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03.12.13

SEPA-Umstellung: Wichtige Fakten und Gefahren für Unternehmer und Selbstständige

wwwebmeister - Fotolia.com

Am 1. Februar 2014 ist es soweit: In 33 europäischen Ländern ändern sich nationale Zahlungsmodalitäten im Zuge der SEPA-Umstellung. Diese verpflichtende Neuerung löst bei Privatleuten, Selbstständigen und Unternehmen teilweise Unsicherheit aus. Was müssen sie über die Umstellung unbedingt wissen? Gibt es außerdem Betrüger, die die Unsicherheit der Menschen bei den Änderungen ausnutzt?

Was Unternehmer und Selbstständige wissen sollten

Schon jetzt ist eine wichtige Änderung auf Kontoauszügen und Kredit- oder Kontokarten sichtbar. Denn die deutschen Kontonummern und Bankleitzahlen (BLZ) werden ab 1.2.2014 durch eine weltweit verwendbare Zeichenkombination ersetzt. Es handelt sich um den IBAN (International Bank Account Number). Er beginnt immer mit einer nationalen Kennung, dies ist beispielsweise DE für Deutschland oder AT für Österreich. Dann folgt eine zweistellige Prüfziffer nach ISO 7064. Die BLZ ist als drittes Element integriert, beendet wird der IBAN mit der Kontonummer. Normalerweise enthält dieser Code 22 Stellen. Übergangsweise gilt noch eine weitere neue Chiffre, der BIC, eine Abkürzung für Bank Identifier Code, umgangssprachlich auch SWIFT-Code genannt. Er besitzt 8 bis 11 Stellen, die einen Bankcode, ebenfalls einen Ländercode, eine Ortsangabe (zwei Stellen) und optional eine dreistellige Filialkennung beinhalten. Der BIC wird ab Februar 2014 aber nur noch für Zahlungen ins Ausland verwendet. Bis 2016 soll er verschwinden. Im Zuge der Vereinheitlichungen wird auch das in Deutschland übliche Datenträgeraustauschverfahren (DTAUS), ein Format für den elektronischen Zahlungsverkehr, durch die weltweit einsetzbare Finanzsprache XML (Extensible Markup Language) ersetzt.

Video „SEPA-Umstellung: Das ist zu tun.“

Lastschriften und Überweisungen

Zahlreiche weitere Details betreffen vor allem Lastschriften und Überweisungen. Die SEPA-Basislastschrift (SEPA Core Direct Debit) enthält zahlreiche bereits bekannte Elemente des Einzugsermächtigungsverfahrens, welches bisher in Deutschland üblich war. Die SEPA-Firmenlastschrift (SEPA Business to Business Direct Debit) ist dem Abbuchungsauftragsverfahren ähnlich und auf die Bedürfnisse von Geschäftskunden zugeschnitten. Der Zahler erteilt für die SEPA-Lastschrift eine rechtliche Zustimmung. Dies ist das Mandat. Ihm muss im Gegenzug zwei Wochen vorher das Fälligkeitsdatum in der sogenannten Pre-Notification mitgeteilt werden. Um eine Lastschrift einzureichen, müssen Selbstständige und Unternehmer die 18stellige Gläubiger-ID (Creditor Identifier = CI) bei der Deutschen Bundesbank beantragen. Auf Lastschriften muss auch die Mandatsreferenz (früher Rechnungsnummer) angegeben werden. Letztere ermöglichen dem Zahler die Identifikation der Zahlung auf seinen Kontoauszügen oder Online-Accounts.

Es ist für Selbstständige und Firmen wichtig, intern und extern möglichst bald mit den Vorbereitungen auf die SEPA-Umstellung zu beginnen. Alle Verantwortlichen und Mitarbeiter sollten offene Fragen mithilfe von Schulungen klären oder sich direkt auf detaillierten Infoseiten zur SEPA-Umstellung ausreichend informieren. Briefbögen, Rechnungen und sonstige Vordrucke und Formulare sollten mit der neuen IBAN versehen werden. Das Wissen um die Details der Neuerungen hat größte Bedeutung für Gewerbetreibende aller Art.

Vorsicht vor betrügerischen SEPA E-Mails

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In letzter Zeit tauchen immer wieder kriminelle Aktivitäten im Zusammenhang mit der SEPA-Umstellung auf. So warnt der Bundesverband deutscher Banken (BDB) davor, dass Betrüger versuchen, mit Phishing-Mails Konten von Bankkunden zu leeren. Dies dürfte umso wahrscheinlicher sein, wenn diese hohe Beträge beinhalten und großer Traffic dort zu verzeichnen ist, wie es bei vielen Unternehmen und Selbstständigen der Fall ist. Meist wird in diesen Phishing-Mails dazu aufgefordert, binnen einer bestimmten Frist seine Kontodaten für eine Überprüfung zu bestätigen. Es wird versucht, den Empfänger der Nachricht auf gefälschte Online-Banking-Seiten zu locken.

Wie bei herkömmlichen Attacken durch Spam-Mails soll so die Preisgabe von Geheimzahlen und Transaktionsnummern (PINs, TANs) erreicht werden. Eine andere Betrugsmöglichkeit stellt die Übertragung von Viren oder Trojanern auf Computer dar, die durch solche Mails angestrebt wird. So sollen Daten ausgespäht werden, was gerade bei größeren Unternehmen verheerend sein könnte. Im Zweifel sollten Mailempfänger niemals angebotenen Links folgen oder Dateianhänge öffnen. Es bleibt festzuhalten, dass Banken NIEMALS ihre Kunden zur Offenlegung ihrer Daten auffordern. Informationen über SEPA oder die IBAN kommen mit der Post oder sind auf dem Kontoauszug ersichtlich.

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