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06.12.11

Phonedeck: Fernbedienung für's Smartphone

Das Berliner Startup desk.io hat mit Phonedeck einen Webdienst entwickelt, der das Verwalten des Smartphones über das Web erlaubt. Zum Start funktioniert dies nur für Android-Geräte, iOS und BlackBerry sollen folgen.

 

Vor einem Jahr berichteten wir erstmals kurz über Phonedeck, einen Service der Berliner desk.io GmbH, der das Verwalten wichtiger Smartphone-Funktionen über den PC ermöglichte. Zu Anfang bot Phonedeck seine Dienste über eine zu installierende Desktop-Applikation an, änderte später jedoch seine Ausrichtung und machte sich daran, die bisherige Kernfunktionalität direkt als Webservice anzubieten. Vor wenigen Tagen hat das Unternehmen um Gründer und CEO Frank Fitzek mit dem Release der Phonedeck-Android-App die geschlossene Beta-Phase eingeleitet.

Nach einer Registrierung und dem Download der App aus dem Android Market können Nutzer ihr Smartphone mit dem persönlichen Phonedeck-Konto verbinden und anschließend das Mobiltelefon direkt über ihren Browser steuern.

Phonedeck erlaubt das Initiieren und Annehmen von Anrufen sowie das Schreiben und Empfangen von Kurznachrichten. Die Gespräche sowie der Versand oder Empfang der SMS laufen dabei jeweils über das Smartphone. Phonedeck fungiert also lediglich als alternative Oberfläche und Fernsteuerung. Wer mittels Phonedeck ein Telefonat führen möchte, muss dazu entweder ein (drahtloses) Headset verwenden oder dann doch das Mobiltelefon zur Hand nehmen, um sprechen zu können. Ich warte noch auf eine Antwort von Phonedeck, inwieweit sich mehrere Telefone mit einem Konto verbinden lassen (ich konnte dies nur mit einem Gerät testen). Update: Derzeit lässt sich lediglich ein Gerät mit einem Phonedeck-Account verknüpfen.

Zusätzlich bietet Phonedeck eine Reihe von zum Teil visualisierten Statistiken rund um das Kommunikationsverhalten. Paare können so beispielsweise auf einen Blick herausfinden, wer häufiger den anderen anruft (und anschließend einen Streit vom Zaun brechen). Diese Funktionalität erinnert an das, was Xobni (nun smartr) für E-Mail macht.

Fakultativ ist der Upload des Smartphone-Adressbuches zu Phonedeck. Wer dies akzeptiert, kann anschließend Kontakte komfortabel über den Browser verwalten (was Android in Form einer Integration mit Google Mail selbst anbietet). Künftig sollen sich die Kontakte durch Verknüpfungen mit Facebook und LinkedIn automatisiert aktualisieren lassen.

Zwei weitere Phonedeck-Features sind die Darstellung des Smartphone-Batteriestatus im Browser sowie die Ein-Klick-Lokalisierung des Telefons durch ein eindeutiges Tonsignal.

Der offizielle Start von Phonedeck ist für Anfang 2012 vorgesehen - dann sollen auch Apps für iOS und BlackBerry zur Verfügung stehen und mehrere Geräte mit einem Phonedeck-Account verknüpft werden können.

Da ich nicht zur Kernzielgruppe von Phonedeck gehöre (ich vermeide Telefonate wenn möglich und schreibe auch keine SMS, außerdem liegt mein Mobiltelefon immer neben mir), fällt es mir schwer, das Potenzial des Berliner Dienstes zu beurteilen. Für Vieltelefonierer mit Bluetooth-Headset, deren Smartphone gerne mal einige Meter vom Arbeitsplatz entfernt liegt, könnte Phonedeck vielleicht eine willkommene Hilfe darstellen.

Besitzer von Android-Geräten, denen es nicht geheuer ist, ihr Smartphone über die Cloud zu verwalten ( Phonedeck unterstreicht , dass Datensicherheit höchste Priorität hat), finden in AirDroid eine Alternativlösung, die einige der von Phonedeck beinhalteten Funktionen über das lokale WLAN-Netzwerk realisiert.

50 Leserinnen und Lesern von netzwertig.com, die Phonedeck mit einem Android-Gerät ausprobieren möchten, können sich hier unter Angabe des Invitecodes "Netzwertig" (ohne Anführungsstriche) registrieren.

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