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26.07.09

Mobile Social Networks: foursquare begeistert die US-Webgemeinde

Meinungsführer und Kenner der US-Tech-Szene äußern sich gehäuft begeistert vom jungen mobilen Social Network foursquare. Mit seiner spielerischen Komponente animiert der Dienst zum Wettkampf mit den eigenen Kontakten um die "Herrschaft" an seinen Lieblingsorten. Schon ist vom "nächsten Twitter" die Rede.

foursquareMobile, GPS-basierte Dienste sind die nächste Evolutionsstufe sozialer Netzwerke. Je intensiver wir Smartphones nutzen und je häufiger wir mit ihnen online sind, desto mehr Nutzen haben wir davon, zu wissen, welche unserer Freunde gerade in der Nähe sind, schon einmal beim Asiaten um die Ecke essen waren oder einen heißen Tipp haben, welcher naheliegende Club am Samstagabend die beste Musik bietet.

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Während das Thema "Location Based Services" (LBS) von den traditionellen Netzwerken wie Facebook, MySpace oder studiVZ bisher vollkommen vernachlässigt wird, buhlen eine ganze Reihe junger Startups um die wachsende Zahl interessierter Anwender. Zu den international bekanntesten gehören Loopt , Brightkite und Googles Latitude. Aus Deutschland kommen unter anderem aka-aki und Qiro . Eine echter Durchbruch ist bisher jedoch niemandem gelungen.

Wenn aber US-amerikanische Meinungsführer und Über-Geeks in kurzer Zeit gehäuft von einem neuen mobilen Social Network schwärmen und es gar als potenziell nächstes Twitter bezeichnen, dann sollte man genau hinhören: foursquare heißt der Service, über den ich das erste Mal vor einer Woche im Blog von Tech Investor Fred Wilson las. Nicht nur er mag das Konzept des jungen Startups, sondern auch MG Siegler von TechCrunch. Bei Mashable hält man foursquare für das nächste große Ding nach Twitter.

Ähnlich wie bei den meisten anderen auf LBS basierenden sozialen Netzwerken kann man sich bei foursquare, das über eine mobile Site oder eine iPhone-Applikation genutzt wird (Blackberry-App ist in Planung), an beliebigen "Orten" einchecken. So zeigt man seinen foursquare- sowie Twitter-Freunden, wo man sich gerade befindet und bekommt einen Überblick darüber, wo diese sich momentan aufhalten.

Wer zu einem bestimmten Ort etwas zu sagen hat, kann Tipps hinterlassen, die seine Kontakte beim Einchecken zu sehen bekommen. So lässt sich ganz einfach das beste Gericht im angesagten Restaurant oder das preisgünstigste Getränk in der Lieblingsbar weiterempfehlen.

foursquare auf dem iPhoneDer entscheidende Unterschied von foursquare zur Schar andererer mobiler Social Networks ist die zusätzliche spielerische Komponente. Für das Einchecken an Orten erhalten User Punkte. Ab einer bestimmten Punktezahl verteilt foursquare Abzeichen, und wer innerhalb einer Woche am häufigsten an einem bestimmten Ort eingecheckt hat, wird zum "Mayor" gekürt. Was sich wenig motivierend anhört, scheint nach den Aussagen der US-Blogger bei tatsächlicher Nutzung zu einem richtigen Wettkampf zwischen Freunden und einem ordentlichen Suchtfaktor zu führen.

Einige Gastronomen haben bereits das Geschäftspotenzial von foursquare entdeckt und verteilen beispielsweise Gratisgetränke an den aktuellen "Mayor" der jeweiligen Bar. Immerhin hat sich dieser als loyaler Stammkunde erwiesen, der mit großer Wahrscheinlichkeit als Türöffner für Neukunden fungiert.

Nutzer im D-A-CH-Raum können foursquare leider noch nicht aktiv verwenden: Als einzige europäische Stadt wird derzeit Amsterdam unterstützt. Auch bleibt abzuwarten, ob der Aspekt des Wettkampfs um Abzeichen und Punkte die amerikanische Webgemeinde tatsächlich langfristig bei Stange halten kann.

In jedem Fall aber werden LBS irgendwann wie eine Bombe einschlagen. Sofern foursquare seine Verfügbarkeit für weitere Städte sowie auf mobilen Geräten erweitert (z.B. durch eine Android-App), den initialen Hype noch verstärken kann und Facebook oder Twitter nicht bald selbst in den Ring springen, stehen die Chancen nicht schlecht, eine führende Rolle bei LBS-Netzwerken einzunehmen.

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