<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

21.04.09

Freeconomics: Märkte sind keine Nullsummenspiele

Wie man anhand einer Studie zu iPhone-Applikationen sehen kann, können mit kostenlosen Angeboten neue Märkte erschlossen und höhere Verkäufe erzielt werden.

ReadWriteWeb hat einen Artikel zu einer Studie über das Ökosystem rund um das iPhone veröffentlicht . Besonders interessant fand ich dabei folgende Grafik:

Die anfangs fallende Linie sind die Verkaufszahlen einer kostenpflichtigen Applikation. Auffällig ist, dass von dem Moment an, an dem der Anbieter eine kostenlose Version der iPhone-Applikation anbietet, die Verkaufszahlen für die kostenpflichtige Applikation wieder nach oben gehen.

Das ist das Freemium-Modell und seine Auswirkungen, von dem wir hier auch schon öfter geschrieben haben. Wem die kostenlose Applikation nicht reicht, kann zur kostenpflichtigen "Premium"-Applikation mit mehr Funktionen umsteigen. Das Gesamtangebot verbreitet sich und wird bekannt durch die kostenlose Version.

Die tatsächlichen Verläufe und der prognostizierte Verlauf (gestrichelt) bei Nichteinführen einer kostenlosen Applikation zeigen recht deutlich, wie sehr eine kostenlose Komponente das gesamte Geschäftsmodell unterstützt. Selbst wenn am Tag 15 die Anzahl der kostenlosen Proben wesentlich höher ist als die eigentlich verkauften Applikationen: Entscheidend ist, dass der Anbieter auf diese Weise wesentlich mehr verkauft hat als er ohne die kostenlose Version abgesetzt hätte.

Der Fehler, den viele in Bezug auf Geschäftsmodellen mit kostenlosen Bestandteilen machen, ist von der Annahme auszugehen, dass man mit einem Verschenken von Gütern zahlende Kunden verliert. Vorausgesetzt, man hat die richtige Trennlinie zwischen Free und Bezahlt gefunden, ist das Gegenteil der Fall. Mit den kostenlosen Versionen erschließt man sich neue Märkte.

Wenn man dann noch bedenkt, dass aufgrund der Grenzkosten für das Bereitstellen von kostenlosen Versionen, welche Null betragen, den Anbietern praktisch keine zusätzlichen Kosten entstehen, wird Freemium in diesem Zusammenhang zum No-Brainer.

Die Erkenntnisse:

     

  1. Märkte sind keine Nullsummenspiele.

  2. Unterschätze nie die Macht von kostenlosen Komponenten in deinem Geschäftsmodell.

  3. Überschätze nie das eigene Angebot und mache nicht den damit verbundenen Denkfehler, dass die Kunden immer für alles bezahlen müssen.

 

 

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer