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04.08.09

DJV-Vorsitzender Michael Konken: Sieht Werbung auf Google News, wo keine ist

In einem FAZ-Artikel kreidet DJV-Vorsitzender Michael Konken dem werbefreien Google News an, es würde den Verlagen das Anzeigegeschäft wegnehmen.

In der FAZ ist ein Artikel von Michael Konken, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), erschienen, in dem er sich zu den Verhältnissen zwischen freien Journalisten und Verlagen äußert und dann einen Schwenk zu Google und Aggregatoren macht. Denn wie so oft dieser Tage darf auch in diesem Artikel Google-Bashing nicht fehlen.

Der Nachrichtenaggregator Google News ist dagegen bisher weitgehend unbeschadet von Ansprüchen Dritter geblieben. Dabei ist hier die fast vollautomatische Zeitung schon heute Realität. Einerseits sorgt die Präsenz auf dieser Seite für mehr „Traffic“ bei den dort verlinkten Internetseiten, andererseits übernehmen diese und vergleichbare Angebote einen wichtigen Teil des Anzeigengeschäfts, das die Produktion dieser Inhalte erst möglich macht.

(Hervorhebung von mir)

Nun kann man zu Angeboten wie Google News unterschiedliche Ansichten vertreten. Wir hier bei netzwertig.com und Blogwerk allgemein freuen uns über jeden Aggregator wie Google News, der uns kostenlos mehr Leser verschafft.

Man kann für diese Leistung, die einem kostenfrei erbracht wird, auch noch Geld verlangen wollen. Das ist eine absurde Haltung. Sie einzunehmen, steht aber jedem frei (Und wenn die Forderung nicht erfüllt wird, steht jedem auch das Ausschließen der eigenen Inhalte von solchen Angeboten frei. Aber davon hat Herr Konken vielleicht noch nichts gehört.).

Aber zu behaupten, dass ein immer komplett werbefrei gewesenes Angebot "einen wichtigen Teil des Anzeigengeschäfts" übernimmt, ist schlicht: eine Lüge. Denn in Deutschland war und ist Google News frei von Werbung jeglicher Art.

Es ist bezeichnend für den deutschen selbsternannten "Qualitätsjournalismus", dass ein Vorsitzender eines Journalistenverbandes eine solche offensichtlich falsche Behauptung in einem Artikel in einem Qualitätsmedium wie der FAZ veröffentlichen kann, ohne dass ihm selbst oder den zuständigen Redakteuren das in irgendeiner Form peinlich zu sein scheint. Solang es um Lobbyismus in eigener Sache geht, zählt die Wahrheit anscheinend keinen Deut mehr.

Nein, werte Verleger, so sieht ein für die Demokratie wichtiges Kulturgut nicht aus.

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