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06.03.17

Digitalisierung

Schuhe 4.0: Neue Produktionswege mit 3D-Scanner & 3D-Drucker

Jürgen Kroder

Maßgeschneiderte Schuhe können dank moderner Techniken einfacher und schneller produziert werden. Ein deutsches Start-up will bei der Digitalisierung der Schuhproduktion mitmischen.


Qualitätssicherung bei der digitalisierten Schuhproduktion (Bild: Die Schuhleister)

Schuhproduktion mit 3D-Scanner und 3D-Printer: Ein Zukunftsmarkt?!

Kann mein Geschäftsmodell überhaupt digitalisiert werden? Lohnt sich das? Diese und ähnliche Fragen stellen sich gerade viele Unternehmer, da sie vom Digitalen Wandel angetrieben werden. Ob eine Digitalisierung Sinn macht oder nicht, das muss jede Firma für sich entscheiden.

Klar ist aber: Dank moderner Technologien gibt es viele Möglichkeiten, von denen man bisher nur träumen könnte. Auch klassische Gewerbe profitieren davon – zum Beispiel die Schuhproduktion. Das zeigt das deutsche Unternehmen Die Schuhleister, welches innovative Lösungen für Start-ups wie auch für große Schuh-Produzenten anbietet.

Das Konzept von Die Schuhleister

Um maßgeschneiderte Schuhe produzieren zu können, werden genaue Maße der Kunden-Füße benötigt. Das Abmessen wie auch das Anfertigen eines 3D-Modells der Füße sind nach den traditionellen Methoden ein aufwändiger Prozess. Mit der Idee von Die Schuhleister soll dieser vereinfacht und beschleunigt werden. Wie? Mit 3D-Scannern, die aus vier Lasern und acht Kameras bestehen, werden die Füße der Kunden gescannt. Das dauert weniger als zwei Minuten. Mit den Daten druckt ein 3D-Drucker eine Vorlage, mit der dann in Portugal und Ungarn von Hand ganz individuelle Schuhe gefertigt werden.

Durch die Digitalisierung einzelner Schritte ist der ganze Produktionsprozess doppelt so schnell wie auf herkömmliche Weise. Zudem lassen sich daraus recht einfach Zusatzgeschäfte generieren. Da Die Schuhleister die Kundendaten speichert, ist das Nachbestellen von neuen Schuhen kein Problem. Zudem ist es den Schuhleister-Partnern möglich, dem Kunden auf ihn angepasste Schuheinlagen oder ähnliche Produkte anzubieten.


So sieht ein digitalisierter Prozess von handgfertigten Schuhen aus (Bild: Die Schuhleister)

Mit Crowdfunding in die Zukunft

Damit das deutsche Unternehmen sein Konzept weiter ausbauen kann, benötigt es Geld. Das sammelte es im Januar und Februar 2017 unter anderem über Crowdfunding ein. Auf Kickstarter.com konnten Interessierte das Projekt finanziell unterstützen. Das gelang: Der Zielbetrag von 10.000 Euro wurde um fast 3.000 Euro überschritten.

Als Dank erhalten alle, die mehr als 110 Euro gaben, individuell gefertigte Schuhe - selbstverständlich nach dem neuen 3D-Prinzip. Die Auslieferung der Lederschuhe soll im April erfolgen.

Schuhe aus dem 3D-Drucker: keine neue Idee


3D-Scan eines Fußes (Bild: Die Schuhleister)

Dass die Produktion von Schuhen durch neue Technologien revolutioniert werden kann, hat nicht nur Die Schuhleister erkannt. Kleine wie auch große Unternehmen arbeiten schon seit einiger Zeit an Schuhen aus dem 3D-Drucker.

Adidas hatte im Herbst 2015 mit dem Modell Futurecraft einen personalisierten, im 3D-Druck gefertigten Schuh-Prototypen vorgestellt; New Balance verkaufte im Frühjahr 2016 seinen ersten Laufschuh aus dem 3D-Printer, und die Athletin Allyson Felix trat bei den Olympischen Spielen in Rio mit einem gedruckten Nike-Laufschuh an.

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