<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

26.05.10

Paper Pile: Applikation macht aus RSS-Feeds eine iPad-Zeitung

Nicht jeder mag die Listendarstellung herkömmlicher RSS-Reader. Die iPad-Anwendung Paper Pile stellt beliebige Feeds im Format einer traditionellen Zeitung dar.

Die Zeitung der Zukunft sieht mit großer Wahrscheinlichkeit anders aus als das, was momentan noch gedruckt auf Papier jeden Morgen in den Kiosken zu finden ist. Dennoch fällt es vielen Menschen schwer, sich ganz von dem Konzept eines statischen, in Ressorts unterteilten, im Layout einer klassischen Zeitung erscheinenden Produkts zu lösen. Nicht jeder fühlt sich im Google Reader oder anderen, listenbasierten RSS-Tools wohl.

Die iPad-Applikation Paper Pile vom Berliner Entwickler Daniel Wetzel richtet sich an alle, die zwar das Paper aufgeben wollen, aber noch immer am optischen Erscheinungsbild einer traditionellen Zeitung hängen.

Paper Pile ist ein alternativer RSS-Reader, der sämtliche abonnierten Inhalte im Zeitungsformat aufbereitet und an das iPad anpasst. Alle Artikel lassen sich in beliebige Ressorts einordnen und werden anschließend dort inklusive Vorschaubildern im Blocksatz angezeigt.

Für das Abonnieren neuer Feeds reicht es in der Regel aus, die URL der jeweiligen Website bei Paper Pile einzugeben - den RSS-Feed sucht sich die Applikation dann selbst (ein nützliches Feature, das auch der Google Reader seit einiger Zeit unterstützt). Die Anwendung funktioniert auch im Offline-Modus und zeigt dann die Inhalte der letzten Aktualisierung. Damit eignet sich Paper Pile speziell für iPads ohne UMTS-Modul. Natürlich lassen sich auch Twitter-Feeds per RSS abonnieren.

Angezeigt werden je nach Formatierung des Feeds und Länge des Artikels entweder einige Absätze oder der komplette Text - in Tests wurden seltsamerweise auch einige Fullfeeds nur als Anriss dargestellt. App-Macher Daniel Wetzel arbeitet an der Lösung des Problems, ließ er uns wissen. Mit zwei Klicks öffnet sich im integrierten Browser von Paper Pile jeder Text innerhalb der Originalquelle.

Begrenzt wird Paper Pile wie jedes andere RSS-Tool durch abgeschnittene Feeds, die lediglich die ersten Zeilen oder nur die Überschrift von Artikeln anzeigen. Da dies so von den meisten, wenn nicht allen großen Nachrichtenportalen praktiziert wird, bedeutet dies, dass sich mit Paper Pile nicht einfach ein digitales Abbild der Printausgabe von FAZ, Süddeutsche oder Welt nachbauen lässt, was ja auch deren Versuche konterkarieren würde, sich mit kostenpflichtigen iPad-Apps aus der Strukturkrise zu befreien.

Für diejenigen, die aber ohnehin hauptsächlich Fachblogs und Nischenangebote mit vollständigen RSS-Feeds konsumieren, diese aber schon immer mal im Format einer "echten" Zeitung lesen wollten, könnte Paper Pile eine willkommene Alternative zu herkömmlichen RSS-Reader darstellen.

Die Applikation gibt es für 2,39 Euro im App Store. Daniel Wetzel hat uns für fünf Leser jeweils einen Gutscheincode bereitgestellt, mit dem die App kostenlos heruntergeladen werden kann (allerdings ist ein Konto im US-App-Store notwendig, dies lässt sich jedoch einfach erstellen). Wer Interesse hat, hinterlässt einen Kommentar unter Angabe einer E-Mail-Adresse im dafür vorgesehenen Feld.

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer