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10.05.12

Influencer Marketing in Deutschland: Klout-Konkurrent PeerIndex belohnt digitalen Einfluss

In den USA erhalten digitale Multiplikatoren über die Reputationsplattform Klout Vergünstigungen und Sonderangebote. Der Londoner Wettbewerber PeerIndex will mit PeerPerks auch Europas digitale Influencer belohnen.

Klout, das umstrittene Werkzeug zur Reputationsmessung, mit dem wir uns wohl einfach anfreunden müssen, hat gestern eine interessante Kooperation mit der aus Hongkong stammenden Fluggesellschaft Cathay Pacific bekannt gegeben: Passagiere am Flughafen von San Francisco, die eine Klout-Score von mehr als 40 vorweisen können, erhalten kostenfrei Zugang zur Business Lounge von Cathay Pacific - selbst wenn sie mit einer anderen Gesellschaft fliegen.

Damit erweitert das kalifornische Internetunternehmen das Angebot von sogenannten "Perks", also Vergünstigungen für Onlinenutzer mit einer besonders hohen digitalen Reichweite. Bisher jedoch können nur Nutzer in den USA in den Genuss derartiger Goodies kommen. Gut vernetzte, einflussreiche Klout-Anwender in Europa profitieren also derzeit noch nicht direkt von ihrer hohen Klout-Score (sofern diese nicht schon von Firmen intern eingesetzt wird).

Der aus London stammende Klout-Konkurrent PeerIndex sieht hier seine Chance und hat die Belohnungsplattform PeerPerks  gestartet. Unternehmen und Marken erhalten dort die Gelegenheit, besonders reichweitenstarke und populäre Twitter-, Facebook- und LinkedIn-Anwender mit Rabatten, Verlosungen und anderen Spezialangeboten zu beglücken. "Je präsenter man in den sozialen Medien ist, desto mehr Dinge erhält man", so das Versprechen der neuen Website, die auf dem von PeerIndex durchgeführten Scoring von Social-Web-Nutzern basiert. Was bei Klout die Klout-Score ist, stellt bei dem britischen Pendant der PeerIndex dar.

Die derzeit bei PeerPerks gelisteten Angeboten reichen von unbegrenztem Speicherplatz bei einem Onlineservice über einen dreimonatigen Gratiszugang zum Musikdienst Deezer bis hin zu kostenfreien Fitnesskursen. Die Verfügbarkeit variiert dabei und richtet sich bei vielen Angeboten vorrangig an Nutzer im Heimatmarkt Großbritannien sowie in den USA. Mit einer aktuellen Marketingkampagne für ein neues Ford-Modell signalisiert PeerIndex aber, dass es Europa als Ganzes im Visier hat:

Nach Meinung von PeerIndex einflussreiche Social-Media-Nutzer in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Rumänien und Spanien können sich eine "einzigartige 3D-Holographie" des besagten Automobils sichern. Die ersten 1.000 Teilnehmer mit einem hinreichend hohen PeerIndex werden mit dem Hologramm, das angeblich mit einer bisher nur vom US-Militär genutzten Technologie hergestellt wurde, belohnt.

Ungeachtet der Frage, was man mit einer derartigen Belohnung anstellen soll, handelt es sich hierbei um die unseres Wissens nach erste Aktion, bei der digitale Multiplikatoren in Deutschland für ihre hervorstechende Reputation einen "Perk" einheimsen können. Und egal was man von dieser Art des Influencer Marketings auch halten mag - es wird unter Garantie nicht die letzte Aktion in diesem Stil sein, zumal Klout nicht zulassen kann, dass sich PeerIndex den europäischen Markt alleine unter den Nagel reißt.

PeerIndex hofft mit dem Projekt, bis zu 1000 gut vernetzte europäische Social-Media-Anwender als neue Nutzer zu gewinnen - denn wer das Hologramm über PeerPerks beansprucht und sich per Twitter- oder Facebook authentifiziert, registriert sich damit auch automatisch bei PeerIndex, das daraufhin seine Algorithmen in Gang setzt und eine Score verteilt.

Die heute lancierte Kampagne ist vor allem ein symbolischer Schritt von PeerIndex und signalisiert den Anbruch einer neuen Form digitaler Werbe- und Kundenbindungsmaßnahmen auf Basis einflussreicher Anwender im Social Web. Man kann das für Unfug halten und sich gegen die Einteilung von Verbrauchern in verschiedene Klassen ausgehend von ihrer Onliner-Reichweite sträuben - für Firmen sind die Anreize aber zu groß, um diese neue Möglichkeit nicht wenigstens einmal auszuprobieren. Vielleicht springt beim nächsten Mal dann ja auch etwas wirklich Nützliches für europäische Twitter- und Facebook-Meinungsführer heraus.

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