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15.08.14

IAC kauft ein: Tinder und Ask.fm, zwei Lieblings-Apps von jungen Leuten, haben nun die selbe Besitzerin

180 Millionen vorrangig jugendliche Nutzer halten sich jeden Monat bei Ask.fm auf. Jetzt hat der US-Internetkonzern IAC das Startup aus Riga über seine Tochter Ask.com übernommen. Auch die beliebte Dating-App Tinder gehört zu IAC.

Die kalifornische Antwortmaschine Ask.com hat in einem überraschenden Schritt die lettische Frage-Antwort-Plattform Ask.fm übernommen. Der Deal ist deutlich bedeutsamer, als er im ersten Moment ausschauen mag: Denn Ask.fm zählt zu den absoluten Lieblingsdiensten von Jugendlichen rund um den Globus, wie wir im Juli beschrieben. Mittlerweile soll der Service 180 Millionen aktive Anwender vorweisen können; größtenteils Teenager. Ask.com dagegen, ansässig im neben San Francisco gelegenen Oakland, war einst eine kleine Größe im US-Suchgeschäft, spielt aber heutzutage im Alltag der meisten Amerikaner keine Rolle mehr. Eigentümerin von Ask.com ist IAC, eine New Yorker Onlinefirma und Dachgesellschaft für allerlei Websites und Onlinemarken wie etwa den YouTube-Konkurrenten Vimeo. Eines ihrer schillerndsten Angebote: die populäre, expansive Casual-Dating-App Tinder.

Während sich zwischen den Interessen eines vollkommen ergrauten, verblassten Suchpioniers und denen einer zentralen Anlaufstelle für pubertierende Jugendliche aus aller Welt wenig Überschneidungen erkennen lassen, verspricht der parallele Besitz von sowohl Ask.fm als auch Tinder aus Sicht von IAC durchaus Synergien. Beide Angebote erfreuen sich in vielen Ländern wachsender Beliebtheit, und das vor allem bei Personen unter 30. Zu sehen, was IAC aus diesen Assets machen wird, dürfte interessant werden.

Die Meldung zum Kauf wirft allerdings auch einige Fragen auf: Nicht nur, wieviel Geld geflossen ist, sondern auch, wieso die zwei Gründer von Ask.fm, die Brüder Ilya Terebin und Mark Terebin, sofort und vollständig das Projekt verlassen. Zudem kündigt die neue Besitzerin an, die quasi-anonyme Frage-Antwort-Site so zu verändern, dass sie nicht länger Mobbing und Denunziationen den Weg bereitet. Das klingt zwar vernünftig, kann aber auch leicht daneben gehen, sollte sich die jugendliche Nutzerschaft zu sehr an die Leine genommen fühlen. /mw

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