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20.05.11

Entrümpelung: Xing stellt seine App-Plattform ein

Xing zieht bei seiner Plattform für OpenSocial-Applikationen den Stecker. 17 Anwendungen sind betroffen.

 

Für Xing scheint 2011 unter dem Motto einer großen Entrümpelung zu stehen. Ein Anzeichen dafür ist der für Anfang Juni angekündigte Relaunch, den Kollege Jan Tißler bei t3n als bisher radikalste Veränderung des Geschäftsnetzwerkes jemals bezeichnet.

Indiz Nummer zwei dafür, dass bei dem Dienst aus Hamburg momentan jedes Feature auf dem Prüfstand steht: Die App-Plattform für externe Entwickler wird im Rahmen der Neuausrichtung geschlossen. Folgender Hinweis findet sich in den "XING Infos" am unteren Ende der persönlichen Homepage:

"Die Nachfrage nach Web-Apps im Social-Business-Kontext hat sich nicht so entwickelt, wie erwartet. Deshalb haben wir uns entschlossen, die Weiterentwicklung nicht mehr voranzutreiben und die Applikationen auf XING Anfang Juni abzuschalten. Dadurch sind wir in der Lage, uns noch stärker auf die Weiterentwicklung der XING-Plattform zu konzentrieren. Nähere Informationen folgen in den nächsten Tagen."

Lanciert hatte Xing seine auf Googles OpenSocial-Schnittstellen basierende App-Plattform im Juli 2009 mit zwei Eigenentwicklungen und 13 Anwendungen externer Partner. Die Idee dafür entstand als Folge des Erfolgs von Facebooks 2007 veröffentlichter App-Plattform.

Schon im Sommer 2007 wurden Xings Pläne einer Öffnung für Drittanbieter-Apps bekannt. Ich verfasste damals einen eher kritischen Artikel zu dem Vorhaben und konstatierte, dass all die Applikationen, die im Freizeit- und Unterhaltungsumfeld von Facebook wunderbar funktionieren, für ein Business Network kontraproduktiv sind.

Durch eine manuelle Selektion versuchte das Businessnetzwerk, das Auftauchen von für den professionellen Kontext unpassenden Applikationen innerhalb der Plattform zu verhindern. Ganze 17 Anwendungen werden zur Zeit gelistet . Eine davon ist vom Schweizer Online-Terminplaner Doodle, der hier erklärt, wie man seine Daten aus der Doodle-App bei Xing sichert.

"Insgesamt mehrere hunderttausend Installationen" von Applikationen habe es in den vergangenen zwei Jahren gegeben, erklärte uns ein Xing-Sprecher. Offenbar nicht genug, um die Apps in die neue Oberfläche zu integrieren.

Überraschend kommt der Schritt eigentlich nicht. Selbst bei Facebook gibt es nur noch zwei Kategorien von direkt innerhalb der Website platzierten, intensiv genutzten Apps: Spiele sowie Malware. Beides waren augenscheinlich keine Alternativen für Xing.

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