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22.03.17

Smart Innovations

Goodbag: Die smarte Einkaufstasche

Jürgen Kroder

So funktioniert das Konzept, mit dem man Plastiktüten einsparen und zugleich den Regenwald retten kann.


The Goodbag (Bild: Bonsum))

Mehrweg-Einkaufstasche 4.0 anstatt Wegwerf-Plastiktüte

Plastiktüten sind zwar praktisch, doch nicht nur Umweltschützern sind sie ein Dorn im Auge. Schätzungen nach werden jährlich weltweit über eine Billion Stück (das ist eine Zahl mit 13 Stellen) benutzt und landen danach nicht immer da, wo sie sollten. Oft findet man sie im Straßenrand, im Meer oder im Magen von toten Tieren. Damit dies nicht geschieht, gibt es verschiedene Initiativen und Projekte, welche die Plastiktüte und ihren massenhaften Einsatz einschränken möchten. Ein Projekt kommt aus Berlin und heißt The Godbag.

Hinter Goodbag steckt das Start-up Bonsum. Das junge Team will dafür sorgen will, dass Plastiktüten aus unserem Alltag verschwinden. Das soll durch den Einsatz von ökologischem Materialien, moderner Technik und einer Prise Charity gelingen. Und das geht so: Die Goodbag ist eine Stofftasche aus biologischer Fair-Trade Baumwolle mit integriertem Chip. Hält man diese spezielle Einkaufstasche an eine NFC-Schnittstelle, zum Beispiel an einer Ladenkasse, erhält Goodbag einen kleinen Betrag. Mit diesem kauft das Unternehmen einen Quadratmeter Regenwald kaufen. Was geschieht mit diesem? „Durch die Privatisierung können diese Flächen langfristig konserviert werden“, sagte uns der Bonsum-Mitgründer Frederik Betz.

Marktforschung mit ökologischem Effekt

Das Geld für den Erhalt des Regenwaldes erhält die junge Firma von den Supermärkten, in denen die Goodbag zum Einsatz kommt. Diese können durch das Scannen der Taschen wichtige Daten über das Einkaufsverhalten sammeln. Doch: „Die Goodbag erfasst keine personalisierten Daten. Mit jedem Scan ermittelt unser System lediglich wann welche Goodbag wo verwendet wurde“, erklärt Betz. Zwar muss jede smarte Einkaufstasche einmal registriert werden, dies passiert jedoch ohne die Angabe persönlicher Daten.

Bis es soweit ist, könnte es noch etwas dauern. Die Goodbag-Erfinder befinden sich gerade in Gesprächen mit verschiedenen Ketten und Einzelhändlern. Das Konzept wird höchstwahrscheinlich in der Heimatstadt der Gründer – Berlin – zuerst starten.

Eine Idee, zwei Teams

Bonsum ist nicht das einzige Team, das an der Goodbag arbeitet. Ein gleichnamiges und fast gleichartiges Produkt (goodbag.io) gibt es bereits in Österreich. Beide Teams haben ein halbes Jahr lang versucht, zusammen zu arbeiten, doch ihre Wege trennten sich. Die Berliner kümmern sich seitdem um die Erschließung des deutschen Marktes, das österreichische Goodbag-Team um seinen Heimatmarkt.

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