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27.02.09

Schau an, Telekom: Videoload bekommt Gratisecke

Die Telekom will an digitalen Inhalten verdienen, nicht nur die Leitungen bereitstellen: Auf Videoload gibt's jetzt auch kostenlose, werbefinanzierte Videos – aber nur für Windows-Nutzer.

BBC-Serie von der Telekom: Gratisecke im Netz (Screenshot)

Filme kommen künftig nicht mehr auf silbrigen Scheiben – sondern über das Internet: "Multimedia flutet Telekomnetze" , schreibt die Financial Times Deutschland dazu und ein anonymer Insider warnt, das Festnetz laufe schon an seiner Lastgrenze. Mehrere Milliarden müsste die Telekom langfristig in die Infrastruktur investieren, um Haushalte mit hochauflösendem Digital-TV zu versorgen. Längst will die Telekom nicht nur Leitungen bereitstellen, sondern auch an den digitalen Inhalten mitverdienen, schnürt Pakete aus Telefon-, Internet- und digitalem Fernsehprogramm. Neueste Idee: Eine Gratisecke beim Video-on-demand-Dienst Videoload.

Auf Videoload bietet die Telekom Serien und Filme gegen eine Gebühr auf Abruf an. Für vier Euro kann man zum Beispiel den Film "Prinz Kaspian von Narnia" für 24 Stunden mieten – eine virtuelle Videothek, statt DVDs werden Datenströme geliehen. Seit Freitag gibt es nun auch eine Gratisecke, auf der mehr als 600 Videos kostenlos abgerufen werden können. Darunter die übliche B-Ware, ein Mix aus Bikini-Fotoshootings, Extremsport und abgelegten Filmen, wie er ähnlich auf Joost zu sehen ist. Aber auch BBC-Serien wie "Little Britain" und "Doctor Who" oder das schräg-kultige DMAX-Format "Die Ludolfs – 4 Brüder auf'm Schrottplatz" sind darunter. Laufend soll das kostenlose Angebot erweitert werden.

Das werbefinanzierte Angebot soll natürlich kostenpflichtige Angebote der Telekom bewerben, die Download-Videothek und schnelle DSL-Verbindungen – aber wer weiß, vielleicht lässt sich trotz niedriger Online-Werbeerlöse und Wirtschaftskrise am Ende noch der ein oder andere Euro mit der kostenlos angebotenen Altware verdienen?

Vorerst gibt es Videoload allerdings nur für Windows-Nutzer. Schuld ist natürlich das digitale Rechte-Management, das bislang nur auf Windows-Rechnern funktioniert. Macs müssen draußen bleiben, ebenso Googles Browser Chrome oder Opera. Eine Version des Dienstes für Apple-Nutzer ist noch nicht einmal in Planung. Über einen Umweg sollte es dann aber doch funktionieren: Mit entsprechender Software kann man Windows auch auf Macs installieren oder wenigstens so tun, als ob man Windows nutzen würde.

Links:

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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