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30.08.17

Digitalisierung

So will Dresden seine Digitalisierung meistern

Sven Wernicke


(Bild: Stadt Dresden)

Dresden rüstet sich für die Zukunft. In "Elbflorenz" werden allerlei Hebel in Gang gesetzt, die zeigen: Die 550.000-Einwohner-Metropole bereitet sich an vielen Stellen auf die Digitalisierung vor.

Große Pläne im Bereich E-Mobilität

Ähnlich wie in Darmstadt existieren auch in Dresden zahlreiche Pläne und Ideen, um die Digitalisierung der Großstadt voranzutreiben. Hierzu arbeitet die Landeshauptstadt an etlichen Konzepten, kooperiert aber auch mit Konzernen und lockt weitere Unternehmen in den Freistaat. Ein elementares Thema ist dabei die Elektromobilität, die gemeinsam mit Volkswagen gefördert wird.

Die "Gläserne Manufaktur", in der bereits der eGolf hergestellt wird, übernimmt eine tragende Rolle bei der Gestaltung der Zukunft. So entstehen im Ende 2016 gegründeten „Center of Future Mobility“ Pilotprojekte, die sich damit auseinandersetzen, wie wir uns in Zukunft fortbewegen werden. Dresdner Forschungseinrichtungen, darunter die Technische Universität Dresden, entwickeln zusammen mit Volkswagen F&E-Konzepte, in der sogenannten Advanced Mobility Academy wird Nachwuchs für Forschung, Entwicklung, Produktion und Management im Bereich E-Mobilität unterstützt. Und an einem Business Inkubator für Start-ups in dem Segment wird außerdem gearbeitet.

Dresden will unbedingt Elektroautos  haben

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) verfolgt Ehrgeiziges: „Unser Ziel ist eine Spitzenposition, dafür müssen wir klotzen, nicht kleckern.“ Bis 2020 soll beispielsweise der gesamte Fuhrpark der Stadt durch E-Mobile ersetzt worden sein. „Elektromobilität ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen in Dresden und unsere Kooperation mit der Gläsernen Manufaktur ist dabei ein wichtiger Baustein“, so Hilbert weiter.

Dresden als Modellstadt für Elektromobilität, Digitalisierung und innovatives Fuhpark-Management – das ist die Vision von VW und den Beteiligten der Stadt. Hochautomatisiertes und vernetztes Fahren, Software-Dienstleitungen, clevere Verkehrssteuerung: Die besten Ideen und Innovationen sollen künftig aus Dresden kommen. Und auf der ganzen Welt Verwendung finden - zum Beispiel in anderen Smart Cities.

Die Bürger ist gefragt

Auch die Bevölkerung soll die Zukunft gestalten. Im Rahmen des Wettbewerbs "Zukunftsstadt 2030", der 2015 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgerufen wurde, entstehen unter "Zukunftsstadt Dresden 2030" derzeit zahlreiche Projekt-Ideen der Einwohner. In den Themengebieten Bildung, Nachbarschaft, Energie, Nachhaltige Wirtschaft, Mobilität, Stadtraum, Bürgerbeteiligung und Kultur wurden in den vergangen Monaten über 80 Grobkonzepte gesammelt, die bis 2018 Formen annehmen und – im Fall eines Gewinns des Wettbewerbs – mit einer Million Euro ausgebaut, ausprobiert oder gar realisiert werden.

Dresdner und Dresdnerinnen wünschen sich unter anderem Fahrrad-Schnellstraßen mit integrierten Photovoltaik-Anlagen für E-Bikes,  aber auch kulturelle und gesellschaftliche Freiräume. Interessante Entwicklungen sind neue Ansätze für eine direktere Demokratie und eine gemeinsame Gestaltung der kommenden Jahre durch aktive Bürgerbeteiligung.

Es passiert viel in Dresden

Obwohl Dresden im Vergleich zu ähnlich großen Städten etwas anders „tickt“ und vieles gemächlicher zugeht, als zum Beispiel bei den Nachbarn in Leipzig, so erkennen auch große Konzerne das Potential. Die Robert Bosch GmbH investiert eine Milliarde Euro in den Aufbau seiner Halbleiterkompetenz. Damit wird ein weiterer Beitrag für "Silicon Saxony" geleistet. In und um Dresden sind längst zahlreiche mittelständische und namhafte IT-Unternehmen angesiedelt, die ohnehin stets einen Blick in die Zukunft wagen.

Im Großen wie im Kleinen wird an Projekten gefeilt, um Dresden fit zu machen – für eine Zeit, wenn sich Märkte, Trends und die Menschen komplett geändert haben. Digitalisierung ist auch in Sachsen ein großes Thema und fängt beim Virtual-Reality-Maschinenbau durch Firmen wie FAB Bertelmann Technologie an und führt zu aufwändigen Investitionen von Bosch oder VW. Immer mit dabei sollen die Einwohner sein, wie weitere Stadt-Initiativen wie Kulturhauptstadt 2025 und das lokale Handlungsprogramm für Demokratie und Vielfalt zeigen. 

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