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17.04.12

Entdeckungsmaschine mit "Shout"-Funktion: Shoutify verbindet Locations mit Anwendern

Shoutify möchte Anwendern dabei helfen, empfehlenswerte Locations in der Nähe zu finden und dauerhaft über deren Neuigkeiten informiert zu bleiben.

 

An Websites und mobilen Apps, um sich empfehlenswerte Bars, Restaurants, Clubs und Geschäfte in der Umgebung anzeigen zu lassen, herrscht wahrlich kein Mangel. Ob lokale Ausgeh- und Nighlifeportale, Empfehlungsplattformen wie Qype, Plazaa oder Yelp, der Marktführer der mobilen Check-In-Dienste foursquare oder ein Aggregator wie Urbany (unser Review), der sämtliche Location-Tipps externer Dienste bündelt - zahlreiche Internetfirmen versorgen unternehmungslustige Anwender mit standortabhängigen Empfehlungen.

Doch David Dahmer, Frank Kacmaczyk und Daniel Kacmaczyk - die Gründer von Shoutify - sind der Meinung, dass der Bedarf der Nutzer noch lange nicht gedeckt ist. Ihrer Ansicht nach vernachlässigen sämtliche existierenden Anbieter einen wichtigen Aspekt, den ihr am Freitag als Browser- und iPhone-App lancierter Service abdecken soll: aktuelle Informationen und Ankündigungen der einzelnen Locations, die sich in einem personalisierten Feed zusammenstellen lassen.

Shoutify bedient zwei verschiedene Einsatzszenarien: Zum einen fungiert es als typische Entdeckungsmaschine für Geschäfte, gastronomische und kulturelle Etablissements, Dienstleistungsbetriebe und Freizeiteinrichtungen. Rund 160.000 ausgewählte Locations primär in Deutschland, aber auch in Teilen von Österreich, der Schweiz und den Niederlanden sind bisher in der Datenbank enthalten. Sowohl über die iPhone-App als auch die Website können Shoutifys filterbare Ausgeh- und Freizeittipps standortabhängig abgerufen werden. Soweit nichts Besonderes.

Doch haben Anwender dann mit Hilfe des Dienstes (und der direkt verlinkten Navigationsfunktion von Google Maps) eine neue Lieblingslocations gefunden, kommt der zweite Use Case des Dienstes aus der hessischen Stadt Taunusstein zum Tragen: Locations haben die Möglichkeit, sogenannte "Shouts" - kurze Updates über aktuelle Ereignisse, Angebote oder Informationen - auf ihrem Profil zu veröffentlichen. Nutzer können einzelne Locations in individuellen Listen ablegen. Diese fungieren einerseits als schnelle Orientierungshilfe, um die eigenen Favoriten wiederzufinden, stellen andererseits aber auch sämtliche Shouts der darin enthaltenen Geschäfte, Restaurants und Cafés in einem eigenen Newsfeed dar.

Beispiele für Shouts sind laut Shoutify-Mitgründer Frank Kacmaczyk "Heute gibt es 20 Prozent auf alles" eines Kleidungsgeschäfts oder der Hinweis eines Restaurants, dass am Abend frische Muscheln serviert werden. Shouts erscheinen im Newsfeed der Anwender, welche die jeweilige Location in einer Liste gespeichert haben, in der Liste der Locations in der Nähe sowie auf der Location-Profilseite. Je nach Einstellung können sie auch als Push-Nachricht auf dem iPhone-Display auftauchen.

Die Shouts kommen auf zwei Wegen in das System der Hessen: Zum einen können Unternehmen diese in einem eigenen Partnerbereich bei Shoutify selbst eintragen und planen (dieser Teil der Seite befindet sich derzeit noch in Überarbeitung). Zum anderen importiert Shoutify aktuelle Status Updates von Facebook und anderen externen, öffentlichen Quellen.

Dieses Design kommt uns bekannt vor....

Shoutify macht auf den ersten Blick auch aufgrund seines attraktiven Äußeren einen guten Eindruck - auch wenn die Browser-Darstellung der Locations im Pinterest-Stil diskutabel ist. Allerdings begibt sich das frischgebackene Startup in einen heißumkämpften Markt, dessen zahlreiche Vertreter Shoutifys nützliches Alleinstellungsmerkmal der personalisierten Newsfeeds relativ einfach nachahmen könnten. Und die Zahl der eingetragenen Locations hält sich mit 160.000 in Deutschland und Nachbarländern derzeit noch in Grenzen.

Die Monetarisierung soll über eine noch nicht verfügbare kostenpflichtige Premium-Version für Partner erfolgen, die unter anderem eine Erfolgsmessung zur Wirkung der Shouts beinhalten wird. Auf der Roadmap stehen der Launch einer Android-Anwendung, eine flächendeckende Verfügbarkeit in Europa, eine Expansion in die USA sowie die Implementierung weiterer Funktionen. Dazu benötigt das bisher eigenfinanzierte Startup aber Kapital. Die Suche nach Investoren läuft.

In eine ähnliche Richtung wie Shoutify geht auch Spoovel aus Hamburg - funktioniert derzeit allerdings nur in Hamburg und Karlsruhe, bietet keine mobile App und ist bei Twitter seit einem halben Jahr verdächtig stumm.

Link: Shoutify

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