<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

06.11.13

Smarte Geräte: 13 deutsche Tech-Startups, die sich vor Hardware nicht scheuen

Die Zeiten, in denen deutsche Startups einen Bogen um Hardware machten, sind vorbei: Immer mehr hiesige Jungfirmen tüfteln an smarten Geräten.

HardwareEs scheint, als wird unsere Hoffnung Wirklichkeit: Die Zahl deutscher Startups, die sich an der Schnittstelle von Internet und Hardware postieren, wächst deutlich. Noch vor zwei Jahren werkelte nahezu jedes hiesige Jungunternehmen mit Onlineaffinität an reinen Softwarelösungen. Doch dank neuer Finanzierungsformen (Stichwort Crowdfunding), gesunkener Fertigungskosten und einer gestiegenen Experimentierfreudigkeit von Konsumenten wandelt sich dies. Während die hiesige Netzwirtschaft seit fünfzehn Jahren vergeblich versucht, auf internationaler Bühne eine ernstzunehmende Rolle einzunehmen, sind die Claims im Segment von "Smart Devices", also internetfähiger Geräte aller Art, bisher weitaus weniger klar abgesteckt. Gleichzeitig ergeben sich hier aus der deutschen Rechtslage im weltweiten Vergleich weniger Hürden für Jungfirmen, als dies bei vielen auf die Vernetzung von Anwendern ausgelegten Onlineplattformen der Fall ist.

Mittlerweile zählen wir mindestens 13 deutsche Anbieter von smarten Geräten, viele davon noch mitten in der Launchphase. Und das ist mit Sicherheit nur die Spitze des Eisbergs. Hier sind die Akteure, die Deutschlands bevorstehende Hardware-Revolution tatkräfitig vorantreiben: Airfy

AirfyAus München kommt mit Airfy ein neuer Akteur im Bereich gemeinsam genutzter Drahtlosnetze. Im Fokus steht ein neues, sicheres Zugangsverfahren für WLANs sowie ein spezieller, von Airfy in Zukunft angebotener WLAN-Router. Das Ziel von Gründer Steffen Siewert ist es, an jedem Ort kostenfreies und sicheres WLAN anzubieten und dafür Privatpersonen sowie Unternehmen einzuspannen, die ihre Internetverbindungen teilen. Im Gegenzug winkt Gratis-Webzugang bei allen Airfy-Hotspots sowie - für Geschäfte und Gastronomen - die Möglichkeit, Kunden an sich zu binden, mit ihnen zu interagieren oder sie gar per WLAN mobil bezahlen zu lassen. Airfy ist damit eine Art Fon mit Anreizen auch für Gewerbetreibende und Unternehmen.

Changers

changersIm Gegensatz zu den meisten in dieser Zusammenstellung erwähnten Angeboten hat Changers bereits einige Jahre auf dem Buckel. Das Startup Blacksquared bietet unter der Marke ein Solarmodul, mit dessen Hilfe Nutzer den Strom für ihre mobilen Geräte selbst erzeugen können. Eine dazugehörige Community soll Changer-Besitzer dazu animieren, sich gegenseitig mit der Menge erzeugter Elektrizität zu überbieten und damit einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt zu leisten. 2012 stand das Unternehmen hinter der faszinierenden Idee kurz vor der Insolvenz, konnte aber in letzter Minute gerettet werden.

controme

contromecontrome hat seinen Sitz im bayerischen Traunstein und begann 2010 mit der Entwicklung seines "heizManager"-Systems, das als "intelligenteste Raum­tem­pe­ra­tur­re­ge­lung auf dem Markt" anpriesen wird. Das Produkt besteht aus einer "Gateway"-Hardware, die im Heiz­kreis­ver­tei­ler oder im Elek­tro­ver­tei­ler installiert wird, und einer App zur Steuerung.

Homee

HomeeDas Startup Codeatelier aus dem württembergischen Burgstetten hat mit Homee ein modulares Baukastensystem entwickelt, welches die Steuerung von "smarten Geräten" in Haushalten und Büros erlaubt. Per Rechner, Smartphone und Tablet können die mit Homee verknüpften Apparaturen, etwa Steckdosen, Bewegungsmelder und Schalter, aus der Ferne kontrolliert werden. Anders als einige andere der in diesem Beitrag erwähnten Startup-Produkte ist Homee bereits verfügbar.

KISI

KISI Das im vergangenen Jahr gegründete Münchner Unternehmen KISI will Smartphones in Schlüssel verwandeln und damit privaten Anwendern und Geschäftskunden, die eine große Zahl an Schlüsseln verwalten, den Alltag vereinfachen und Geld sparen helfen. Für die Nutzung von KISI ist die einmalige Verbindung eines Hardware-Kits mit dem bestehenden Schließsystem oder einer Gegensprechanlage erforderlich. Anschließend können virtuelle Schlüssel an zutrittsberechtigte Personen verteilt werden. Derzeit wird das Produkt in München und New York im Rahmen eines Pilotprojekts getestet.

Kiwi.ki

Kiwi.kiNoch blutjung ist das Berliner Unternehmen Kiwi.ki, das sich jüngst auf TechCrunchs Disrupt-Konferenz der Öffentlichkeit präsentierte und in ähnlichen Gewässern fischt wie KISI. Bei dem Produkt der Hauptstädter handelt es sich um ein schlüsselloses, RFID-basiertes Zugangssystem für Hauseingänge. So wie sich Autos seit langem per Knopfdruck aus einigen Metern Entfernung entriegeln lassen, sollen bald auch Gebäude von Bewohnern, Büroangestellten und anderen Befugten, etwa Briefträgern, geöffnet werden können.

Lock8

Lock8Auch das in Berlin und London beheimatete Unternehmen Lock8 stellte sich den Besuchern von TechCrunch Disrupt Europe vor - und gewann mit seinem smarten Fahrradschloss den Startup-Wettbewerb. Anstatt mit einem Schlüssel wird es mittels einer App geöffnet. Zudem integriert es ein Alarmsystem und erlaubt jederzeit eine GPS-Ortung, falls ein Drahtesel doch einmal abhanden kommt. Ganz im Sinne des trendigen kollaborativen Konsums lassen sich Fahrräder mit Lock8 auch recht bequem mit Freunden gemeinsam nutzen.

Lockbox

LockboxLockbox, ein weiteres Startup aus Berlin, werkelt an einem zum Patent angemeldeten System, das die Lieferung von Online erworbenen Produkten in Abwesenheit der Empfänger vereinfachen soll. Dabei wird eine zur Zwischenablage der Ware vorgesehene Box so mit der Haustür verbunden, dass die Lieferung nur durch die Öffnung der Tür entnommen werden kann. Mit dieser Lösung wollen die Hauptstädter E-Commerce-Anbieter, Lieferdienste sowie Konsumenten von der Sorge befreien, dass ungesichert vor der Tür platzierte Pakete von Fremden entwendet werden.

Protonet

ProtonetProtonet mit Sitz in Hamburg vertreibt den seit kurzem erhältlichen "einfachsten Server der Welt". Ein stilvoller kleiner Kasten soll Unternehmen von der umständlichen und komplizierten Administration eigener IT-Systeme entbinden und verspricht Komfort wie bei einer Cloudlösung. Eine Version für Privatanwender ist geplant.

Rockethome

Rockethome Wie Homee hat sich Rockethome dem antizipierten Wachstumsmarkt der intelligenten Haushalte verschrieben. Die Kölner bieten die notwendige Hardware und Software, um in Räumen, Wohnungen und Büros durch intelligentes Energiemanagement mehr Energieffizienz zu erreichen. Gegründet im Jahr 2010, konnte sich das Startup gerade über eine siebenstellige Finanzierungsrunde freuen. Anders als Homee richtet sich Rockethome allerdings nicht direkt an Endkunden, sondern bietet seine Lösungen Energieversorgern, Service-Providern, Immobiliengesellschaften sowie Tourismusbetrieben an.

Secucloud

SecucloudSecucloud aus Hamburg enwickelt einen WLAN-Router, der den bei der Internetnutzung anfallenden Datenverkehr von Privatanwendern und kleinen Firmen durch ein cloudbasiertes Securitysystem routet. Dieses identifiziert und blockiert dabei auftretende Risiken und soll Usern ein High-End-Sicherheitsniveau bieten, von dem sonst nur Großkonzerne profitieren können.

Tado

TadoDas Münchner Startup Tado brachte 2012 seinen intelligenten Heizungsmesser auf den Markt. Das Gerät, das von der Grundidee dem US-Vorbild Nest ähnelt, soll die Heizkosten in Wohnungen und Büroräumen durch eine smarte, automatisierte und per Smartphone-App steuerbare Wärmeregulierung deutlich senken. Aktuell feilen die Bayern, deren Produkt bislang vorrangig im deutschsprachigen Markt angeboten wird, an der Etablierung in Großbritannien.

Ubitricity

Das Berliner Startup Ubitricity verwandelt Straßenlaternen in Ladestationen für Elektroautos. Das Unternehmen stellt dazu ein spezielles, "intelligentes" Ladekabel bereit, das Besitzer von Elektrofahrzeugen mit sich führen, und über das der von ihnen in Anspruch genommenen Strom abgerechnet wird. Für eine halbe Million Euro will Ubitricity in der Heimatstadt Berlin bis zu 1000 Laternen mit dem Service kompatibel machen - grünes Licht vom Senat hat es. Der Marktstart ist für 2014 geplant. /mw

(Foto: Tech tests electronic equipment in service center, Shutterstock)

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer