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03.07.08

SocialSynapse: Soziale Netzwerke für den Rest von uns

Soziale Netzwerke gibt es wie Sand am Meer, auch die Möglichkeiten eben diese zu erstellen, sind zahlreich. Mit SocialSynapse schickt Tobias Hieb einen weiteren, durchaus vielversprechenden, neuen Ansatz ins Rennen.

Update: Nach mehreren Hinweisen in den Kommentaren und anschließender Recherche haben wir folgende Ergänzungen anzubringen:

1. SocialSynapse ist keine Eigenentwicklung von Tobias Hieb, sondern basiert auf dem us-amerikanischen SocialEngine . Hieb hat von SocialEngine die Vertriebsrechte für den deutschsprachigen Raum unter eigenem Branding erhalten. Das hat Alex Benzer von Webligo , dem Unternehmen hinter SocialEngine, auf Anfrage von netzwertig.com bestätigt.

2. Einige Kommentare weisen außerdem auf frühere Projekte von Tobias Hieb hin. Ein Artikel im Schweizer Tagesanzeiger vom 2.3.2008 erwähnt Hieb im Zusammenhang mit "Abofallen" im Internet. Tobias Hieb selbst schreibt, er sei heute "nicht mehr" im "Abogeschäft" tätig.

3. Beides ändert zwar nichts an unserer grundsätzlichen Beurteilung der Technologie von SocialSynapse, wir bitten aber um Beachtung und entschuldigen uns, dass wir bei der Recherche nicht selbst auf diese Punkte gestoßen sind.

M. Weiß

Update-Ende

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Wenn man sich derzeit denkt, ein eigenes soziales Netzwerk, das wär doch was, dann hat man die Qual der Wahl und muss sich zunächst durch die zahlreichen Möglichkeiten wühlen, mit denen sich ein solches realisieren ließe.

Je nach Beweggründen, vorhanden Ressourcen und Ambitionen, Grad zu dem Daten unter der eigenen Kontrolle stehen sollten, Verwertungsideen und Exitphantasien, könnte man:

  • es vollständig selbst entwickeln oder entwickeln lassen
  • eine existierende Open Source Lösung verwenden oder weiterentwickeln
  • einen Google Open Social Container schreiben und diesen als Ausgangspunkt für Weiterentwicklungen verwenden
  • man einen der zahlreichen gehosteten Baukästen (in Deutschland etwa mixxt, sixgroups oder groops, international ist Ning der Platzhirsch) zum Erstellen von social networks verwenden und gegebenenfalls gegen üblicherweise vernachlässigbare Gebühren das eigene Branding einsetzen
  • usw. usf.

Alle Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile, in der Minimalversion ist man jedenfalls schon ohne Kosten mit dabei, mit etwas Kompetenz im Bereich Webdesign und ein paar Euro im Monat kann man schon eine Lösung basteln, die den wenigsten Usern einen unangenehmen Eindruck vermittelt.

Einen sehr spannenden neuen Ansatz verfolgt Tobias Hieb mit seinem kürzlich gestarteten SocialSynapse

SocialSynapse ist irgendwo in der Mitte zwischen Open-Source-Lösung und den gehosteten Baukastenlösungen angesiedelt. Es ist eine modulare, auf PHP basierende Social-Network Plattform, die man auf seinen eigenen Servern hostet. Es stellt alle grundsätzlichen Features (Profile / User-Management; Freunde sammeln; Mini-Feed; Gruppen usw.) bereit, die man als Basis für eine eigenständige Lösung verwenden oder in einen bestehenden Internetauftritt integrieren kann.

 

SocialSynapse lässt sich dabei optisch beliebig anpassen (man kann etwa Facebook, das Mutterschiff aller SNs, emulieren, siehe den Screenshot von der Demoinstallation Socialbook ) und funktional nach eigenem Gutdünken erweitern.

Besonders interessant ist das Plugin-Modell, mit dem sich socialsynaptische Netzwerke beliebig ergänzen und erweitern lassen. Ähnlich wie bei etwa Wordpress können Entwickler Plugins erstellen, die an Netzwerke angedockt werden können. Aktuelle Beispiele sind das ‘Kontakt- & Freunde Import Plugin’ (scannt Webmail-Accounts und synchronisiert die Kontaktliste), das ‘Punkte für Aktivitäten Plugin’, ein ‘Video-Feeder Plugin’ zum Einbetten von Videos, ein ‘iPhone Plugin’ das das Netzwerk für das iPhone optimiert usw.

Damit gewinnt SocialSynapse nicht nur Vorteile gegenüber den gehosteten Baukastennetzwerken, deren Funktionsumfang zwar oft ausreichend, aber eben auch auf das, was dem Anbieter sinnvoll erscheint, eingeschränkt sind, sondern auch gegenüber den Megainitiativen Facebook Plattform und Open Social, weil diese zwar auch die Anwendungen externer Entwickler zulassen, dabei aber eher eine egoistische Einstellung fördern. Die 30.000 Facebook Apps haben vor allem ein Ziel: von möglichst vielen Usern aktiviert zu werden, aber nicht, die Plattform selbst funktional zu verbessern.

Das Plugin-Modell von SocialSynapse könnte eine andere Logik fördern, weil es nicht nur Anreize zur Entwicklung von autonomen Spass-Anwendungen gibt, sondern auch zur Entwicklung von für die Plattform nützlichen Features, die dann aber auch allen anderen Netzwerken zur Verfügung stehen.

Das Pricing trägt diesem Plattformgedanken Rechnung. Das Basispaket kostet 200 Euro, zusätzliche Module wie Blogs, Gruppen, Events, usw. dann 20 bis 30 Euro.

Ob sich eine florierende Entwicklercommunity formiert, bleibt natürlich abzuwarten und vom Timing kommt SocialSynapse etwas spät, aber der Ansatz ist durchaus vielversprechend.

(via Holy Moly)

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