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28.04.16

Digitale Nachhaltigkeit

So funktioniert die neue digitale Nachhaltigkeit

Quelle: Fotolia.com © malp

Der Begriff der Nachhaltigkeit und des nachhaltigen Wirtschaftens wird in der Unternehmensführung immer weiter ausgebaut und teils überstrapaziert. Die Berücksichtigung von sozialen Faktoren und das Pflegen eines ein ökologisch cleanen Firmenimage sind längst gängiger Standard und garantieren einen festen Kundenstamm, der sich auf die transparente Nachhaltigkeit verlässt. Seit einiger Zeit steht nun der Begriff der digitalen Nachhaltigkeit wenig definiert im Raum. Was will digitale Nachhaltigkeit?

Nachhaltig handeln als Erfolgsfaktor

Nachhaltigkeit im modernen Sinne bedeutet sinnvolles Wirtschaften mit endlichen Ressourcen. Ein wichtiges Thema ist unter anderem Holz und damit einhergehend Papier, aber auch Energie, die sich zum Beispiel durch den Stromverbrauch und die Beleuchtung in Unternehmen ausdrückt. Nachhaltigkeit wird hier erreicht, indem der Strom- und Papierverbrauch reduziert und die Ressourcen aus ökologischen Quellen bezogen werden. Wer zur Fertigung von Möbelstücken Holz aus FSC zertifizierten Wäldern bezieht, kalkuliert jedoch auch den sozialen Faktor mit ein. Die moderne Holzwirtschaft nimmt Rücksicht auf den Lebensraum von Menschen, die auf den Wald angewiesen sind, aber sie sorgt auch für die faire Bezahlung der Förster und Holzarbeiter. Diese Faktoren lassen sich auf jede Ressource umlegen. Metalle sollten aus nachhaltigem Bergbau stammen, Strom möglichst aus erneuerbaren Quellen. Nachhaltig arbeitende Firmen coachen ihre Mitarbeiter im ökologischen Handeln und achten auf Diversität, Wahrnehmung von Ehrenamt und Charity, aber auch auf eine gesunde Arbeitsumgebung.

Die digitale Ebene nachhaltig gestalten

Bereits die materielle Nachhaltigkeit reicht in den digitalen Bereich hinein, wenn sie zum Beispiel auf digitale Aktenverwaltung, Kommunikation per Mail und digitale Kataloge statt Papierverbrauch setzt. Digitale Nachhaltigkeit jedoch meint ausschließlich immaterielle Güter. Die Definition nach Dr. Marcus Dapp wird seit 2004 stetig weiterentwickelt und akademisch thematisiert. Die Debatte dreht sich dabei hauptsächlich um Open Data und Open Source. Open Source meint Software, deren Code kostenfrei für Entwickler und Nutzer zur Verfügung gestellt wird. Eine Vermarktung der fertigen Produkte mit einhergehender Lizensierung wird dadurch nicht automatisch ausgeschlossen, jedoch an Bedingungen geknüpft. So kann die beliebte Apache Open Office Bürosoftware-Reihe zwar auf CD erworben werden, beinhaltet in dieser Version jedoch Premiumfeatures. Der Grundcode für Open Office ist nicht nur kostenlos für alle Nutzer verfügbar, er lässt sich auch erweitern. Ein ähnliches Beispiel ist der Anbieter Wordpress. Wordpress kann auf Servern kostenfrei genutzt und angepasst werden und bietet eine Open Source Plattform zum Bloggen und Veröffentlichen. Es ist jedoch möglich, gerade über die installationsfreie Version online, bezahlbare Optionen hinzu zu buchen oder bei speziellen Wordpress Hoster wie Mittwald.de ein rundum Paket mit erhöhtem Service zu buchen.

Wordpress bietet einerseits Entwicklern und Nutzern mit geringen die Möglichkeit, eine hochwertige Software zu nutzen, aber auch, sie für andere Nutzer weiterzuentwickeln oder Produkte basierend auf Wordpress anzubieten.

Open Data als Streitthema

Digitale Nachhaltigkeit meint auch, dass so viele Daten wie möglich für so viele Menschen wie erreichbar zur Verfügung stehen sollen, um Gesellschaft und Bildungsmöglichkeiten weiterzuentwickeln. Dagegen argumentieren Befürworter des Copyrights, dass es auch zur Nachhaltigkeit gehöre, dass die Entwickler von digitalen Inhalten leben können. Im Fazit lässt sich darum anmerken, dass eine abschließende Definition digitaler Nachhaltigkeit erst erfolgen kann, wenn Urheberrechtsfragen abschließend geklärt sind. Auf vielen Gebieten ist das Angebot der digitalen Inhalte jedoch bereits recht umfangreich.

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