<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

12.08.13

Smarter Laserentfernungsmesser: Deutsches Valley-Startup Senic setzt auf Präzision

Heimwerkern wie Profis möchte das von Deutschen im kalifornischen Menlo Park gegründete Startup Senic die Arbeit erleichtern. Der smarte Laserentfernungsmesser will mit klassischen Tugenden deutscher Ingenieurskunst punkten.

Ingenieurskunst, Präzision und Hochwertigkeit sind Attribute, die rund um den Globus mit Erfindungen aus Deutschland verbunden werden. Für junge Technologiestartups aus dem Digitalsektor ist die Bezugnahme hierauf ein offensichtlicher Wettbewerbsvorteil. Senic, ein neues, von einer Reihe junger Deutscher im kalifornischen Menlo Park gegründetes Unternehmen, möchte genau hiervon profitieren. Bei dem Produkt von Gründer Tobias Eichenwald und seinen vier Co-Foundern bietet sich dies auch zweifellos an: Senic entwickelt einen smarten Laserentfernungsmesser, der per Bluetooth mit dem iPhone beziehungsweise Android-Smartphone und der Senic-App verbunden wird und Heimwerkern, Architekten und anderen Profis viel Arbeit bei der Messung und Planung abnehmen soll. Idee trifft auf gute Resonanz

Gründer Tobias Eichenwald kennt sich aus mit der Materie: Seine Familie ist seit über 20 Jahren in der Messtechnik tätig. Für den Saarländer war schon länger klar, dass herkömmliche Laserentfernungsmesser viel Potenzial ungenutzt lassen. Zusammen mit einigen Freunden kam ihm der Einfall, diesen Missstand selbst zu beheben. Weil aber vom ersten Tag an auch der US-Markt im Fokus stehen sollte, entschlossen sich die ambitionierten Entrepreneure, Senic gleich im Silicon Valley anzusiedeln. Dort traf das Startup sofort auf großes Interesse in der Techcommunity. Mittlerweile wird es nicht nur vom durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten German Silicon Valley Accelerator unterstützt, sondern konnte auch einen der begehrten Plätze im Y Combinator Inkubatorenprogramm ergattern. Durch die Partizipation sind Senic 100.000 Dollar Seed Funding, hochkarätiges Mentoring und der Zugang zu einem Premium-Netzwerk an Silicon-Valley-Investoren sicher. Nur wenige deutsche Gründerteams sind bisher von Y Combinator ausgewählt worden, darunter der jüngst gestartete Foto-Dienst Loom.

Fokus Genauigkeit, ohne bieder zu wirken

SenicSeit Freitag nimmt Senic Vorbestellungen für seinen intelligenten Entfernungsmesser zum Startpreis von 99 Dollar entgegen, im November sollen die ersten, mit diversen Sensoren ausgestatteten Bluetooth-Gadgets verschickt werden. Die Produktion erfolgt in China, Eichenwald betont aber, dass in dem Entfernungsmesser eine deutsche Laserdiode arbeitet. Überhaupt bleiben die Macher mit ihrer Herkunft nicht hinterm Berg, auch im Werbevideo kommt sie zur Sprache. "Genauigkeit steht an erster Stelle", unterstreicht Eichenwald die Prämisse. Gleichzeitig verzichten er und seine Mitstreiter aber auf eine dabei womöglich zu erwartende biedere Produktpräsentation sondern zeigen sich trendig und mit dem ästhetischen Feinschliff, den man von typischen kalifornischen Startups kennt.

Entwicklerschnittstelle

Selbst wenn Laserentfernungsmesser sich nicht unbedingt in jedem Haushalt wiederfinden müssen, glaubt das Senic-Team an ein großes Marktpotenzial - auch weil gleich sowohl die USA als auch Europa als initiale Schwerpunktmärkte auserkoren wurden. Geplant ist zudem eine Entwicklerschnittstelle, mit der externe Dienste und Hardware mit dem Senic-Messgerät kompatibel gemacht werden sollen. Tobias Eichenwald tippte im Gespräch auf seine Pebble-Smartwatch, die - als Beispiel - mit minimalen Aufwand Senic-fähig zu machen sei.

Das Hauptquartier von Senic wird in der Region rund um San Francisco bleiben, so die Pläne. Neben einer Niederlassung in China ist auch ein Büro im Saarland vorgesehen. Dort sei nicht nur die Heimat der Gründer, sondern es gebe auch Hochschulen mit zum Thema Messtechnik passenden Studiengängen und damit entsprechend qualifizierte Mitarbeiter, erklärt Eichenwald.

Derzeit arbeitet Senic am Abschluss einer größeren Finanzierungsrunde. Besonders schwer dürfte dies dem Startup angesichts seiner überzeugenden Produktidee und dem bereits aufgebauten Netzwerk nicht fallen. /mw

Link: Senic

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer