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21.08.13

Portfoliobox startet in Deutschland: Schwedisches Jimdo für Designer

Der Website-Baukasten Portfoliobox ist seit dieser Woche auch in Deutschland verfügbar. Anders als Jimdo und Salon.io wollen die Schweden aber vor allem Designer erreichen.

Jimdo Ich gebe zu, ich habe mich bis zu meinem Artikel über die neue Jimdo-App in den vergangenen Jahren wenig mit Website-Baukästen beschäftigt. Für meine eigenen Projekte reichte es mir zuletzt, vorgefertigte Templates zu verwenden und notfalls mit rudimentären PHP- und CSS-Kenntnissen noch etwas zu verschönern. Für WordPress.com und Tumblr gibt es mittlerweile schöne Standard-Templates, und wenn das nicht reicht, kann man oft für wenig Geld Templates für WordPress günstig kaufen. Trotzdem: Ein echter Website-Baukasten, der den Nutzer an die Hand nimmt und ihn Seiten mit vorgefertigten Rastern von Designern selbst gestalten lässt, hätte etwas.

Von daher gefällt mir der heutige Deutschland-Start des schwedischen Startups Portfoliobox. Der Website-Baukasten ermöglicht die individuelle Gestaltung einer Website mit Galerien, einem Webshop, als statische Seiten oder auch als Blog, optimiert sowohl für den Desktop als auch für mobile Geräte. Anders als bei anderen Lösungen ähnlicher Art nimmt Portfoliobox als eine Art Design-Mentor den Anwender an die Hand und zeigt ihm, wie er eine schöne Website selbst gestalten kann.

 

Designfreunde müssen sich etwas Zeit nehmen

Zur Wahl steht dabei nur ein Raster. Die Gestaltungselemente muss der Anwender selbst nach und nach hinzufügen. Dann wird er Schritt für Schritt durch alle Elemente geführt, die er für eine persönliche Homepage braucht: Soll es eine Galerie-Seite sein oder eine Video- oder Textseite? Wie soll die Menüstruktur aufgebaut sein? Soll es überhaupt ein Menü geben und soll es links, rechts, unten angeordnet und mit Trennungszeichen versehen sein? Ist eine Infobox notwendig? Welche Farben und Schriftarten sollen gewählt werden? Programmierkenntnisse sind hier nicht nötig, die Anpassung per CSS aber für einige Bereiche möglich.

Auf Wunsch lässt sich die Homepage zu einem Blog umfunktionieren. Bildschirmfüllende Videos, Bilder oder Galerien sind möglich, zum Beispiel für die Startseite. Ein Shopsystem lässt sich mit wenigen Links integrieren, Social-Media-Kanäle ebenso. Die Besucherstatistik wird automatisch geführt und kann im Backend kontrolliert werden, ein Newsletter-Tool ist ebenfalls integriert.

Portfoliobox: Design, Newsletter und Statistiktools Portfoliobox: Design, Newsletter und Statistiktools

Salon.io bekommt einen Mitbewerber

Der große Unterschied zu Tumblr, Squarespace und auch Jimdo ist, dass man bei Portfoliobox zunächst kein vorgeschlagenes Template wählt, das man danach anpasst. Man startet bei null und klickt sich die Seite selbst zusammen. Das berühmte Website-in-fünf-Minuten-Konzept ist mit Portfoliobox nicht möglich. Hier muss man sich ein bisschen mehr Zeit nehmen, wenngleich man das Design einer guten Website auch hier in einer Viertelstunde fertig haben kann. An dieser Stelle werden sich die Geister scheiden: Wer mit möglichst wenig Aufwand etwas im Web veröffentlichen und nach wenigen Minuten damit online sein will, der ist mit anderen Angeboten besser beraten. Wem es auf ein schönes, eigenes Design ankommt, für den empfehlen sich Dienste wie Portfoliobox.

Das Startup, das die beiden Gründer Gustav Degerman und Hamid Abouei angeblich ohne Startkapital auf die Beine stellten, ist inzwischen in sieben Ländern verfügbar; 62.000 Websites haben die Kunden damit angelegt. Fast alle Funktionen sind kostenlos. Portfoliobox finanziert sich über ein Freemium-Modell: Die Pro-Version kostet 5,10 Euro im Monat und bietet etwa die Möglichkeit, ein mit dem Baukasten erstelltes Design unter einer eigenen Domain laufen zu lassen.

Die Schweden treten damit in Konkurrenz zum deutschen Websitebaukasten Salon.io, dem mein Kollege Martin Weigert bei seinem Review im Mai sogar zugetraut hatte, dass die Nutzer gerne dafür zahlen würden. Portfoliobox und Salon.io unterscheiden sich bei der Bedienung und dem Preismodell, verfolgen aber ansonsten das gleiche Ziel. Während sich Portfoliobox in erster Linie an Designer richtet, ist Salon.io für ein breiteres Publikum aufgestellt. Dass es nun bereits mehrere solcher Spieler gibt, deutet darauf hin, dass eine Nachfrage nach individualisierbaren Website-Baukästen ohne Programmierkenntnisse durchaus besteht.

Link: Portfoliobox

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