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25.11.10

Pulse und Reeder: Zwei Gründe, das iPad zu lieben

Webinhalte auf dem iPad zu lesen, macht Spaß. Besonders mit den richtigen Applikationen. Pulse und Reeder sollte man nicht verpassen.

 

Das iPad ist ein hervorragendes Medienkonsumgerät, was Webinhalte betrifft (solange sie nicht in Flash bereitgestellt werden). Wer das Apple-Tablet besitzt, wird wissen, wovon ich spreche. Speziell RSS-Feeds wird mit dem Touch-Computer neues Leben und vor allem die bisher fehlende Portion Sexyness eingehaucht - sofern man die richtige Applikation verwendet.

Ich habe zwar nicht alle verfügbaren RSS-Apps ausprobiert, aber es scheint im Web einen Konsens darüber zu geben, dass Reeder, eine Applikation des Schweizers Silvio Rizzi, die mit Abstand besten Anwendung ist, um beliebig viele RSS-Feeds auf dem Apple-Tablet zu genießen. Tatsächlich macht Reeder aus dem sonst so routinierten, fast schon mechanischen Scannen der abonnierten Feeds einen echten Genuss. Ich nutze die App seit einigen Monaten und kann mir ein Onlineleben ohne diese (ebensowenig wie ohne das iPad) kaum noch vorstellen.

ReederNeben Reeder hat in letzter Zeit noch ein zweiter Newsreader für das iPad für Furore gesorgt: Pulse. Da ich jedoch vollkommen zufrieden mit meiner Entscheidung war und Reeder eigentlich keine Wünsche offen ließ, hatte ich bisher wenig Anreiz, die wie Reeder kostenpflichtige App zu erwerben.

PulseSeit einigen Tagen jedoch gibt es Pulse gratis für sämtliche verfügbaren Plattformen (iPad, iPhone und Android). Da Reeder seit der Installation der neuesten iOS-Version für das iPad bei mir ohnehin gelegentlich abstürzt, habe ich Pulse heute früh installiert und ausprobiert.

Zweifelsohne ist auch Pulse eine beeindruckende Anwendung, die mir das Gefühl gibt, dass die Evolution des Computers mit dem Tablet in die richtige Richtung geht. Im Gegensatz zu Reeder wirkt die Benutzeroberfläche von Pulse noch deutlich polierter und moderner, setzt dabei aber auf ähnliche Fingergesten, um durch die abonnierten Websites sowie Artikel zu navigieren.

Rein optisch erinnert mich Pulse ein wenig an Flipboard, eine weitere Applikation zum bequemen Nachrichtenkonsum auf dem Tablet, die sich allerdings von den zwei hier genannten Apps dadurch unterscheidet, dass sie ausschließlich auf Twitter- und Facebook-Feeds basiert. Angesichts der Tatsache, dass mittlerweile fast alle Nachrichtensites und Blogs ihre Inhalte bei Twitter verbreiten, ist diese Differenzierung womöglich nur noch formeller Natur, aber ich halte sie an dieser Stelle dennoch aufrecht.

Der wichtigste Unterschied zwischen Reeder und Pulse liegt darin, dass Reeder die RSS-Abos aus dem Google Reader übernimmt. Ein manuelles Hinzufügen von Feeds ist nicht möglich. Wer also durch das iPad Lust bekommen hat, einige Feeds zu abonnieren und diese effiziente und bequeme Art des Informationsbezugs auszuprobieren, müsste sich zuerst im Google Reader einrichten und dort einige Feeds eintragen. Im Gegenzug kennt der Reeder keine (mir bewussten) Grenzen, was die Anzahl an darstellbaren RSS-Feeds betrifft, übernimmt problemlos Ordner und beherrscht auch sonst alle wichtigen Funktionen eines vollwertigen RSS-Readers.

Pulse ist hier etwas minimalistischer. Maximal 60 Quellen können abonniert werden. Dafür wird aber kein Konto beim Google Reader benötigt. Stattdessen kann man direkt aus der Applikation heraus die Websites und Blogs wählen, deren Inhalte man im Pulse-Reader angezeigt bekommen möchte. User haben die Möglichkeit, von Pulse empfohlene Quellen oder Contentsites aus einem in Themenbereichen unterteilten Katalog auszuwählen. Auch können beliebige Websites (sofern sie einen RSS-Feed bereitstellen) und Twitter-Streams einzelner Benutzer abonniert werden.

Wer doch Google Reader verwendet, darf sich auch aus den dort gefolgten Feeds bedienen und einige davon bei Pulse importieren (allerdings ohne Synchronisation). Zu guter letzt erlaubt eine Intergration mit Bump auch das Transferieren von Feeds von einem anderen Gerät, auf dem Pulse installiert ist.

In Hinblick auf das, was man mit den einzelnen Quellen anstellen kann, beschränkt sich Pulse auf das Wesentliche: Einzelne Beiträge werden je nach Quelle vollständig oder nur mit einem Textanriss dargestellt, die Originalseite kann dann mit einem Klick angesteuert werden. Artikel lassen sich favorisieren, per Twitter, Facebook oder E-Mail weiterempfehlen oder an Instapaper schicken. Eine Option, die berücksichtigt, ob ein Beitrag schon gelesen wurde oder nicht, sowie eine Indikation der Zahl gelesener Elemente existiert nicht.

Fazit

Reeder eignet sich für passionierte RSS-Fans, die eine große Zahl von Websites und Blogs im Google Reader abonniert haben, ihre Feeds sehr regelmäßig und von verschiedenen Geräten aus lesen und die kein Problem damit haben, ein paar Euro für einen hervorragenden RSS-Reader auszugeben.

Pulse ist perfekt für alle RSS-Einsteiger sowie diejenigen, die sich damit begnügen, einige Dutzend ihrer Lieblingsquellen über eine extrem ansehnliche Oberfläche zu verfolgen, ohne dabei unbedingt die Kontrolle darüber behalten zu müssen, was bereits gelesen wurde und was nicht, und ohne die Feeds über verschiedene Geräte synchronisieren zu wollen.

Reeder und Pulse sind zwei Gründe, das iPad zu lieben. Flipboard ist ein weiterer. Wer ein Apple-Tablet besitzt und keine der drei Apps installiert hat, sollte schon eine gute Ausrede parat haben.

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