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03.12.09

Online-Identität: Yahoo integriert Facebook, Google integriert Twitter

Yahoo wird Facebook Connect Anfang 2010 integrieren. Google integriert Twitter-ID auf Friend-Connect-Sites. Die Online-Identität wird von Unternehmen verwaltet. OpenID allein hat in seiner aktuellen Form wohl keine Chance mehr.

(Bild: iStockphoto.com)Vor ziemlich genau einem Jahr starteten Facebook Connect und Googles Friend Connect. Beides Systeme, um sich webweit auszuweisen und auf Sites einzuloggen. Nun wird Yahoo, immer noch das reichweitenstärkste Portal der Welt, Facebook Connect integrieren. Ab Frühjahr 2010 werden User Updates und Infos zwischen den beiden Internet-Giganten austauschen können. Google hat nun ebenfalls eine ähnliche Kooperation, allerdings mit Twitter, bekanntgegeben. Mit der Twitter-ID kann man sich in Friend-Connect-Sites einloggen.

Die Entwicklung in diese Richtung war so mehr oder weniger abzusehen. In den Kommentaren zu unserem Artikel zum Start der Connect-Systeme schrieb ich damals :

OpenID hat ein massives Problem: Es bringt keine zusätzlichen Vorteile für die Publisher wie TC oder andere Anbieter mit, die sie mit FB Connect bekommen.

Wenn ich meinen Kommentar in meinem Newsfeed publizieren kann, dann bringt das einen Boost für die Site, auf der kommentiert wird. Zusätzliche Öffentlichkeit. Umgekehrt bekommt Facebook mehr Öffentlichkeit, wenn es auf mehr Sites im Netz auftaucht. Win-Win.

Und Facebook ist in vielen Ländern bereits groß genug, damit dass nicht unbedingt trivial ist.

Das dürfte für fast alle Webdienste gelten: Einträge im Newsfeed sind Publicity/Traffic-Gold wert.

Das bewahrheitet sich nun.

Das Problem von OpenID war immer, dass es allein keine ausreichenden Anreize bieten konnte, die stark genug für eine Verbreitung waren.

Es spielt für die Entscheidung der meisten Unternehmen keine Rolle, ob etwas für die Gesamtheit des Netzes und dessen Evolution sinnvoll ist oder nicht . Das ist die Makrosichtweise. Bei Entscheidungen von Unternehmen zählt aber nur deren Mikrosichtweise (Google ist in der Regel die große Ausnahme, weil sie direkt vom Wohl des Webs profitieren. Jedes Web-Startup sollte versuchen, in eine vergleichbare Situation zu kommen.).

Facebook Connect ist potentiell die Eintrittskarte zum Facebook-Newsfeed. Twitter Connect ist potentiell die Eintrittskarte zum Twitterstream des Nutzers. Bei beiden bedeutet das ganz konkret: Traffic und Nutzer. Und das ist nach wie vor das Blut in den Adern des Netzes.

Selbst wenn die Connect-Systeme der großen Unternehmen teilweise auf technische Bestandteile wie OAuth aufsetzen, bleibt der wesentliche Unterschied zu einer Welt, die komplett über Standards läuft: Einige wenige Unternehmen verwalten unsere Online-Identitäten. Mit allen Vorteilen (Komfort, Anreize für alle Beteiligten) und Nachteilen (zu viel Macht in den Händen weniger, potentiell geringe Kontrolle der User über ihre Daten, Lock-In).

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