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25.02.09

P300: Einfaches LAN- und VPN-Filesharing

Wer kennt das nicht: Man will nur mal schnell ein paar Dateien von einem Rechner zu einem anderen im lokalen Netzwerk übertragen. Einfache Sache eigentlich, doch dummerweise ist einer der beiden ein PC und der andere ein Mac. Oder man hat keine Admin-Rechte auf den Rechnern. Oder Windows ist einfach mal wieder schlecht gelaunt.

Von Janko Röttgers

Abhilfe bei solchen und vielen ähnlichen Problemen schafft das LAN-Filesharing-Tool P300. Das Programm ist eine Art Schweizer Taschenmesser für lokalen Dateientausch, komplett mit Suchfunktion, einem Web-Interface und lokalem Chat.

P300 ist Java-basiert und läuft damit unter Windows, OS X und Linux. Die Software lässt sich direkt nach dem Herunterladen ohne jede weitere Installation starten. Wer mag, kann P300 sogar direkt vom Browser aus als Java WebStart-Prozess laufen lassen.

P300 nutzt UDP, um automatisch Rechner mit freigegebenen Verzeichnissen im lokalen Netzwerk zu finden. Alternativ dazu kann man auch Verbindungen zu einzelnen Hosts mittels ihrer IP-Adresse herstellen. Keine Lust, der ganzen Bürobelegschaft Zugriff auf die eigenen Dateien zu geben? Kein Problem, man kann mit P300 auch gezielt einzelne Hosts sperren oder eben umgekehrt nur einzelnen Hosts eine Verbindung erlauben.

Die Oberfläche von P300 ist zugegebenermaßen ein bisschen minimalistisch: Wenn man den Client zum ersten mal startet, bekommt man nur eine leere Host-Liste sowie zwei Buttons angezeigt. Einer davon gibt Zugriff auf die Einstellungen des Programms, der andere startet einen Browser mit dem P300-Web-Interface.

 

 

All diese verschiedenen Benutzeroberflächen sind anfangs ein bisschen verwirrend, zumal das Programm zu allem Überfluss auch noch WebDAV unterstützt, um per Finder oder Windows Explorer auf die freigegebenen Daten zuzugreifen. Doch sie bieten eben auch verschiedene Möglichkeiten für unterschiedliche Anwendungsszenarien.

 

Ich nutze normalerweise das Web-Interface, wenn ich auf eine bestimmte Datei zugreifen will. Der Client ist dagegen besser, um ganze Verzeichnisse herunterzuladen. Zur Konfiguration der Software nutzt man am besten das Web-Interface. Für Netzwerk-weite Suche empfiehlt sich dagegen wiederum die Software selbst.

Apropos Suche: Allein dieses Feature macht P300 bereits zum Pflicht-Download. So lässt sich damit ganz einfach feststellen, ob jemand im Netzwerk des eigenen Studentenwohnheims einen bestimmten Song zum Tausch freigegeben hat. Auf der Suche nach etwas Speziellerem? Kein Problem, die Suche kann auch auf einen bestimmten Host-Rechner beschränkt werden.

 

Die Chat-Funktion ist ein Zusatz-Feature, das ich selbst eigentlich nie nutze – aber möglicherweise ergibt es in einem größeren Büro-Netzwerk Sinn. Viel spannender find ich dagegen ein Feature, das der P300-Programmierer nun schon seit einer ganzen Weile angekündigt hat: Sicheres, Jabber-basiertes Filesharing übers Internet.

Zugegeben, ganz neu ist diese Idee nicht. Limewire bietet ähnliches beispielsweise in der letzten Version seiner Tausch-Software an. P300 ist jedoch sehr ressourcensparend. Wenn diese Funktion gut umgesetzt wird, könnte es damit zu einer Art uTorrent für privaten Dateientausch werden.

Janko Röttgers arbeitet als freier Journalist und Redakteur des P2P Blogs in Los Angeles. 

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