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07.11.11

Mister Wong: Deutsches Web-2.0-Urgestein wird verkauft

Das Social-Bookmarking-Portal Mister Wong, einer der letzten verbliebenen deutschen Dienste der Web-2.0-Ära, soll verkauft werden.

 

Einer der letzten verbliebenen deutschen Dienste der Web-2.0-Ära steht vor einer großen Veränderung: Mister Wong, das von der Bremer Web- und PR-Agentur construktiv entwickelte und seit 2009 als eigenständiges Unternehmen agierende Social-Bookmarking-Portal, soll verkauft werden .

Mister Wong ging im Frühjahr 2006 an den Start und galt gemeinhin als die bekannteste Onlineplattform im deutschen Raum zum Speichern und Teilen von Links. Knapp 500.000 Mitglieder haben bis zum heutigen Tag rund elf Millionen Bookmarks angelegt.

Im vergangenen Jahr veränderte Mister Wong die Ausrichtung und verlagerte den Schwerpunkt von Bookmarking hin zu "Social Information". Neue Funktionen sollten zum Entdecken von Websites und zur Interaktion der Nutzer rund um Onlinepräsenzen animieren. Auch eine Dokumentenplattform wurde integriert, bei der Anwender bisher rund 13.000 Dateien abgelegt haben.

Mit dem erweiterten Horizont versuchten die Norddeutschen, dem veränderten Markt und der zunehmenden Dominanz von Facebook, Twitter und andere Social-Web-Diensten aus den USA Rechnung zu tragen. Zudem gelangte Social Bookmarking nie richtig aus seiner Nische heraus, was weniger daran lag, dass Anwender keine Links online veröffentlichen wollen, sondern eher daran, dass nur eine vergleichsweise kleine Nutzergruppe dafür extra für diesen Zweck geschaffenen Sites benötigt.

Auch wenn der Relaunch Mister Wong nicht zurück ins große Rampenlicht der Social-Web-Welt befördern konnte, merkt Gründer und Geschäftsführer Kai Tietjen an, dass der Verkauf weniger mit der Entwicklung von Mister Wong zu tun hat sondern eher mit dem sehr erfolgreichen Agenturgeschäft der Mutterfirma construktiv, das aufgrund diverser Großkunden erhebliche Personalressourcen benötigt. Das Geschäft mit Mister Wong sei in der Folge in den Hintergrund getreten.

"Mister Wong ist immer noch ein total spannendes Projekt und eine Trennung fällt uns sehr schwer, aber wir wollen den Fokus nun auf neue Projekte legen, insbesondere im Bereich Apps und Mobile", so Tietjen, der mit Unit51 auch gerade eine neue App-Schmiede gegründet hat.

Wie Interessenten mit Tietjen in Kontakt kommen, steht im soll verkauft werden .

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