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02.09.08

Google Chrome: Google kündigt Browser an, in Comicform

Google kündigt den Google-Browser mit einem Comic-Heft an.

google chrome

Update: Google Chrome kann jetzt heruntergeladen werden. Siehe auch unsere Analyse zu Google Chrome.

Gerüchte von einem Google-Browser machen ja schon des Längeren die Runde, dass Google aber ein 38 seitiges Comic erstellen lässt und an die inoffizielle Google Analysezentrale Google Blogoscoped verschickt, ist aber neu und ein starker Indikator für einen bevorstehenen Launch.

Philipp Lenssen hat das Comic jedenfalls gescannt, zur allgemeinen Ansicht online gestellt und analysiert.

google chrome

Die wichtigsten Punkte sind:

  • Der Browser wird unter einer Open-Source-Lizenz stehen und hört auf den Namen Google Chrome (die URL ist noch nicht aktiv.)
  • Google Gears, Googles Hintertürchen in die Browser, mit dem sie diese mit Funktionalitäten anreichern können, ist nativ eingebaut.
  • Für den Browser wird eine JavaScript VM namens V8 entwickelt, die performanter als aktuelle Implementierungen ist und die wesentlich weniger fehleranfällig sein soll, weil die Scripts in eigenen Prozessen verwaltet werden und Störungen nicht mehr den gesamten Browser lahmlegen können. Ein integrierter Task Manager lässt die schwarzen Schafe einfach lokalisieren und ggf. beenden.
  • Als HTML Rendering-Engine wird Apples WebKit verwendet. Warum das Rad neu erfinden?
  • Die Tabs hängen nicht von der Adresszeile herunter sondern sind wie Reiter über dem Fenster angeordnet. Neue Tabs werden mit den für den User beliebtesten Seiten prepopuliert.
  • Die Adresszeile wird zu einem Multifunktionstool und bekommt den Namen omnibox. Ich hoffe, sie vermeiden die gutgemeinte Nervigkeit von Tools wie Microsofts Helferlein.
  • Sicherheit wird gross geschrieben, Prozesse laufen in einer eigenen sandbox wobei potentiell gefährliche Aktionen immer von User getriggert werden müssen. Blacklists von dubiosen Seiten werden automatisch und in Echtzeit aktualisiert.

Für Google sind Browser komplementäre Produkte, was etwa das indirekte Sponsoring von Firefox / Mozilla mit etwa 60 Millionen Dollar pro Jahr erklärt (der Vertrag wurde vor kurzem bis 2011 verlängert.) Was gut für die User ist, ist auch gut für Google. Gleichzeitig ist etwas Wettbewerb am Browsermarkt sicher nicht schlecht. Welche Konsequenzen ein Google Browser für das Ökosystem Web hat, kann derzeit schwer eingeschätzt werden.

Andere Stimmen zum Comic:

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