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05.11.10

Gesten- und Sprachsteuerung: Last.fm veröffentlicht Kinect-Applikation

In wenigen Tagen gibt Microsoft den Startschuss für Kinect, die Bewegungssteuerung für seine Spielkonsole Xbox 360. Dass das Potenzial der neuen Hardware weit über Videospiele hinausgeht, verdeutlicht Last.fm mit seiner Kinect-Applikation.

 

Am 10. November gibt Microsofts in Europa den Startschuss für seine Bewegungssteuerung Kinect. Die Hardware fungiert als alternativer Controller für die Spielkonsole Xbox 360. Statt mit herkömmlichen Gamepads können Kinect-Besitzer ihre Xbox mit Gesten und Sprache kontrollieren. Zu Anfang werden vor allem Tanz-, Sport- und Fitnesstitel für die innovative Steuerung angeboten.

Nichts für mich, dachte ich anfänglich. Ich spiele nicht und besitze auch keine Xbox 360. Doch eventuell muss ich meine Haltung überdenken. Denn über ans Internet angeschlossene Xbox 360 Konsolen lässt sich auch auf ausgewählte Webapplikation zugreifen. Werden diese nun für Kinect tauglich gemacht, dann mutiert Microsofts neuartiges Spiele- und Familien-Highlight plötzlich in ein begehrenswertes System für alle Freunde gepflegter Internetunterhaltung.

Einer der ersten Webservices, der über Kinect verfügbar sein wird, ist Europas bevorzugtes Musikempfehlungs- und Onlineradio-Netzwerk Last.fm. Das Londoner Unternehmen hat gerade seine Applikation für Kinect scharf geschaltet. Dabei handelt es sich um eine verschlankte Version des Last.fm Radioplayers, mit dem sich personalisierte und Künstler-spezifische Radiostreams anhören lassen.

Die Kinect-App erlaubt die Steuerung das Last.fm-Radios mit Handgesten in der Luft. Auf diese Weise können Titel übersprungen, favorisiert oder geblockt sowie einzelne Last.fm-Radios angewählt werden. Und wem selbst das noch zuviel ist, der kann mit dem Ausruf "Xbox, Skip!” auch ganz einfach per Sprachsteuerung zum nächsten Song wechseln.

Leider zeigt Last.fm in seinem Blogbeitrag zur Applikation kein Video selbiger in Aktion, und auch bei YouTube bin ich nicht fündig geworden. Die Beschreibung dürfte aber ausreichen, um sich vorstellen zu können, wie mit Kinect (oder vergleichbarer Hardware) nicht nur die Spielewelt revolutioniert wird, sondern auch das Interneterlebnis - besonders im Hinblick auf die aktuellen Anstrengungen vieler Anbieter, endlich Fernsehen und Web zusammenzubringen.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich das Surfen in der Zukunft anfühlen wird, müssen Last.fm-Nutzer einige (finanzielle) Hürden überwinden: Zum einen benötigen sie eine Xbox 360und eine Xbox 360, zum anderen auch eine kostenpflichtige Xbox LIVE Gold-Mitgliedschaft, die neben Last.fm dann auch Zugriff auf Facebook und Twitter erlaubt.

Ungeachtet dessen lässt der Schritt erahnen, in welche Richtung sich die digitale Unterhaltung in nächster Zeit entwickeln wird. Bedenkt man, welch monströse Fernbedienung Sony mit seinem ersten Google-TV-Fernseher ausliefert, erscheint eine Gesten- und Sprachsteuerung mittelfristig selbst für Internetfernsehen wie ein deutlich zeitgemäßerer Ansatz. Wir sind gespannt, ob Kinect weitere Onlinedienste zu einer Integration mit Microsofts Konsole bewegen können wird.

Update: Worauf Last.fm in seinem Beitrag nicht explizit hinweist (aber netzwertig.com-Leser Marco tut dies): Die Last.fm-App für Xbox Live (und damit auch für Kintec) gibt es zur Zeit nur für Nutzer in den USA und Großbritannien.

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