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14.07.11

garanbo & Reposito: Garantieunterlagen online verwalten

Mit garanbo und Reposito wollen zwei junge Dienste aus Deutschland Konsumenten dabei helfen, ihre Kassenzettel und Garantieunterlagen sicher aufzubewahren und im Bedarfsfall wiederzufinden. Auch Investoren scheinen an diese Idee zu glauben.

 

Vor einem Monat stellten wir euch in unserer Rubrik Samstag App Fieber garanbo vor, eine Webanwendung zur Verwaltung von Garantiezetteln. Der Weg zum netzwertig.com-Bericht war für den Dienst aus Radolfzell am Bodensee kein leichter - es erforderte für die garanbo-Macher einiges an Arbeit, um uns davon zu überzeugen, dass es tatsächlich einen Bedarf an einem Onlineservice zum Kassenzettel-Management gibt (anfänglich fehlte garanbo zudem eine mobile Komponente).

Hundertprozentig glaube ich noch immer nicht an den Ansatz. Womöglich liege ich mit meiner Skepsis aber falsch (oder ich kaufe einfach zu selten im stationären Handel ein). Denn mit Reposito hat sich nun bereits ein zweites Startup aus Deutschland in dieser Nische eingerichtet. Das Karlsruher Unternehmen der zwei Gründer Philipp Hartmann und Adrian Runte konnte zudem Kizoo und den Business Angel Joachim Bernecker als Geldgeber gewinnen . Ein mittlerer sechsstelliger Betrag steht Reposito damit für die weitere Entwicklung zur Verfügung.

Die Tatsache, dass mittlerweile zwei Anbieter aus Deutschland Konsumenten dazu bringen wollen, Quittungen erworbener Produkte online zu sichern, ist zwar noch kein Beleg für das Vorhandensein einer echten Nachfrage, zeigt aber zumindest, dass mehrere Jungunternehmer der Ansicht sind, hier eröffne sich eine attraktiver Markt.

Das grundsätzliche Funktionsweise beider Dienste ist sehr ähnlich: Nutzer tragen die wichtigsten Angaben zu den angeschaften Produkten inklusive des Kaufdatums ein und fotografieren mit dem Smartphone ihren Kaufbeleg bzw. Garantiezettel. Sollten sie das Produkt eines Tages umtauschen wollen, zeigen sie beim Händler ihren digitalen Beleg auf dem Mobiltelefon vor. garanbo und Reposito bringen auch eine Erinnerungsfunktion mit, die über in Kürze ablaufende Garantien informiert.

Die Reposito-Macher haben laut eigener Aussage ein Rechtsgutachten durchführen lassen. Dieses kommt zu dem Schluss, dass digitalisierte Kassenzettel zur Inanspruchnahme von Gewährleistung oder Garantie rechtsgültig sind.

Die Unterschiede zwischen garanbo und Reposito liegen im Detail: So bietet garanbo neben der iPhone-App auch eine Weboberfläche zur Verwaltung der Garantieunterlagen, bei Reposito ist diese noch in Arbeit. Auch zuletzt genannter Service beschränkt sich derzeit auf eine iPhone-Anwendung, ein Pendant für Android ist in Planung.

Während garanbo auch eine offene API für Entwickler bereitstellt und somit in puncto Funktionsumfang dem neuen Kontrahenten deutlich überlegen ist, könnte Repositos aufgeräumtes und klares Design schnell mehr Anhänger finden als die bunte, weniger modern wirkende garanbo-Oberfläche.

Welchen Service man am Ende bevorzugt, ist Geschmackssache. Das große Fragezeichen bleibt aber vorerst, ob Verbraucher sich überhaupt die Mühe machen wollen, ein Konto bei einem "Garantieunterlagenmanager" anzulegen (Reposito erlaubt den Login via Facebook, garanbo unterstützt OpenID). Letztlich könnten sie Kassenzettel auch einfach an einem zentralen Ort sammeln oder einscannen und bei Evernote, Google Docs oder Dropbox ablegen.

Aber für passionierte Shopaholics ist das womöglich zu unstrukturiert. In einigen Monaten sind wir schlauer, was die Beurteilung der Nachfrage betrifft (garanbo hat nach eigener Aussage bisher rund 1.000 registrierte Nutzer). Bis dahin beobachten wir gespannt, wie sich der Wettbewerb zwischen den zwei Anbietern entwickelt.

Links: garanbo, Reposito

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