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19.08.08

Dmax: Männersender spielt mit Muskeln

Der selbsternannte Männersender Dmax mausert sich trotz schwieriger Zielgruppe zum Quotengaranten. Nach nur zwei Jahren am deutschen Fernsehmarkt eine ordentliche Leistung. Kein Wunder, bei diesen Sendungen ...

"Dmax. Fernsehen für die tollsten Menschen. Männer." Und was wollen Männer? Die drei großen Fs: Frauen, Fußball, Filme. Und wenn dem wirklich so wäre, hätte Katja Hofem-Best ein wirklich schlechtes Jahr gehabt. Die Frau in der Führungsriege des Männer-Senders hat aber jeden Grund, sich zu freuen. Dmax hat trotz teils starker öffentlich-rechtlicher Konkurrenz mit der Fußball-Europameisterschaft im Juni und Juli mit 1,3 Prozent bei der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen die besten Marktanteile der jungen Sendergeschichte eingefahren.

Unerwarteter Erfolg

Als sich das US-Mutterhaus Discovery 2006 entschloss, seinen ersten Free TV-Ableger weltweit ausgerechnet in Deutschland zu starten, wo Launches abseits der großen Sendergruppen keinen großen Erfolg hatten, hatte man mit einem solchen Erfolg nicht gerechnet. Mit über einem Prozent Marktanteil hat Dmax aber in kurzer Zeit das erreicht, was andere Spartensender wie Tele 5 oder Das Vierte seit Jahren versuchen: eine Zielgruppe mit dem passenden Programm zu versorgen. Der Dmax-Leitspruch: "Fernsehen für die tollsten Menschen der Welt."

Die Programmpalette macht eines klar. Männer wollen anscheinend Dokutainment. Und das gibt es vom großen Bruder Discovery Channel frei Haus. medienlese.com hat ganz subjektiv die drei besten Formate ausgesucht:

Anthony Bourdain - Eine Frage des Geschmacks

Amerikaner französischer Herkunft, Journalist, Bestseller-Autor und im Hauptberuf Küchenchef. Nach mehreren Stationen in den renommierten Küchen des Big Apple führt das Allroundtalent nun seit zehn Jahren die Brasserie „Les Halles" in New York. Für Dmax taucht Bourdain ein in fremde Kulturen, besucht fremde Länder und testet fremde Küchen. Fazit: Nicht nur geeinget für Verfechter des guten Geschmacks.

American Chopper: Motoren, Stress und echte Männerliebe. Sie fluchen und schreien. Nebenbei bauen sie Höllenmaschinen abseits jeder Straßenzulassung. In Orange County, 130 Kilometer von New York entfernt, konstruieren Paul Teutul Sr. und sein Sohn Paul Chopper, die ihresgleichen suchen. Schnauzbart und Tätowierungen gehören genauso zum Alltag der Teutuls, wie der Hang zum Beleidigtsein. In "American Chopper" sind Motorräder eigentlich Nebensache. Fazit: Weit mehr als nur Blechebiegen.

Die Ludolfs: Vier Brüder aufm Schrottplatz

Und genau darum geht`s. Entdeckt hatte die vier Brüder Peter, Uwe, Manni und Günter ursprünglich der SWR. Erst Dmax produzierte eine ganze Fernsehserie mit den Ludolfs. An Neujahr 2008 sendete einen 24-stündigen Ludolf-Marathon, in dem 27 Folgen ausgestrahlt wurden. Mittlerweile flimmert die vierte Staffel über deutsche Mattscheiben. Die Ludolfs. Das ist "Warten auf Godot", gepaart mit irrsinnigen Dialogen und einem Hauch Psychatrie. Fazit: Der auf Zelluloid gebannte gruppenpsychologische Feldversuch.

Doch eine Sache macht mich wirklich stutzig: Bei einer Umfrage auf der Dmax-Homepage , ob Männer die besten Männer der Welt sind, stimmten nur 78 Prozent mit Ja. Selbsthass und Komplexe in der Zielgruppe. Am Programm liegt es nicht.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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