<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

13.06.17

Interview

Apps statt Papierberge: Manager sollten heutzutage digitaler arbeiten


Frank S. Jorga (Bild: WebID)

Moderne Manager sollten sich von ihren Büros und ihren Aktenstapeln lösen und stattdessen digitale Lösungen nutzen - diese Meinung vertritt Frank S. Jorga von WebID. Der „Travelling Digital CEO“ ist der Meinung, dass man heutzutage überall auf der Welt arbeiten kann.  

Interview mit Frank S. Jorga zum Thema "Digitales Büro ohne Büro"

Kann man ein Unternehmen leiten, ohne im Büro zu sein? Ist das papierlose Büro ein Wunschtraum oder wirklich möglich? Reichen ein Laptop, ein Smartphone und die passenden Programme wirklich für den Manager von heute aus? Diese und weitere Fragen beantwortet Frank S. Jorga im Förderland-Interview.

Förderland: Wie managt man ein 300-Personen-Unternehmen ohne Büro?

Frank S. Jorga: In der heutigen Zeit sind wir alle so miteinander vernetzt, dass ich der Meinung bin, dass ein festes Büro nicht mehr notwendig ist. Man muss heutzutage, gerade in unserer modernen Arbeitswelt, sehr flexibel und unabhängig sein, um der Zukunft immer noch einen Schritt voraus zu sein. Ich pflege enge Mitarbeiterkontakte mit unseren inzwischen fünf Standorten von WebID und versuche ständig in Kontakt zu bleiben. Dabei ist mir der Austausch mit den Mitarbeitern und meine Agilität zwischen den Standorten besonders wichtig.

Förderland: Ist ein Büro heute noch zeitgemäß?

FJ: In manchen Bereichen macht es durchaus Sinn ein festes Büro zu haben, zum Beispiel wenn man fest an einem Standort angestellt ist. Der moderne Manager hingegen sollte sich frei machen von einem festen Arbeitsplatz. Es hilft sehr dabei auch in seinem Denken flexibler und kreativer zu werden. So entstehen auch die großen Ideen im Silicon Valley.

Förderland: Sie fliegen mehrmals wöchentlich zu nationalen und internationalen Destinationen, wie gelingt Ihnen hier das Arbeiten?

FJ: Wir leben in einer Zeit der (fast) unbegrenzten Möglichkeiten. Mit Netzverbindung, meinem Laptop oder Smartphone und Strom kann ich theoretisch von überall arbeiten. Und das findet für mich heutzutage sogar an unseren internationalen Standorten in Indien, VAE (Dubai) und USA statt.

Förderland: Welche Philosophie steckt dahinter?

FJ: Ich war schon immer ein sehr lösungs- und zielorientierter Mensch und ich denke, dass die Digitalisierung noch viel mehr effektive Lösungen bietet. So wie die Digitallösungen, die von WebID angeboten werden, um Onlineabschlüsse mit Identifikation und Unterzeichnung rechtskonform zu vereinfachen. Ich suche stets nach neuen Technologien, die meinen Arbeitsalltag erleichtern und optimieren. Dazu gehört auch der Verzicht auf Papier. Ich habe zum Beispiel an meinem Hauptstandort in Hamburg nur sechs Fächer: in einem davon liegen Steuerbelege, in weiteren drei befinden sich Ladegeräte, USB-Sticks, Anschlusskabel und dann noch Snacks und Getränke für Gäste. Die restlichen zwei sind komplett leer.

Förderland: Welche Rolle spielt Ihr Smartphone im Alltag?

FJ: Das Smartphone ist einer meiner wichtigsten Begleiter. So kann ich meine Zeit viel effektiver nutzen, also zum Beispiel am Flughafen meine Mails checken und über diverse Kanäle mit Personal, Kunden und Partnern kommunizieren, während ich auf den nächsten Flieger warte.

Förderland: Welche Rolle spielen vertraute Partner und Mitarbeiter/-innen?

FJ: Natürlich eine sehr wichtige! Denn auch wenn man das noch traditionelle Arbeitsmodell nicht wählt und kein festes Büro besitzt, ist das Zusammenspiel entscheidend für den Erfolg. Ich bin sehr dankbar, tolle Teams an allen Standorten zu haben und meinen Co-CEO und Mitgründer Franz Thomas Fürst. Hohes Vertrauen und der stetige enge Austausch sind enorm wichtig.

Förderland: Welchen Ratschlag würde Sie Managern im Hinblick auf Ihre Organisation geben?

FJ: Ich würde Ihnen raten, sich von Ballast wie Papierbergen oder Büroutensilien zu befreien und mehr digital zu arbeiten. Nutzen Sie vermehrt die digitalen Möglichkeiten wie intelligente Cloudlösungen, moderne Kalenderapps und digitale Organisationslösungen, die Sie sowieso jeden Tag bei sich tragen und optimieren Sie so Ihren Arbeitsalltag. Bilden Sie so Schritt für Schritt eine feste Routine mit den ausgesuchten Tools auf Ihrem Smartphone, Tablet oder Laptop.

Förderland: Gab es zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Schlüsselmoment, der Sie zum Umdenken in Richtung „Travelling Digital CEO“ bewegt hat?

FJ: Während meiner Zeit in den USA in der Nähe des Silicon Valley bei der deutsch-amerikanischen Auslandshandelskammer habe ich gelernt, neue Wege zu gehen. Dort habe ich schnell gemerkt, dass es nur wenige essentielle Dinge braucht, um überall arbeiten zu können. Natürlich hat es einige Zeit gedauert, um sich umzustellen, aber nun arbeite ich schon über 10 Jahre auf dem digitalen Weg.

Förderland: Vermissen Sie es manchmal ein eigenes Büro zu haben?

FJ: Nein, gar nicht, viele Zeiten in Deutschland bin ich in unseren Büros in Hamburg, dort ist meine Base, aber ansonsten genieße ich es sehr, so viele Themen und Termine national und international zu verantworten und an den verschiedensten Orten arbeiten zu können. Es gibt mir alle Freiheiten und hat mir geholfen, noch effizienter, flexibler und kreativer zu sein. Ich könnte mir heute gar nicht mehr vorstellen, anders zu arbeiten.

Förderland: Vielen Dank für das Interview

Schlagworte zu diesem Artikel

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer