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20.07.11

Online-Dating: iLove ermöglicht standortbasierte Flirts

Der Berliner Online-Dating-Anbieter iLove hat eine iPhone-Applikation veröffentlicht, die es zahlenden Mitgliedern des Dienstes erlaubt, mit Flirtwilligen in der unmittelbaren Umgebung Kontakt aufzunehmen und zu chatten.

 

Standortbasierte, lokale Dienste liegen im Trend. Auch für die Anbahnung von zwischenmenschlichen Beziehungen bieten sich hier enorme Möglichkeiten.

Der Gedanke, auf dem Mobiltelefon angezeigt zu bekommen, welche anderen momentanen Besucher der Bar, des Kinos oder des Fitness-Studios Single und auf der Suche nach einem Flirt sind, mag Traditionalisten abstoßen, eröffnet aber allen schüchteren und weniger extrovertierten Menschen neue Möglichkeiten des Kennenlernens.

Vor einem Jahr beschrieb ich, wie Location Based Dating einen lukrativen, aber bis dato vernachlässigten Sektor darstellte. Daran hat sich bisher auch nicht viel geändert.

Der Berliner Dating-Dienst iLove wagt sich jetzt mit seiner gerade veröffentlichten iPhone-Applikation aus der Bequemlichkeitszone und ermöglicht Mitgliedern ab sofort das standortbasierte Anbandeln: Die App erlaubt Flirtwilligen, sich über die Smartphone-Ortsbestimmung lokalisieren und so von anderen iLove-Usern in der Umgebung finden zu lassen. Per Chatfunktion kann umgehend Kontakt aufgenommen werden, was im Optimalfall zu einer direkten Verabredung führt.

In der jetzigen Fassung werden Anwender in der Nähe, welche die Ortung aktiviert haben, in einer Liste dargestellt (ohne Angabe des exakten Standorts). Die Visualisierung auf einer Karte steht auf der Roadmap. Die neue Funktion ist standardmäßig deaktiviert, muss also bewusst eingeschaltet werden.

iLove gehört hinsichtlich seines Geschäftsmodells zu den konservativen Anbietern im Datingbereich: Zwar werden Grundfunktionen gratis angeboten, wer jedoch Nachrichten an andere Mitglieder schicken oder mit ihnen chatten will (was im Endeffekt auf jeden User zutrifft, der iLove ernsthaft nutzt), muss monatlich 9,99 Euro für eine Premium-Mitgliedschaft zahlen. iLove bietet hierfür nach eigener Aussage als erster deutscher Dating-Service ein Abonnement über iTunes.

In jüngster Zeit sind mit Loverty, Jaumo und Free2Flirt diverse neue Anbieter auf der Bildfläche erschienen, welche die eingerosteten und in der Regel teuren Platzhirsche im Online-Flirt-Sektor mit transparenteren und günstigeren Preismodellen angreifen wollen.

Auch das könnte ein Grund dafür sein, dass das 2003 gegründete iLove - mit laut eigenen Angaben sechs Millionen Mitgliedern eines der führenden Flirtportale im deutschsprachigen Raum - versucht, seine Position im Markt durch innovative Neuerungen zu festigen. Genau dies ließ die Branche nämlich über einen viel zu langen Zeitraum vermissen.

Was haltet ihr von dem Gedanken, beim Ansprechen keinen Korb mehr riskieren zu müssen, sondern vorab über euer Mobiltelefon verifizieren zu können, dass das Objekt eurer Begierde tatsächlich interessiert ist und vom Profil her zu euch passt (was in dieser Form zwar mit der iLove-App noch nicht funktioniert - aber die Entwicklung geht in diese Richtung)?

Link: iLove

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