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06.11.13

Spitzenposition im App Store: Deutsche Nutzer entdecken Line - trotz WhatsApp-Dominanz

Vor zwei Monaten kündigte der japanische Smartphone-Messenger Line eine Deutschland-Offensive an. Jetzt hat er den umkämpften ersten Platz der kostenfreien Anwendungen im App Store eingenommen.

LineIm September berichteten wir über die europäischen Expansionspläne des japanischen Messengers Line. Auch der deutsche Markt steht für den weltweit mittlerweile 280 Millionen registrierte Nutzer zählenden Dienst seit neuestem im Fokus. Eine Herausforderung, blickt man auf die enorme Popularität von Facebook und WhatsApp bei hiesigen Smartphone-Nutzern. Ob User tatsächlich noch Interesse an einer weiteren, Elemente beider Dienste kombinierenden Applikation haben würden?

Zumindest erst einmal lautet die Antwort eindeutig: ja! Durchaus überraschend hat Line im deutschen (und auch im österreichischen) App Store den ersten Platz bei den kostenfreien Apps erklommen. Das entspricht nach den Erfahrungen von App-Entwicklern täglichen Downloadzahlen im mittleren fünfstelligen Bereich. Und noch beachtlicher: Die bisherigen Bewertungen fallen fast durchweg positiv aus. Viele der Nutzer erklären, in Line eine ernsthafte Alternative zu WhatsApp, Facebook und Skype zu sehen. Manche kündigen einen kompletten Wechsel an, sobald mehr ihrer Freunde dabei sind.

Inwieweit es sich hierbei um seriöse Bewertungen handelt, bleibt an dieser Stelle offen. Fakt ist jedoch, dass Line in Deutschland gerade ein beachtliches Debüt hinlegt. Laut der verantwortlichen PR-Agentur seien die zahlreichen Medienberichte der letzten Zeit für den guten Start verantwortlich. Eine Erwähnung in der ProSieben-Sendung taff befeuerte das Wachstum noch - die beachtlichen Effekte von TV-Nennungen sind bekannt.

Der Spitzenplatz im iOS-App-Ranking sagt noch nichts darüber aus, ob Line den etablierten Anbietern im Social-Networking- und Messaging-Segment wirklich dauerhaft gefährlich werden kann. Er signalisiert aber: Trotz 25 Millionen aktiven deutschen WhatsApp-Anwendern ist die Bereitschaft der Nutzer, neue Dienste auszuprobieren, nicht erl0schen. Im Gegensatz zu WhatsApp, das vollständig auf Pressearbeit verzichtet, setzt Line auf aktive Ansprache der Medien, um sich ins Gespräch zu bringen. Ein Unterfangen, das sofort von Erfolg gekrönt wird.

Sollte sich Line ganz oben im App-Ranking festsetzen können, dann würde dies den hiesigen Markt des mobilen Social Networks gehörig durcheinanderwirbeln. /mw

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