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08.02.13

Post-PC-Ära: Wieso Tablets für Konsumenten so attraktiv sind

Am Stellenwert von Tablets zweifelt niemand mehr. Mittlerweile dreht sich alles um die Frage, wie schnell sie bei Privatanwendern das Notebook verdrängen.

Ich bin ein bekennender Anhänger der Theorie, dass Tablets ( oder Phablets ) im Freizeitsegment sukzessive Notebooks ablösen und ganz verdrängen. Nur im Job und für Tätigkeiten, die übermäßiges Schreiben oder ressourcenintensive Prozesse notwendig machen, sehe ich bis auf Weiteres noch herkömmliche Rechner dominieren. In diesen Fällen reichen Tablets im aktuellen Stadium einfach noch nicht aus, wie auch ein Selbstversuch zeigte. Doch für den Großteil der Heimanwender wird sich der Kauf von Notebooks künftig erübrigen, glaube ich. Die Verkaufszahlen für Tablets könnten besser kaum sein: Bereits ein Viertel aller US-Amerikaner und Schweizer nennen ein Tablet ihr Eigen. In Deutschland sind 12 Prozent Tablet-Besitzer. Mittlerweile macht der Tablet-Markt einen Drittel des PC-Markts aus. Auch wenn in vielen Haushalten während einer Übergangsphase Tablets und Notebooks parallel zum Einsatz kommen, werden klassische Rechner mit zunehmender Leistungsfähigkeit der Tabet-PCs zu potenziellen Staubfängern.

Doch nicht jeder teilt diese Meinung. Mein Kollege Jürgen Vielmeier publizerte gestern bei unserem Schwesterblog neuerdings.com eine Art Plädoyer für Notebooks. Kernbotschaft: "Notebooks sind beliebter als ihr Ruf und wir können noch lange nicht auf sie verzichten". Während er keineswegs die künftige Bedeutung von Tablets für den PC-Markt anzweifelt, fragt er, was so schlimm an Laptops sei, dass man sie unbedingt loswerden müsse. Jürgen sympathisiert mit dem Konzept, verschiedene Geräte für verschiedene Lebenslagen zu verwenden, und er sieht das erstarkende Interesse der Hersteller an Chromebooks als Beleg für seine These, dass Laptops uns noch lange begleiten werden. Ich glaube, an und für sich ist nichts an Notebooks "schlimm". Aber hat man sich erst einmal an Tablets gewöhnt und ihre Stärken lieben gelernt, dann erscheinen Notebooks plötzlich schwerfällig, störrisch und zu komplex für die meisten simplen digitalen Handgriffe des Alltags (zur Erinnerung: wir sprechen hier über den privaten Einsatz). Als Besitzer eines iPad 3, eines Nexus 7 und eines Asus Zenbook Notebooks - immerhin ein recht dünnes, leichtes Ultrabook - sehe ich folgende Gründe für meine Annahme, dass Tablets Notebooks in den Haushalten sogar noch schneller verdrängen werden, als es heute erwartet wird:

Tablets sind billiger

Der Einstiegspreis für gute Tablets liegt dank Subventionierung durch die Hersteller mittlerweile bei 200 Euro. Dafür gibt es noch nicht einmal Schrott-Notebooks, geschweige denn gute Geräte. Chromebooks mit ihrer vollständigen Webabhängigkeit sehe ich nicht als geeignete Alternative für den Durchschnittsanwender. Sicher, Tablets besitzen weniger Rechenpower, Anschlüsse und Speicher als wirklich gute Notebooks. Aber für das Gros der Anwender, die sich mit Facebook, E-Mail, Onlinebanking, Shopping, YouTube und dem gelegentlichen Spielchen zur Entspannung begnügen, reicht das gebotene Funktionsspektrum aus.

Tablets sind leicht, dünn und tragbar

Einst waren Notebooks die tragbare Alternative zum Desktop. Heute sind Tablets die tragbare Alternative zum Notebook.

Tablet-Betriebssysteme sind ideal für wenig versierte Nutzer

Speziell für Windows-Nutzer sind die weitaus weniger eigenwilligen, weniger komplexen Betriebssysteme von Tablets ein Segen. Je weniger Einstellungen sich ihnen und dem Internetglück in den Weg stellen, desto besser.

Tablets haben Apps

Ja, mit Windows 8 gibt es nun auch Notebooks mit Apps. Aber wirklich das Gleiche ist dies nicht, zudem stellen die jeweils mehr als 700.000 Apps im Google Play Store und App Store das überschaubare Angebot an Windows 8 Apps in den Schatten. Zwar ist Quantität nicht alles. Aber ein großes Angebot an Apps wird nicht zu Unrecht mit vielen Wahlmöglichkeiten und einer hohen Wahrscheinlichkeit gleichgesetzt, auch Anwendungen der persönlichen Lieblingsdienste vorzufinden.

Tablets sind sexy

Notebooks sind es nicht (mit einige Ausnahmen).

Mit jedem Notebook, das zugunsten eines Tablets im Keller oder in einer Schublade verschwindet, werden Nutzer wieder ein Stück weit zu Konsumenten. Denn die Stärken von Tablets liegen ganz klar im Medienkonsum statt in der Produktion von Inhalten. Insofern könnte das partizipative Internet seine besten Zeiten mitunter sogar hinter sich haben. Das jedoch wird die einzelnen Verbraucher nicht tangieren. Für sie spricht mittlerweile viel dafür, sich ein Tablet anzuschaffen. Ist dieser Schritt erst einmal getan, lautet die nächste Frage automatisch: "Was mache ich jetzt mit dem Notebook?".

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