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04.11.13

Spielerisch die Grundlagen verstehen: Kinder sollten Programmieren lernen

Wer Programmieren kann, gestaltet maßgeblich die Wirtschaft und Gesellschaft der Zukunft mit. Daher sollten speziell Kinder mit der Softwareentwicklung vertraut gemacht werden.

Play-iSeit Jahren klagt die IT-Branche über den Fachkräftemangel. Die Nachfrage nach IT-Spezialisten ist weitaus größer als das Angebot. Viele Branchen leiden unter dem Fehlen von technisch fähigem Personal, vor allem von Softwareentwicklern. Davon betroffen sind Startups genauso wie Großkonzerne und öffentliche Einrichtungen. Und wie oft sich ambitionierte Personen darüber ärgern, ihre Geschäftsidee oder konzeptionellen Träumerei nicht selbst umsetzen zu können, darüber kann man nur spekulieren. Für den Autor dieses Beitrags lautet die Antwort zumindest: oft.

Die Zahl der Menschen mit IT-Fachkenntnissen und hierbei vorrangig mit Programmierfähigkeiten zu erhöhen, ist daher eine der wichtigsten Aufgaben moderner Gesellschaften, in denen nichts mehr ohne intelligente, effektive IT-Systeme funktioniert. Auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit hängt davon ab. Während der Erhöhung der Attraktivität entsprechender Studiengänge, dem Wecken von IT-Affinität bei Schülern und dem Ermöglichen passender Weiterbildungsmöglichkeiten für Berufstätige eine wichtige Rolle zukommt, wird der wahrscheinlich wirkungsvollste aller Ansätze bislang weitgehend vernachlässigt: Kindern in ganz frühen Lebensjahren mit den Grundlagen des Programmierens vertraut zu machen. Genau so, wie sie Sprechen, Lesen und Schreiben erlernen. Faszinierend und wegweisend finde ich daher die Idee programmierbaren Spielzeugs, wie es das US-Startup Play-i auf den Markt bringen möchte. Unser Schwesterblog neuerdings.com beschrieb das derzeit ein Crowdfunding durchführende Vorhaben folgendermaßen: "Das junge Unternehmen Play-i wurde von ehemaligen Mitarbeitern von Google, Frog Design und Apple gegründet. Gemeinsam erschufen sie mit Bo und Yana zwei zuckersüße Maschinchen, die zum Spielen und Erleben programmierbarer Roboter einladen möchten. Mittels einer visuellen Programmierumgebung können Kinder am Tablet oder Smartphone interaktiv und eingebettet in Musik, Geschichten und Animation Aktionen für die Bots erstellen".

Noch ist die pädagogische Effektivität dieses Ansatzes zwar nicht bewiesen, und sicherlich genügen Spielzeugroboter nicht aus, um Sprösslinge im Handumdrehen in künftige Softwareentwickler zu verwandeln. Doch blickt man auf das enorme Lernvermögen der Jüngsten und die Tatsache, dass die Basis für viele spätere Interessen und Talente in den Kindesjahren gelegt wird, erscheint es wie ein massives Versäumnis, mit der Grundlagenvermittlung zur Softwareentwicklung und zum logischen Denken nicht schon ganz früh anzufangen.

Neben den von Play-i geplanten Minirobotern existieren bereits heute einige pädagogisch sinnvolle Tools und Verfahren, um Kindern das Programmieren beizubringen und damit frühzeitig entsprechendes Interesse zu wecken. Ob dies geschieht, hängt maßgeblich von den Eltern sowie Erziehern ab, die entsprechende Impulse geben müssten. Es würde mich aber nicht verwundern, wenn am Ende neugierige Erwachsene genauso viel Spaß an Spielzeugen dieser Art haben wie ihr Nachwuchs.

In der Grundschule lernen Schüler mindestens eine Fremdsprache. Nur wenige von ihnen perfektionieren diese Fähigkeit in späteren Jahren. Doch nahezu alle profitieren im Laufe ihres Lebens von diesem erworbenen Know-how. Kindern das Programmieren beizubringen, dürfte ähnliche Effekte haben. Es würde die Gesellschaft verändern, die Wirtschaft ankurbeln und Erwachsene, die sich das Coden mühselig mit viel Kaffee und während durchgemachter Nächte beigebracht haben, vor Neid erblassen lassen. /mw

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