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12.10.10

Idonext: Aufgabenverwaltung, wie sie einfacher (wirklich) nicht sein kann

Der Markt für Online-Taskmanager und Tools zur gemeinsamen Aufgabenverwaltung ist vielseitig. Mit Idonext stösst ein weiteres Startup in diesen Bereich vor. Das Alleinstellungsmerkmal: radikale Einfachheit.

 

Es ist nicht gerade so, als wäre das Angebot an Produktivitäts-Tools und Task-Managern klein. In den letzten Monaten haben wir über mehrere derartige Services berichtetet - Remember The Milk beispielsweise, den Pionier der To-Do-Tools im Netz, der zunehmend durch Gratisdienste wie Producteev (Review) oder Licorize (Review) unter Druck gesetzt wird. Und Lars Hinrichs' Inkubator HackFwd hat mit TheDeadline kürzlich ebenfalls einen eigenen Dienst zur Aufgabenverwaltung ins Rennen geschickt.

Doch trotz der harten und in ihrer Funktionalität teilweise sehr ansprechenden Konkurrenz hindert das ein weiteres Unternehmen nicht daran, sich ebenfalls in den heißumkämpften Markt der Taskmanagementtools zu begeben: Idonext heißt das sich diese Woche seines Beta-Tags entledigende Zwei-Mann-Startup aus San Francisco, das mit Mitbegründer und CTO Sebastian Kreutzberger zur Hälfte deutschen Ursprungs ist.

Wo glaubt der junge Service, seine Nische gefunden zu haben? Idonext will mit seinem Angebot "die einfachste und effizienteste Art" bieten, sich zu organisieren und Aufgaben und Termine mit Freunden, Projektmitgliedern oder Kollegen zu teilen. Das große Alleinstellungsmerkmal ist also die Einfachheit, durch die Anwendern so wenig Zeit wie möglich verloren gehen soll.

In der Tat macht der Service nach der Registrierung einen äußerst schlanken Eindruck. Statt einer bunten, mit vielen Schaltflächen und Buttons überladenen Oberfläche eröffnet sich einem ein schlichtes in weiß mit einigen Blautönen gehaltenes Drei-Spalten-Design. Zentral in der Mitte werden neue Aufgaben samt Fälligkeitsdatum angelegt, die sich mit Tags versehen und Kontakten zuordnen lassen.

In der linken Spalte kann über verschiedene Reiter auf bereits existierende Tasks zugegriffen werden ("Today", "Tomorrow", "Scheduled", "Someday", "Done"). Außerdem erreicht man von dort den "Stream", eine Art Mini-Newsfeed, der mit Status-Updates rund um aktuelle Aufgaben befüllt werden kann, sich in Echtzeit aktualisiert und in Form einer kleinen Box zu jedem Zeitpunkt in der rechten Spalte präsent ist.

Idonext bietet neben einer kostenlosen Variante mit den beschriebenen Features für 2,99 Dollar/Monat auch ein Premium-Paket, das den Upload und das Zuweisen von Dateien erlaubt. Eine Produktversion für Unternehmen ist in Planung. Eine Push-fähige iPhone-Applikation kann im App Store für einmalig 2,39 Euro gekauft werden.

Onlinediensten wird gerne empfohlen, sich auf das Wesentliche zu beschränken. Simplizität und der Verzicht auf Ballast kann in der Tat einen Service deutlich aufwerten. Allerdings beschleicht mich das Gefühl, dass Idonext aktuell etwas zu wenig bietet, um gegen den Wettbewerb ankommen zu können - egal, ob es in den Gewässern anderer Taskmanager oder eher bei etablierten, vollwertigen Projektmanagement-Tools wie Basecamp auf Nutzerfang gehen möchte.

Wobei ich zugebe, dass ich auf Anhieb auch keine konstruktiven Vorschläge habe, was für den Einsatz in Mini-Teams noch hinzugefügt werden müsste (abgesehen von der Möglichkeit, sich gegenseitig private Nachrichten schicken zu können). Wer weiß, vielleicht liegt der Dienst, der von CTO Sebastian Kreutzberger aus dem eigenen Bedürfnis heraus entwickelt wurde, einen Taskmanager ohne "Bells & Whistles" nutzen zu können, mit seinem radikalen Fokus auf Einfachheit am Ende doch nicht so falsch...

Link: Idonext

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