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08.08.14

Shortwhale: Wuala-Gründer Dominik Grolimund will zu mehr E-Mail-Disziplin anregen

Es klingt trivial, scheint aber zu funktionieren: Mit einer Profil-Seite, die über persönliche E-Mail-Regeln aufklärt und ein strukturiertes Kontaktformular beinhaltet, wollen Wuala-Gründer Dominik Grolimund und der Verhaltensforscher Dan Ariely Nutzer von der E-Mail-Flut befreien.

ShortwhaleZahlreiche vielbeschäftigte Menschen klagen über zu viele, zu lange und zu unkonkrete E-Mails. Auch Dan Ariely, bekannter Professor für Psychologie und Verhaltensökonomik an der US-amerikanischen Duke University, litt unter der Überlastung durch E-Mails. Auf dieses Thema kam er zu sprechen, als er sich mit Dominik Grolimund, einst Gründer des Speicherdienstes Wuala sowie der Social-Recruiting-Plattform Silp, zum Frühstück traf. Beide ließ die Frage, wie man E-Mail besser machen kann, nicht mehr los. Das Endresultat dieses spontanen Brainstormings heißt Shortwhale. Der Service, den Grolimund im engen Austausch mit Ariely geschaffen hat, basiert auf der Philosophie, dass sich das E-Mail-Problem am besten dann lösen lässt, wenn Absender der Nachrichten in ihrer Kommunikation reflektierter, kompakter und konkreter werden. Shortwhale bietet Nutzern deshalb eine strukturierte Online-Profileseite mit der URL shortwhale.com/benutzername (zum Beispiel shortwhale.com/danariely), auf der sie Absender von Mails in Stichpunktform über ihre E-Mail-Präferenzen in Kenntnis setzen.

Außerdem bringt Shortwhale ein E-Mail-Formular mit, in das Personen direkt ihr Anliegen eintragen können. Das Formular beinhaltet Felder zur Eingabe aller wichtigen Informationen und bittet User auch um die Angabe, ob und bis wann eine Antwort benötigt wird. Die so generierten E-Mails können User sich dann an eine beliebige E-Mail-Adresse schicken lassen.

Grolimund berichtet, dass der Einsatz von Shortwhale bei Ariely für eine reduzierte Zahl sowie allgemein "bessere" E-Mails gesorgt hat, die der im Netz bekannte Verhaltensforscher schneller beantworten kann.

Das Duo hat mit dem denkbar simplen Angebot, das jeder Hobby-Webdesigner mit relativ wenig Aufwand selbst nachbauen könnte, nicht etwa den Anspruch, E-Mail zu revolutionieren. Stattdessen zielen sie darauf ab, ein simples Werkzeug anzubieten, das regelmäßig mit Mails bombardierte Personen auf ihren Onlineprofilen, in Signaturen oder in Autorespondern verlinken können, um so Absender um Kürze, Disziplin und Genauigkeit zu bitten.

Ich verlinke Shortwhale seit kurzem in meiner Signatur - wo ich mir allerdings noch nicht sicher bin, ob das etwas bringt. Denn diese Signatur kriegt ja nur zu Gesicht, wer von MIR E-Mails erhält. Bewährt hat sich das Tool aber als Link auf meinem privaten Blog. Dort fungiert der Verweis zu meinem Shortwhale-Profil als primärer Kontaktweg. Zwar hält sich die Zahl der Nachrichten, die ich dort bekomme, in Grenzen - doch es funktioniert wie es soll.

“Monetarisierung ist kein Thema”, betont Grolimund. Shortwhale sei ein Nebenprojekt. Man darf gespannt sein, ob der Schweizer bei dieser Aussage bleibt, sollte der Dienst auf positive Resonanz stoßen. Auch wenn er in der aktuellen Form ziemlich trivial ist, gäbe es durchaus Ausbaupotenzial. Kurz-URLs und in externe Websites einbettbare Kontaktformulare fallen mir auf Anhieb ein.

Aktuell ist ein Twitter-Konto Voraussetzung, um sich bei Shortwhale registrieren zu können. /mw

Link: Shortwhale

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