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05.04.11

Fiverr trifft auf seine Klone: Showdown bei den Mini-Job-Marktplätzen

Mit Gigalo schickt auch Hanse Ventures einen Klon des Mini-Job-Marktplatzes Fiverr ins Netz. Dabei wird Fiverr morgen selbst eine deutsche Version starten.

 

Original greift seinen hiesigen Nachahmer an - dies ist in den vergangen Jahren im deutschen Internet schon häufiger geschehen. Facebook gesellte sich zu studiVZ (und besiegte es), LinkedIn machte Xing Konkurrenz (hat es in DACH aber nach wie vor nicht leicht), Twitter stach frühzeitig Frazr aus (noch bevor überhaupt eine deutschsprachige Version zur Verfügung stand) und Groupon zog es direkt vor, mit CityDeal den größten Klon in Deutschland zu kaufen.

In dieser Woche werden wir erneut den Markteintritt eines Originals erleben: Der von den zwei israelischen Softwareentwicklern Micha Kaufman und Shai Wininge entwickelte und in den USA bereits recht populäre Dienst Fiverr will morgen offiziell eine deutsche Website launchen. Eine im Funktionsumfang begrenzte Beta-Version ist bereits online.

Bei Fiverr können User Dienstleistungen und Produkte für fünf Dollar (in Deutschland dann fünf Euro) anbieten und kaufen. Der Service empfiehlt sich vor allem für so genannten Mini-Jobs - einfache Tätigkeiten wie das Einrichten eines Computers, das Verfassen eines kurzen Werbetextes oder das Erklären, wie man perfekte Pasta zubereitet.

Wer ein wenig bei Fiverr stöbert, wird auch auf die ein oder andere eher humoristische oder völlige absurde Idee stoßen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, wie ernsthaft er/sie Fiverr verwenden möchte - ob als Geldquelle (was ein mühseliges Unterfangen wäre) oder als einmaligen Gag.

Knapp 100.000 Besucher verzeichnet Fiverr laut Google Trends pro Tag - kein schlechtes Ergebnis für einen Dienst, der eine eher spitze Zielgruppe bedient und garantiert nicht jede Person überzeugen kann. Angesichts der ansehnlichen Zahlen verwundert es nicht, dass in den letzten Monaten eine ganze Reihe von Fiverr-Imitationen in Deutschland an den Start gingen - die teils sogar das Design des Vorbilds nachbauten . Auf dieser Website kann jeder das für die Errichtung eines Fiverr-Klons notwendige Script erwerben, momentan zum Aktionspreis von nur 99 Dollar.

Ob auch Gigalo dieses Sonderangebot in Anspruch genommen oder sein eigenes Script geschrieben hat, ist unklar: Der vom Inkubator Hanse Ventures angeschobene Dienst ging heute früh online und stellt einen weiteren konzeptionell und optisch stark an Fiverr angelehnten Marktplatz für Fünf-Euro-Mini-Jobs dar. Selbst die bei Fiverr übliche Bezeichnung "Gig" für eine feil gebotene Tätigkeit wurde übernommen.

Auf ihrer Websites erläutern die Gründer Alexander Graubner-Müller und Sebastian Diemerin in einer längeren Geschichte, wie sie auf die Idee für Gigalo gekommen sein wollen. Vielleicht hätte ein kurzer Verweis auf Fiverr genügt.

Eine der ersten Amtshandlungen des Gigalo-Teams war es übrigens, den Link zum neu gelaunchten Dienst vollmundig in unseren Kommentaren zu platzieren.

Ab morgen erhalten Gigalo, Fiverdeal , Yoofive und diverse andere ähnliche Angebote aus dem deutschen Raum hierzulande Gesellschaft von ihrem Vorbild. Welche Auswirkungen dies auf die Mini-Job-Landschaft haben wird, ist offen. Jeder, der ein Problem damit hat, dass die hiesige Internetbranche noch immer gerne mit einfallslosen Nachahmern erfolgreicher ausländischer Webprojekte in Verbindung gebracht wird, dürfte Schwierigkeiten damit haben, Gigalo oder einem anderen Imitator die Daumen zu drücken. So geht es mir jedenfalls.

Und dann steht da noch die Frage im Raum, wie nachhaltig ein Marktplatz für teils aberwitzige Fünf-Euro-Jobs überhaupt ist...

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