20.11.08

Sprachkritik: Wortpollen aus Stilblüten

CDU und CSU sprechen sich für die Nationale Initiative Printmedien aus – mit einem Sprachwust aus Blähsätzen und Politiker-Phrasen, der hier gebührend gewürdigt werden soll.

Stark für Holzhausen: MdB Wolfgang Börnsen, CDU (Robert Schlesinger/CDUCSU)Zunächst die gute Nachricht - technologisch bleiben uns CDU/CSU als zutiefst konservative Parteien erhalten. Da bewegt sich nichts, da weiß der Wähler auch morgen noch, was er an ihnen hat oder vermisst. Zu recht mokiert sich jedenfalls netzpolitik.org über die medienpoltische Kompetenz, die auch die jüngste Presseerklärung dieser volkstümlichen Partei wieder einmal so verschwenderisch verstrahlt. Der Leser hört bei der Lektüre unentwegt ein ebenso melodisches wie lautes Pfeifen dort im Wald von Holzhausen, das der 'Nationalen Initiative Printmedien' und ihrer zahlreichen Leserschaft den wahren Weg weist und ihnen gewisslich Mut machen wird auf dem dornigen Weg in eine noch ungewisser glänzende Zukunft.

Über die Initiative selbst ist auf medienlese.com schon alles Notwendige anlässlich ihrer Gründung gesagt worden. Sprachlich wollen wir diesmal das Durchhaltevokabular der Holzhausener Thermopyläen-Kämpfer gebührend herausstellen, um den Leser gegen lästige Allergien durch Wortpollen aus Stilblüten zu desensibilisieren. Los geht's:

"Auch und gerade im Zeitalter des Internet bleiben Zeitungen und Zeitschriften für unsere Demokratie unverzichtbar. Sie sind und bleiben der Garant für Meinungsvielfalt in Deutschland. Die Nationale Initiative Printmedien ist die angemessene Antwort ... Bereits die vielseitige Beteiligung ... zeigt das Problembewusstsein ... Die „Nationale Initiative Printmedien“ ist ein beispielhaftes Projekt ... Die Weichen sind gestellt. Nun gilt es, sie zu nutzen und auszubauen."

So schön röhrt doch kein Hirsch in der Brunftzeit: Die gestellten Weichen werden genutzt und ausgebaut, weil die vielseitige Beteiligung der unverzichtbare Garant für das beispielhafte Problembewusstsein auch und gerade in Zeiten des Internet für unsere Demokratie ist und bleibt. Oder so ähnlich ...

Ha - das nenne ich lösungsorientiertes Denken!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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