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15.12.14

disk42: Cloudspeicher so wie es Edward Snowden mag

Edward Snowden hält nichts von Cloudspeicher-Diensten, bei denen Betreiber der Server oder Dritte die Daten einsehen können. Das deutsche Startup disk42 lanciert einen Service, der Nutzern dank Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mehr Sicherheit geben soll.

disk42 Seit den Enthüllungen von Edward Snowden ist Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein Thema, das nicht mehr nur "Aluhüte" hellhörig werden lässt. Gerade im Messaging-Bereich entwickelt sich das Prinzip langsam zu einem Standard. Telegram, das eine entsprechende Funktion namens “Secret Chats” bietet, hat nach eigenen Angaben mittlerweile über 50 Millionen aktive Nutzer. Der Schweizer Service Threema war im deutschsprachigen Raum 2014 die meistverkaufte iPhone-App. Und selbst der Branchen-Krösus WhatsApp bietet für seine Android-App nun optional eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Ein anderer Sektor der Onlinewelt, der von einem entsprechenden Sicherheitslevel profitieren würde, ist Cloudspeicher. Bei den führenden Anbietern wie Dropbox, Box oder Google Drive wird nur der Transport von Daten zwischen Usern und den Servern verschlüsselt. Die Daten selbst liegen dann aber unverschlüsselt auf den Servern und können dort theoretisch von Mitarbeitern oder Dritten eingesehen werden. Diese Tatsache bewog Snowden gar dazu, explizit vor dem Einsatz von Dropbox zu warnen. Er empfiehlt stattdessen Cloudspeicher-Lösungen wie Spideroak, wo Daten auf den Rechnern der User verschlüsselt werden, was Dritte komplett vom Zugriff aussperrt. Der heute zum US-Speicherhersteller Seagate gehörende Schweizer Dienst Wuala war einer der Ersten, der diese Form der Verschlüsselung anbot.

Mit disk42 gibt es ab sofort einen Cloudservice aus Deutschland, der ebenfalls den Ansprüchen des Whistleblowers gerecht werden will. disk42 wirbt mit voller Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, zudem ist die Software Open Source . Daten, die über den für Mac, Windows und Ubuntu angebotenen Desktop-Client in die disk42-Cloud geladen werden, können nicht von den Mitarbeitern des in Berlin und Bayern ansässigen Startups eingesehen werden, da sie noch vor dem Upload verschlüsselt werden. Das jeweilige Passwort besitzen allein die User.

Von der Funktionalität bietet disk42 in der aktuellen Beta-Phase Standardkost und eine Grundfunktionalität und Benutzeroberfläche, die an Dropbox erinnert. Nutzer erhalten zehn Gigabyte Speicher kostenlos. Nach dem offiziellen Release soll es eine Möglichkeit zum kostenpflichtigen Erweitern geben. Die Server stehen laut Firmenangaben für den Verlauf der Beta-Phase in Frankreich. Aufgrund der Verschlüsselung spielt der Server-Standort zwar für Datenschutzaspekte eine untergeordnete Rolle. Da jedoch jede Encryption theoretisch geknackt werden kann, schadet es nicht, wenn Server sich außerhalb der physischen Reichweite der NSA befinden.

Ein Zugriff über mobile Geräte funktioniert aktuell noch nicht. Die Entwicklung entsprechender Apps stehe aber ganz oben auf der Roadmap.

Finanziert wird disk42 derzeit aus den privaten Mitteln des Gründers Dominik Mauritz. Im nächsten Schritt soll eine Crowdfunding-Kampagne frisches Kapital sichern.

Link. disk42

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