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12.08.09

Soziale Netzwerke als Distributoren von Medieninhalten

Social Networks und ihre zunehmende Bedeutung für Online-Medienangebote.

(Foto: istockphoto.com)Ein Phänomen, das man bereits seit einer Weile beobachten kann: Mit dem Aufstieg von Social Networks wie Facebook und Mikrobloggingdiensten wie Twitter entsteht eine neue Variante, wie Konsumenten online zu Medieninhalten finden. Statt auf Google und co. zu suchen oder die Startseite des Medienangebots anzusurfen, bekommt man die Inhalte von Freunden empfohlen. Im Grunde ist das die Perfektionierung des Linkversandes via Email. Auf Welt Online gibt es dazu einen guten Artikel:

Um die enorme Wirkung der Netzwerke zu verstehen, hilft eine einfache Frage: Wann fühlen sich Menschen eigentlich gut informiert? Für die meisten trifft in etwa diese Antwort zu: Wenn sie das Gefühl haben, mindestens den gleichen Informationsstand zu haben wie jene Menschen, die ihnen wichtig sind. Früher lasen Kollegen und Freunde in der Regel die gleiche Zeitung oder sahen die gleichen Sendungen. Also war es nötig, diese Medien zu kennen, um mitreden, also im sozialen Netzwerk bestehen zu können.

In den USA gibt es bereits erste Sites, wie etwa die von 'Perez Hilton', die mehr Traffic über Facebook als über Google erhalten. Angesichts des nach wie vor immensen Wachstums von Facebook dürfte hier noch viel passieren. Über diese ersten Anzeichen und die massiven Auswirkungen dieses Trends auf das Web hatte ich im März geschrieben.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass die Verleger rund um Hubert Burda gegen Google, das ihnen eigentlich hilft, vorgehen wollen und die Social Networks, die ihnen ebenfalls zumindest indirekt helfen, noch gar nicht auf dem Schirm haben. In absehbarer Zeit werden aber Twitter, Facebook und Co. die stärkeren Trafficlieferanten sein als Google News und die Google-Suche. Nach Burda-Logik müssten also auch die Social Networks abkassiert werden.

Sollte sie alle die wirre Idee des Leistungsschutzrechts für Medien treffen, könnte es dann für Deutschland vielleicht überall im Social Web so aussehen wie bei der Holtzbrincktochter studiVZ:

Die VZ-Familie macht die geposteten Links im Buschfunk, dem internen Statusfeed, und an anderen Stellen nämlich nach wie vor nicht anklickbar.

(Den Welt-Artikel habe ich natürlich über Twitter gefunden.)

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