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02.10.08

Google Blogsearch: Vom Stiefkind zum Memetracker

Google verwandelt die Startseite der Blogsuche in einen Memetracker, der die relevantesten Stories aus der Blogosphäre in Echtzeit aggregiert.

Googles Blog Search hat lange Zeit ein eher stiefkindliches Dasein gefristet. Die Qualität der Suchergebnisse hat stark variiert, einige Features wie Sortieren der Ergebnisse nach Relevanz oder Datum haben wenig zuverlässig beziehungsweise überhaupt nicht funktioniert, und auch das Lieblingsfeature von Bloggern – die Suche nach Backlinks – war alles andere als vollständig.

Gestern jedoch hat Google eine neue Version lanciert, die Blogs die gebotene Aufbereitung und Aufmerksamkeit zukommen lassen will.

Die schlechte Nachricht zuerst: besser geworden ist die eigentliche Blogsuche nicht. Wenn man konkret nach Begriffen, Themen oder Links sucht, sind die Ergebnisse genauso recht und schlecht wie bisher.

Die gute Nachricht: Google hat die Startseite in einen Memetracker verwandelt und aggregiert jetzt die meistdiskutierten Themen der Blogosphäre, ähnlich wie bei Google News. Neben den Top Stories gibt es noch einige thematische Kategorien wie USA, Welt, Business, Technologie, Spiele, Wissenschaft, Sport oder Unterhaltung, und mit einem Klick kann man sich zu jeder Story alle relevanten Blogbeiträge anzeigen lassen.

Beispiel: Die Diskussion zum Thema Googles neue Blogsuche.

Marcel hat vor zwei Monaten einige Memetracker wie Techmeme oder Rivva und andere neuartige Nachrichtenseiten vorgestellt. Für einige davon dürfte die Luft etwas dünner werden. Die Qualität der extrahierten Stories und vor allem die Gruppierung von allen relevanten Blogbeiträgen ist jetzt schon erstaunlich gut. Wenn Google kreativ wird und noch Personalisierbarkeit ermöglicht, wie sie es etwa schon bei Google News tun, oder unsere Aufmerksamkeitsdaten, die wir ohnehin an unzähligen Stellen im Google-Universum hinterlassen, in die Ergebnisse hineinfaktoriert, dann haben Blogger und an Blogs Interessierte bald eine Startseite vom allerfeinsten.

Anders als Techmeme oder Rivva beschränkt Google den Diskurs nicht auf ein Bündel von autoritativen Blogs, die dann also auch bestimmen, was ein relevantes Thema ist und was nicht. Das ist sicher nicht nur gut, mitunter weil es auch die Einladung für Spammer beinhaltet, die sicher jetzt schon daran sitzen, ihre 'Social Media'-Optimierungsstrategien anzupassen.

Aber unter dem Strich ist das eine sehr erfreuliche Entwicklung, nicht zuletzt weil es die Vielfalt fördert, die von Techmeme bekannten Echokammer-Effekte vermeidet und auch Nicht-Bloggern einen übersichtlichen Einstiegspunkt in die Welt der Blogs bietet.

Nebenbemerkung: Der Infopirat hat eine Linkliste zum Thema “Fliegen Blogs wegen der Blogsuche aus dem Google Index?” erstellt, die offensichtlich so manchen beschäftigt. Ich halte das eher für wilde Spekulationen aus der Gerüchteküche.

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