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06.09.11

Mobile-Startup Eeve: In Colors Fußstapfen

Eeve heißt eine neue mobile Applikation für das iPhone, mit der sich am selben Ort zur gleichen Zeit stattfindende Ereignisse in kollaborativen Fotoalben festhalten lassen. Das von vier Deutschen in London gegründete Startup tritt damit teilweise in Colors Fußstapfen.

 

Einer der spannendsten Startup-Launches dieses Jahres hat sich im Nachhinein auch als einer der größten Flops seit langem herausgestellt: Mit 41 Millionen Dollar Risikokapital im Rücken und beachtlicher Aufmerksamkeit durch die internationale Tech-Presse sollte die innovative mobile Foto-App Color die digitale Welt verändern - doch scheiterte an einer schlechten Umsetzung und konzeptionellen Schwächen .

Colors Grundidee aber behält (für mich zumindest) ihre Faszination: über das Smartphone in Bildern sehen, was gerade in der Umgebung passiert. Eeve, ein neues, von vier Deutschen in London gegründetes Startup, integriert dieses Prinzip in einer abgewandelten Art in seine gleichnamige iPhone-Applikation .

Mit Eeve können mobile Nutzer in Bild und dazugehörigem Text festhalten, was sie gerade tun. Im Zentrum der App stehen "Eeves" genannte Aktivitäten, die man bevorzugt an Orten mit anderen Menschen durchführt, wie Partys, Konzerte, Restaurant- und Kneipenbesuche, Konferenzen und anderweitige Unternehmungen, die über für andere Menschen uninteressante und üblicherweise nicht mit Fotos festgehaltene "Routinetätigkeiten" hinausgehen.

Bei jedem Eeve-Event handelt es sich um ein kollaboratives Fotoalbum, zu dem jeder mit Schappschüssen beitragen kann, der sich zur selben Zeit am selben Ort befindet, die App installiert hat und bei Eeve registriert ist. Sämtliche Fotos erscheinen in chronologischer Reihenfolge mit einem Hinweis auf den jeweiligen Fotografen und können kommentiert werden. Eeves sind grundsätzlich öffentlich, immer an eine Koordinate geknüpft und lassen sich über ein webbasiertes Fotoalbum auch per Twitter und Facebook verbreiten.

Eeve dient somit einerseits dazu, gemeinsam Erinnerungen einer spezifischen Aktivität festzuhalten, und andererseits, um zu sehen, was andere Menschen in der Umgebung gerade erleben und daraus Inspiration zu ziehen (z.B. um zu einem nahegelegenen Club zu gehen).

Im Gegensatz zu Color, dessen fehlende Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Usern eines der größten Mankos des Dienstes darstellte, erlaubt es Eeve seinen Nutzern, per Follow-Funktion Freunde, Bekannte sowie interessante Personen zu abonnieren.

Neben einem übergeordneten Stream, der die aktuellsten Eeves aus der Umgebung sowie global darstellt (wahlweise in Listenform oder auf einer Karte), informiert der Freunde-Feed ausschließlich über die per Smartphone-Kamera festgehaltenen Aktivitäten der abonnierten Nutzer. Ein Blick auf "My Eeves" listet zudem alle vergangenen Aktivitäten, an denen man beteiligt war. Per Push-Nachricht können User sich über neue Eeves von Freunden informieren lassen.

Bis vor kurzem war der von Jan Senderek, Nicolas Bös, Philipp Wein und Daniel Wagner entwickelte Dienst lediglich in London verfügbar, wo die Studenten Bös und Senderek sich kennenlernten und anschließend Wein und Wagner hinzuholten, um Eeve zu gründen. Bisher haben die Vier das Produkt aus eigener Tasche finanziert, sind aber einer externen Beteiligung gegenüber nicht abgeneigt.

Die Monetarisierung von Eeve soll über kostenpflichtige Business- und Markenprofile erfolgen. Auch Premiumfunktionen für Eventveranstalter halten die Wahllondoner für vorstellbar. Bevor jedoch derartige Maßnahmen umgesetzt werden, wollen die Eeve-Macher sich auf das Nutzerwachstum konzentrieren.

Trotz dieser Prioritätensetzung werden Android-Nutzer vorerst ausgeschlossen. Einige Monate müssen sich diese noch gedulden, bis für sie eine Eeve-App verfügbar ist. Das von Deutschen auf englischem Boden gegründete Startup lässt sich dadurch natürlich eine Chance entgehen , schneller zu wachsen.

Andererseits benötigt ohnehin eine Einladung, wer Eeve ausprobieren möchte - mit einer Ausnahme: Nach der Installation überprüft die App, ob es im unmittelbaren Umfeld ein aktuelles Eeve-Event gibt. In diesem Fall ist Registrierung eines Kontos auch ohne Invite möglich.

Leserinnen und Lesern von netzwertig.com stellt Eeve 25 Einladungen bereit. Wer Interesse hat und ein iPhone besitzt, hinterlässt einen entsprechenden Kommentar unter Angabe einer validen E-Mail-Adresse im dafür vorgesehenen Feld. Die 25 Ersten sind dabei.

Update: Die Invites sind weg.

Link: Eeve

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