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22.03.12

Geschenkgutscheine: BonaYou gibt Beschenkten viel Freiheit

Das Münchner Startup BonaYou erlaubt das Verschenken von Gutscheinen in Form einer unmittelbar einsetzbaren Prepaid-Mastercard. Beschenkte haben somit nahezu freie Wahl bei der Auswahl des Geschäfts und Produkts.

 

Onlinedienste, die das einfache und gemeinsame Verschenken von Gutscheinen an Freunde oder Bekannte ermöglichen, liegen im Trend. Speziell das schwedische Startup Wrapp, das eng mit Facebook integriert ist und bereits eine Reihe namhafter internationaler Investoren von sich überzeugen konnte, verschafft dieser Dienstegattung gerade eine gewisse Aufmerksamkeit. DropGifts , der entsprechende deutsche Klon der Samwer-Brüder, existiert bereits, und auch in den USA gibt es mit GiftRocket einen Nachahmer.

Ein Vorläufer des Konzepts sind kollaborative Geschenkdienste, die nicht wie die genannten Neulinge händlerspezifische Gutscheine anbieten, sondern bei denen Nutzer zusammen Geld sammeln, um dann davon Produkte aus Onlineshops als Geschenke zu erwerben. friendfund aus Berlin oder der US-Dienst eDivvy.com erlauben dies.

Doch beide Ansätze haben einen entscheidenden Nachteil: Die Empfänger des Geschenks haben nicht die freie Wahl darüber, was für ein Produkt oder welche Dienstleistung sie bekommen. Entweder erhalten sie wie bei Wrapp einen Gutschein für ein bestimmtes Geschäft, oder wie bei friendfund ein vorab ausgewähltes Geschenk. Das mag zwar gut zur ursprünglichen Philosophie des Schenkens passen, aber wird nicht Situationen gerecht, in denen sich die Geste des Gebens in Verbindung mit maximaler Wahlfreiheit beim Empfänger anbietet.

Genau für dieses Szenario hat das Münchner Startup nun einen äußerst spannenden Service gestartet, wie deutsche-startups.de gestern berichtete:

Bei BonaYou können Personen eine mit einem vorab definierten Betrag aufgeladene Mastercard verschenken. Der offensichtliche Vorteil dieses Ansatzes: Sie ist in jedem stationären Geschäft sowie Onlineshop einsetzbar, der die Kartenzahlung mittels Mastercard erlaubt - und das weltweit.

Der Schenkprozess ist denkbar einfach: Anwender wählen zwischen einer physischen Gutschein-Box samt Prepaid-Mastercard oder einem Sofort-Gutschein im PDF-Format. Im nächsten Schritt legen sie den Betrag fest, mit dem die Karte aufgeladen werden soll. Das Minimum liegt bei 10 Euro, das Maximum derzeit bei 100 Euro. Daraufhin können sie eine Grußbotschaft sowie ein Bild hinzufügen. Im letzten Schritt geben sie die Kontaktdaten des Empfängers, das gewünschte Versanddatum sowie ihre Zahlungsinformationen an - unterstützt werden Visa/Mastercard, PayPal sowie Sofortüberweisung.

Die Preisgestaltung ist simpel: Auf den gewünschten Gutscheinbetrag werden drei Euro Gebühr aufgeschlagen (Administrationsgebühr für die Karte sowie Provision für BonaYou). Wer sich für die physische Mastercard entscheidet, zahlt zusätzlich drei Euro für den Versand. Eine Karte kann nicht neu aufgeladen werden und ist ein Jahr ohne zusätzliche Gebühren gültig. Danach zieht BonaYou jeden Monat drei Euro vom Guthaben ab. Auch eine Barauszahlung des Guthabens ist möglich.

Derzeit kann lediglich eine Person als Schenkender auftreten. In Kürze wollen die Gründer Alexander Klaiber, Christoph Pietzsch und Patrick Löffler auch eine Option einführen, die mehrere Personen gemeinsam Geld für eine BonaYou-Karte sammeln lässt. Aufgrund der momentanen Gutscheinbegrenzung auf 100 Euro fallen sicherlich diverse Einsatzszenarien weg, bei denen durch die Beteiligung von mehreren Gebenden ein höherer Betrag zusammenkommen würde.

Dennoch haben die Münchner ein überzeugendes, weil in hohem Maße praktisches Produkt lanciert, das nebenbei noch dabei hilft, anderen Menschen die in Deutschland teilweise skeptisch betrachtete Kartenzahlung schmackhaft zu machen. 500.000 Euro Risikokapital konnte BonaYou laut deutsche-startups.de bereits einsammeln.

Momentan ist die Nutzung von BonaYou offiziell nur für Anwender in Deutschland und Österreich möglich - wobei auch ausländische Karten und PayPal-Konten als Zahlungsmittel akzeptiert zu werden scheinen. Weitere Märkte sollen folgen.

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