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09.10.09

Internet und Produktivität: Zeitverschwendung vs. Effizienzgewinn

Mitarbeiter verschwenden wertvolle Abeitszeit im sozialen Netz, so hört man es oft. Dass der Effizienzgewinn der Digitalisierung die verlorene Zeit ausgleicht, wird gerne verschwiegen.

(Bild: iStockphoto.com)Man kennt sie ja, die Klagen über verschwendete Zeit am Arbeitsplatz. Anstelle produktiv zu sein und ihren Job zu erledigen, surfen Angestellte bei Facebook, Twitter und YouTube - und fügen damit Firmen erheblichen Schaden zu. So zumindest sehen es viele Unternehmen und blockieren daher den Zugriff auf einschlägige Sites des Social Web. 54 Prozent der US-Unternehmen sperren Social Networks komplett, so eine aktuelle Studie.

Während unklar ist, ob ein solcher Schritt am Ende nicht nach hinten losgeht und die Motivation und Loyalität der Mitarbeiter senkt, bleibt ein verwandter Aspekt meist völlig unbeachtet: Während die private Internetnutzung im Büro in den Augen der Firmen die Produktivität verringert, wird gerne vergessen, dass sich die neuen Technologien und Dienste gleichzeitig ungemein positiv auf die Effizienz auswirken - und damit den "Schaden" locker ausgleichen.

Dank zahlreicher Onlinedienste zur Kommunikation und Kollaboration lassen sich heute viele Aufgaben deutlich schneller erledigen als vor 20 Jahren. Das fängt bei so simplen Dingen wie dem Versand von Dokumenten an - war früher der Postweg notwendig, der die Fortsetzung einer Tätigkeit erst Tage später ermöglichte, lassen sich Dateien heute digital per Mail oder über das Web versenden, empfangen - und auch gleich noch gemeinsam bearbeiten.

Erforderte ein wichtiges Meeting früher noch die Anwesenheit aller Personen und sorgte für einen komplizierten Terminfindungsprozess, können die Teilnehmer einer Besprechung heute dank Doodle, Skype und Diensten für Videokonferenzen sehr viel schneller und flexibler einen Zeitpunkt finden, der allen passt.

Der Zugriff auf Kundendaten ist Dank Salesforce von überall aus möglich, der fristgerechte Ablauf von Projekten sowie gemeinsames Arbeiten mit Hilfe von Tools wie Basecamp, ZCOPE oder Producteev stets gesichert und ein schnelles Erreichen von Geschäftspartnern und Kollegen über Mail, Instant Messenger oder Social Networks kein Problem mehr.

Natürlich trägt auch Google seinen Teil zur gesteigerten Effizienz bei und erlaubt das Auffinden von Informationen innerhalb weniger Sekunden - wo im vergangenen Jahrhundert umständliches Herumtelefonieren erforderlich war.

Die Liste an Beispielen für erhöhte Effizienz und Produktivität lässt sich beliebig fortsetzen - und gilt selbstverständlich auch bei firmeninternen bzw. eigenentwickelten Lösungen. Wer heute einem akademischen Beruf nachgeht, ist oft in der Lage, Projekte und Aufgaben schneller und mit weniger Zeitaufwand zu erledigen als jemals zuvor. Dass die freigesetzte Zeit dann nicht (nur) dazu genutzt wird, um mehr zu arbeiten, mag aus Firmensicht traurig sein.

Doch lediglich zu kritisieren, Facebook & Co würden die Produktivität vermindern, ist nur die halbe Wahrheit. Die Tatsache des Effizienzgewinns durch die Digitalisierung sollte man keinesfalls vernachlässigen. Hier lässt sich erheblich mehr gewinnen, als auf der anderen Seite Zeit zu verlieren ist.

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