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21.08.08

Microsoft Photosynth: Fotos in virtuelle Räume transformieren

Mit Photosynth startet Microsoft einen Dienst, der Fotos miteinander kombiniert und in einen 3D Raum transformiert. Das Ergebnis ist wunderbar und wird unsere Wahrnehmung nachhaltig beeinflussen.

Photosynth, ein neuer Dienst von Microsoft, der Fotos miteinander verschmilzt und daraus einen drei-dimensionalen Raum konstruiert, den man übergangslos durchwandern kann, ist seit gestern öffentlich zugänglich.

Photosynth ist wohl die erste echte Wow!-Anwendung seit Google Earth. Leider muss ich mich in meiner Einschätzung auf einige gesehene Videos verlassen, weil Photosynth derzeit nur Windows XP bzw. Vista unterstützt, aber die Demos – etwa auf der Startseite – sind verblüffend.

Kollege Marcel Weiß hat Photosynth angeschaut und getestet und ist beeindruckt:

Je nach Ausgangslage sind die Ergebnisse erstaunlich gut. Photosynth steht und fällt allerdings mit dem Ausgangsmaterial, das in den ersten Versuchen wohl oft offensichtlich nicht zuvorderst für Photosynth erstellt wurde. In den ersten auf der Startseite verlinkten Beispielen funktioniert das deswegen mal mehr mal weniger gut. Wer künftig Fotos mit der Absicht erstellt, sie in Photosynth zu verwenden und daraufhin auf die Perspektive achtet, wird allerdings auch heute schon mit einem sehenswerten Ergebnis belohnt.

Damit das funktioniert, müssen die Fotos natürlich einen gewissen Grad an Überschneidung aufweisen, aber Photosynth scheint sehr gut darin zu sein, diese zu finden. Es lassen sich Fotos mit den unterschiedlichsten Auflösungen, aus unterschiedlichen Tageszeiten, unterschiedlichen Zoomstufen, verscheidensten Blickwinkeln miteinander kombinieren. Je vielfältiger die Fotobasis ist, desto fliessender sind natürlich die damit erstellten Synthesen.

Benutzer bekommen für den Anfang 20 GB an Speicherplatz für Photos, damit lassen sich etwa 60 Photosynths erstellen. Ganz interessant dabei: alle Fotos sind öffentlich. Während flickr also gewissermassen das Auge der Welt ist, das einen Blick auf so ziemlich jeden Ort und jedes Ding ermöglicht, könnte Photosynth irgendwann eine Art Film der Welt werden, die man virtuell durchfliegen kann. Man überlege sich nur was möglich wäre, wenn sich Photosynth und (natürlich nur der öffentliche Teil von) flickr zusammentäten.

Die sich abzeichnenden Möglichkeiten jedenfalls sind fantastisch. Nicht nur für die Erschliessung der eigenen Lebenswelt, auch für Museen, den Tourismus, Shoppingseiten, usw.

Photosynth sind dabei zwei technologische Leistungen gelungen: einerseits das Dekonstruieren eines ‘abstrakten’ Raumes aus einem Bündel von ‘flachen’ Photos, der sich in der Folge als virtueller Raum rekonstruieren lässt; und andererseits eine Streaming-Technologie, die das Ganze mehr oder weniger jedem mit Breitbandanschluss in Echtzeit zugänglich macht. Microsoft hat dafür die Technologie von Seadragon zugekauft, das geräteunabhängig riesige Datenbestände durchbrowsbar macht.

Andere Reaktionen zum Start:

Microsoft launches 3D wonder Photosynth for consumers (CNET)

Microsoft Launches Photosynth: Your Pictures in 3D (ReadWriteWeb)

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