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07.09.09

Spotify für iPhone und Android: Musikdienst launcht mobile Applikationen

Spotify, Hoffnungsträger für sowohl Musikindustrie als auch -fans, hat heute seine Applikationen für iPhone und Android-Geräte veröffentlicht. Die hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

SpotifyEs geschieht nicht oft, dass ein im deutschsprachigen Raum noch nicht verfügbarer Dienst eine nennenswerte Aufmerksamkeit bekommt. Spotify, das innovative Musikstartup mit Potenzial, iTunes gefährlich zu werden ( oder es zu ergänzen ), ist eine Ausnahme.

Heute früh erhielt die lang ersehnte und überraschend von Apple freigegebene Applikation für das iPhone grünes Licht und steht ab sofort in Ländern, in denen Spotify verfügbar ist (u.a. Schweden und Großbritannien), zum Download bereit. Auch die Android-Anwendung kann ab heute heruntergeladen werden. Es dauerte nicht lang, da gab es auf Twitter auch von zahlreichen deutschen Usern Kommentare und Retweets. Bei vielen deutschen Musikfreunden ist die Vorfreude auf Spotify offenbar groß.

Ich habe die iPhone-Applikation mittlerweile ausprobieren können. Die Nutzung ist nur für zahlende Anwender möglich (umgerechnet 10 Euro pro Monat). Wer Musik liebt, der wird diese Ausgabe jedoch nicht bereuen: Die Applikation ist mindestens so beeindruckend, wie es diese Videopreview bereits vor einigen Wochen hat erahnen lassen.

Die App bietet On-Demand-Zugriff auf sämtliche in Spotify erstellten Playlists. Zudem lassen sich über die Suchefunktion beliebige Titel und Alben aus Spotifys mehrere Millionen Songs umfassenden Katalog finden, anhören und in Playlisten ablegen.

Das Highlight ist aber wahrscheinlich die Funktion, Playlisten offline verfügbar zu machen. Sämtliche enthaltenen Tracks werden dann lokal gespeichert und lassen sich auch anhören, wenn keine Internetverbindung vorhanden ist. Auf diese Weise bietet die Anwendung selbst Personen einen Mehrwert, die keine Datenflatrate besitzen - sie können die App zu Hause über WLAN befüllen und dann unterwegs ihre Lieblingstitel anhören.

Mit den Versionen für iPhone und Android-Geräte schafft sich Spotify erstmals einen echten, über positivere Imagewerte hinausgehenden Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen, ähnlich bepreisten Musik-Abodiensten wie Rhapsody (das immerhin eineiPhone-Applikation in der Pipeline hat) oder Napster. Es ist davon auszugehen, dass Spotifys mobile Applikationen die Zahl von Premium-Nutzern und damit den Umsatz des jungen Startups kräftig in die Höhe schnellen lassen werden.

Welche Konsequenzen die Spotify-App für die Mobilfunkprovider haben wird, bleibt abzuwarten. Spotify streamt im komprimierten Format Ogg Vorbis. Dennoch verursachte das Anzeigen meiner Playlists sowie das Abspielen eines einzigen Titels bei mir sechs Megabyte an Datentraffic. Zumindest hier in Schweden scheint man Spotify aber offensichtlich eher als Marketing-Tool auszunutzen: Der Mobilfunker "3" veröffentlichte bereits eine Pressemitteilung mit der Überschrift "Premiere für Spotify bei 3".

In den deutschen App Stores von Apple und Android taucht die Spotify-Anwendung bisher nicht auf. Die wenigen deutschen Anwender von Spotify, die in der kurzen Zeit der Verfügbarkeit von Spotify in Deutschland Ende letztenes Jahrens ein Premium-Abo erhaschen konnten, müssen somit vorerst ohne die mobilen Anwendungen auskommen.

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