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23.03.12

Intelligente Mitfahrzentrale: flinc erweitert sein Netzwerk

Das Darmstädter Startup flinc will mit seiner intelligenten Mitfahrzentrale das Thema Mobilität revolutionieren. Eine Partnerschaft mit dem Carsharing-Unternehmen DriveNow soll dabei helfen.

 

Mitfahrgelegenheiten in Echtzeit auch für kurze Strecken zu vermitteln, statt von Anwendern zu erwarten, Fahrten Tage im Voraus zu buchen - dieses Ziel verfolgt das Darmstädter Startup flinc. Im Juli vergangenen Jahres gab das junge Unternehmen um die Gründer Benjamin Kirschner, Michael Hübl sowie Geschäftsführer Klaus Dibbern grünes Licht für sein ambitioniertes "Social Mobility Network", mit dem die Vision eines individuellen, intelligenten und nachhaltigen Verkehrsnetzwerks umgesetzt werden soll.

flinc vermittelt vorab geplante sowie spontane Mitfahrgelegenheiten für kurze wie lange Strecken über eine Weboberfläche, eine eigene iPhone- und Android-App sowie Navigationsapps von Navigon und Bosch. In Deutschland hat der Service mittlerweile mehr als 50.000 Nutzer, die über die erwähnten Navigationsgeräte Fahrten von über acht Millionen Kilometern angelegt haben (flincs mobile Apps sowie Website sind hier nicht eingerechnet). Zwar betont flinc-Pressekontakt Stephan Eichenseher, dass diese nicht komplett vermittelt wurden - doch die Zahl zeigt, welche Dimension an Streckenkilometern bereits als Mitfahrgelegenheiten für andere flinc-Anwender zur Verfügung steht.

Eichenseher erklärt auch, dass sich der Anstieg der Benzinpreise direkt auf die flinc-Nutzung auswirkt: So sei die Zahl der vermittelten Fahrten seit Mitte Dezember, als der Spritpreis stark zu steigen begann, bis Ende Februar um 25 Prozent gestiegen.

Für die Darmstädter geht es jetzt vor allem darum, eine kritische Masse an Nutzern aufzubauen, deren Fahrten auch regelmäßig von flinc erfasst werden. Denn nur dann kann sich das Alleinstellungsmerkmal gegenüber traditionellen Mitfahrgelegenheit, spontan Mitfahrer in der Nähe zu finden und mitzunehmen, richtig entfalten.

Eine heute bekannt gegebene Kooperation mit DriveNow, dem Carsharing-Joint-Venture von BMW und Sixt, markiert einen wichtigen Schritt in diese Richtung: Ab April können Fahrer der rund 750 DriveNow-Fahrzeuge, die derzeit in München, Düsseldorf und Berlin zur spontanen Miete bereitstehen, ihre Touren dem flinc-Netzwerk anbieten und durch das Mitnehmen von flinc-Nutzern einen Teil ihrer Mietkosten ausgleichen. flinc ist dazu als Zusatzdienst in das Bordsystem von DriveNow integriert und kann durch einen Login in das persönliche flinc-Konto aktiviert werden.

Die Partnerschaft mit DriveNow führt für alle flinc-Nutzer in den genannten Städten zu einer Erweiterung der verfügbaren Mitfahrgelegenheiten. Auch das im Sommer 2011 in München lancierte Carsharing-Projekt, das laut eigenen Angaben 17.000 Kunden hat, profitiert von der Zusammenarbeit: Denn flinc-Nutzern werden künftig DriveNow-Fahrzeuge in ihrer Nähe angezeigt.

Tag für Tag fahren Millionen von Menschen mit ihren zumeist nicht vollbesetzten PKWs auf den selben Strecken. Ein cleveres System, das es den Fahrern ermöglicht, sich ohne Flexibilitäts- und Komforteinbußen "on Demand" zu Fahrgemeinschaften zusammenzuschließen, kann sowohl Umwelt als auch das Portemonnaie schonen.

Inwieweit flinc letztlich das Unternehmen sein wird, welches eine derartige Mobilitätsrevolution massentauglich macht, lässt sich momentan noch schwer beurteilen. Doch mit jeder Partnerschaft, die das flinc-Netzwerk vergrößert und die Zahl von Mitfahrmöglichkeiten erhöht, kommt das Startup diesem Ziel ein Stück näher.

Eine potenzielle Konkurrenz für flinc entsteht gerade in Karlsruhe: Von dort aus will PocketTaxi eine neue Lösung etablieren, um flexible Fahrgemeinschaften zu bilden. Noch läuft dieses Vorhaben jedoch im Testmodus.

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