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20.02.09

Lasst sie nur reden: Der Journalismus ist nicht tot

"Was ist schwarzweiß und total hinüber?", fragt US-Talker Jon Stewart - und meint die Zeitung. Das Medienblog 10,000 Words hat deprimierende Zitate gesammelt.

Sie machen doch nur Spaß: journalism-is-dead.com (Screenshot)

Die Zukunft der Medien ist ja vielleicht düster, aber muss man gleich die Apokalypse herbeireden? Das US-Medienblog 10,000 Words ist sich sicher, dass sich die Medien zwar wandeln, der Journalismus aber sei gekommen, um zu bleiben. Wie das mit den neuen Medien und dem Journalismus zusammengeht, präsentiert das Blog tagtäglich. Trotzdem hat 10,000 Words eine ganze Reihe Aussagen über das vermeintliche Ende des Journalismus und die Krise der Zeitungen gesammelt. Zu lesen gibt's wenig erbauliche Sprüchlein wie zum Beispiel:

"Just in case no-one told you, printed newspapers are dead. We know it, they know it; we're just pretending they're doing fine to be polite." (@jearle)

"Hi, my name is Mark. I'm 26 years old, and I still subscribe to the daily paper. For uttering that sentence I really should belong in a support group." ( Mark Evitt )

[box align="right"]50 aktuelle Zitate zur Zukunft der Medien

Was Journalisten, Medienmanager und Wissenschaftler zur Zukunft der Medien und zur Krise der Zeitung in den vergangenen Monaten alles gesagt haben, haben wir hier auf medienlese.com gesammelt.[/box]"Regarding all newspapers, a movie quote: "I see dead people ... They only see what they want to see. They don't know they're dead." (@pfreet)

Die nicht ganz ernst gemeinte Sammlung fieser Zitate von Journalisten, Bloggern und Twitterern hat ein eigenes, rabenschwarzes Zuhause bekommen: journalism-is-dead.com . Denn so treffend manche Zitate auch sein mögen, viele sind derart übertrieben, dass man sie bei 10,000 Words wohl lieber nicht im Blog stehen haben mag.

Krise in den USA – und in Deutschland?

Auch in Deutschland vergeht kaum ein Tag ohne neue Hiobsbotschaften: Ob Park Avenue, das WOM-Magazin, Burdas Tomorrow, die Frauenmagazine Chica und Young oder zuletzt die Vanity Fair, etliche Printprodukte finden Eingang in die heiligen Hallen von retromedia.de, dem Friedhof der Medienprodukte. Andernorts werden Stellen gestrichen, Redaktionen systematisch dezimiert, Beilagen verschwinden, werden Zeitungen dünner.

Sogar stolze Titeln wie Stern, Spiegel oder Bild am Sonntag verlieren zunehmend an Auflage, die Tageszeitungen sowieso. Handelsblatt-Blogger Thomas Knüwer schreibt: "Es wird Zeit, dass die Zeitungen der Realität ins Auge sehen: Sie stecken in einer Strukturkrise."

Strukturkrise ja – im Internet fehlen die Werbeeinnahmen. Aber keine publizistische Krise, keine Krise des Journalismus. "Qualitätsmedien gewinnen an Reichweite", schrieb gerade erst wieder Spiegel Online. Die Auflagen mögen sinken, die Klickzahlen und der Bedarf an Journalismus sind ungebrochen. Auf journalism-is-dead.com gibt es dann auch diesen fast schon versöhnlichen Kommentar: "Newspapers may be dead but they sure are turning out to be kick ass zombies."

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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