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29.04.09

Musik aus der Cloud: Nutzer stürmen Spotify

Spotify ist das derzeit wohl spannenste Startup im Bereich des Musikstreamings. Trotz der noch stark begrenzten Verfügbarkeit verzeichnet der Dienst bereits mehr als  zwei Millionen Nutzer. Ab wann deutsche User mit Spotify kostenlos Musik hören können, ist noch unklar.

SpotifyInteressante Neuigkeiten von Spotify, dem angesagten Musik-Streamingdienst aus Schweden, der in meinen Augen gute Chancen hat, das nächste große Ding im Internet zu werden. Spotify streamt legal Millionen von Songs über einen Desktop-Client und macht das auch bei langsamer Internetanbindung so gut, dass der Eindruck entsteht, man würde die lokale MP3-Sammlung abspielen.

Während Spotify in Deutschland derzeit nur in einer kostenpflichtigen Premium-Variante angeboten wird, betreibt das Startup aus Schweden in seinem Heimatland sowie in Norwegen, Finnland, Großbritannien, Frankreich und Spanien auch eine kostenlose, werbefinanzierte Version. Seit Februar können sich die Briten als erste Nation ohne Einladung bei Spotify anmelden. Gerade, nur zwei Monate später, durchbrach man auf der Insel die Grenze von einer Million Nutzern.

Spotify PC-Version

Laut diesem Tweet des immer gut informierten schwedische Internetunternehmers Henrik Torstensson hören mittlerweile mehr als zwei Millionen Menschen Musik über Spotify - und das trotz der starken geografischen Begrenzung sowie des Invite-Only-Status außerhalb Großbritanniens. Die durchschnittliche Nutzungsdauer beträgt eine Stunde pro Tag.

Neben des geplantes Launches der Gratis-Version in weiteren Ländern arbeitet das Spotify-Team derzeit intensiv an mobilen Clients für das iPhone sowie für Geräte auf Android- und Symbian-Plattform. Spotify-Chef Daniel Ek bestätigte dem schwedischen IT-Magazin Computer Sweden heute, dass die mobile Applikation Teil des Premium-Angebotes werden wird. Das Unternehmen versucht so, zahlende Mitglieder zu gewinnen, um sich unabhängiger vom Werbegeschäft zu machen.

Computer Sweden berichtet außerdem, dass Spotify in Zukunft auch Bewegtbilder unterstützen wird. Vorerst soll damit Videowerbung realisiert werden, doch Gerüchten zufolge könnte dies auch auf eine mögliche Ausweitung des Angebotes auf Videostreams hinweisen.

Nutzer im deutschsprachigen Raum, die Spotify in der kostenlosen Version ausprobieren möchten, müssen sich leider weiterhin gedulden. Wie wir aus Unternehmenskreisen erfahren haben, konzentrierte man sich bisher auf den Rollout in Großbritannien, Frankreich, Schweden und Spanien. Ein konkreter Termin für den Start der Gratis-Variante in Deutschland wurde nicht genannt.

CEO Daniel EK unterstrich im Interview mit Computer Sweden, dass man an einer guten Balance zwischen Nutzerwachstum und steigendem Werbevolumen interessiert sei. Daher wird man außerhalb das derzeitigen Kernmarktes Großbritannien auch weiterhin auf eine kontrollierte Expansion durch Einladungen setzen. Wie YouTube oder Facebook, deren Werbeumsätze nicht im selben Maße ansteigen wie die Userzahlen, soll Spotify laut Eks Aussage nämlich nicht enden.

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